Give ‚em Hell, Malone!

Give ém Hell, Malone
(Splendid)

Als Sin City in die Kinos kam, trat dies eine Welle an Pulp Noir – Verfilmungen los, manche dabei guter, manche von schlechter Qualität. Der hier vorliegende Give ém Hell, Malon von Regisseur Russel Mulcahy lässt sich wie eine Mischung aus Film Noir und Comic beschreiben, die mit einer teils unglaublichen Härte angereichert wurde. Man kann ihn als eine Hommage an die klassische Detektive und den modernen Actionfilm verstehen, der stilistisch dem Noir huldigt, diesen jedoch mit Clipästhetik in den jeweiligen Shoot outs anreichert.
Leider, und hier sind wir bei der Schwachstelle dieses Filmes, geht hier Style eindeutig über Substanz. Somit bleiben sowohl Figurenzeichnung als auch Story auf der Strecke, was dem Zuschauer dann in einem fehlenden Spannungsbogen und einer gewissen Teilnahmslosigkeit den Protagonisten gegenüber auffällt.
Die Geschichte handelt von dem Privatermittler Malone (wie immer cool, Thomas Jane, The Punisher, Der Nebel), der sich direkt zu Beginn des Filmes bei der Beschaffung eines mysteriösen Koffers in eine üble Schiesserei verwickeln lässt. Seine Auftraggeberin, Femme Fatale Evelyn (Elsa Pataky) benötigt ihn jedoch noch für die Übergabe des Koffers im Austausch gegen ihren entführten Bruder. Dies geht jedoch gründlich daneben, und unser Protagonist findet sich in einer für ihn gefährlichen und extrem bleihaltigen Situation wieder. Plötzlich jagen ihn nicht nur die Mafia, sondern auch noch eine japanische Killerin und ein Brandstifter (wie immer überzeugend: Doug Hutchison, Punisher: Warzone, 24). Dazu gesellt sich noch sein ehemaliger Partner Boulder (darf in solch einem Film nicht fehlen: Ving Rhames, Pulp Fiction, The Tournament).
Was uns der Regisseur hier präsentiert, ist ein echter Augenschmaus. Settings und Atmosphäre heben den Film auf ein für ein B-Movie ziemlich hohes Level. Mit Liebe zum Detail ist jede Szene gestaltet, und so mancher Nebencharakter bleibt durch seine kauzige und charmante Zeichnung eher im Gedächtnis hängen als die Hauptprotagonisten. Ich denke hier zum Beispiel an Malones Mutter, welche ihren immer stärker lädierten Sohn im Altenheim empfängt, und seine Schusswunden näht, nur um ihn dann anzufeuern (hierher kommt der prägnante Titel!) und zurück aufs Schlachtfeld zu schicken. Man sieht, der Film hat einen teils böse blutigen Humor.
Die vorliegende Veröffentlichung aus dem Hause Splendid bietet ein den Film in einem sehr ansprechenden Steelcase-Design, welches sich der Art des Films entsprechend wie ein typischer Noir präsentiert. Im Bonussektor jedoch liegt hier nur eine Programmschau vor.
Give ém Hell, Malon ist somit ein Film für Genrefans, der seine visuelle Machart über die Geschichte stellt. Also darf man sich zwar nicht auf einen tiefsinnigen, jedoch unterhaltsamen Film einstellen.
CFS