God Bless America  (Kino Kontrovers)

God Bless America (Kino Kontrovers)

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Der beste Tag aller Zeiten!
Ab 14. Februar 2013 auf DVD und Blu-ray!

Kino Kontrovers präsentiert die pechschwarze Komödie von Regisseur Bobcat Goldthwait („World´s Greatest Dad“), grandios besetzt mit Joel Murray („Mad Men“, The Artist“) und der vielversprechenden Nachwuchsdarstellerin Tara Lynne Barr („We All Fall Down“, „Road Kill“) in ihrer ersten Hauptrolle.

Zum Inhalt:

91Xf-l4THfL._AA1500_Frank reicht’s! Geschieden ist er und seit kurzem arbeitslos; nun diagnostiziert der Arzt auch noch einen Hirntumor. Der Mittvierziger sieht nur noch einen Weg – sich vor dem Fernseher per Großkaliber den Kopf wegzublasen. Hätten sie nicht gerade eine dieser bescheuerten Realityshows gezeigt, wäre es wahrscheinlich dazu gekommen. Stattdessen erkennt Frank seine ultimative Bestimmung: Er muss die Welt vom heuchlerischen Abschaum befreien. Beauty- Queens, radikale Prediger, Falschparker, Casting-Stars – sie alle sollen sterben! Schwer bewaffnet begibt sich der zornige Mann auf einen blutigen Kreuzzug gegen die Dummheit, der ihn kreuz und quer durch das Land der begrenzten Unmöglichkeiten führt. Mit von der Partie ist die sechzehnjährige Roxy, sein größter Fan …

Den meisten dürfte Regisseur Bobcat Goldthwait als Darsteller vertraut sein. In den 80ern gehörte der Komiker als durchgeknallter Kadett Zed zur Stammbesetzung der POLICE ACADEMY. Wer von GOD BLESS AMERICA ähnlichen Slapstick erwartet, könnte jedoch falscher nicht liegen: In einer bitterbösen Gesellschafts- und Medienkritik lässt Goldthwait seine gegensätzlichen Helden ein bleihaltiges Strafgericht entfesseln, das am Ende nur eine Konsequenz haben kann. GOD BLESS AMERICA wird am 14. Februar 2013 als aufwendiges, limitiertes Mediabook auf DVD und Blu-ray veröffentlicht. Zu den umfangreichen Extras gehören u.a. Interviews mit Bobcat Goldthwait, Joel Murray und Tara Lynne Barr, Audiokommentar mit Bobcat Goldthwait, Joel Murray und Tara Lynne Barr, entfernte / erweiterte Szenen, Outtakes, HDNet: A Look at God Bless America, Musikvideo Roxy und Frank.

Über Kino Kontrovers:

Polarisierend, erschreckend, aufrüttelnd. Kino Kontrovers stellt unbequeme Fragen und liefert in den Werken der überragendsten filmischen Visionäre unserer Zeit Denkanstöße zu ihrer Beantwortung. Immer wieder haben Regisseure auf der Suche nach einer künstlerischen Ausdrucksform hartnäckig die Grenzen unserer Sehgewohnheiten herausgefordert und mit einem bewusst provokanten Angriff auf den Status Quo gesellschaftlicher Normen unser Sichtfeld auf ungewöhnliche Weise erweitert. Ihnen und ihren Werken ist diese Reihe gewidmet, die das Phänomen des filmischen Tabubruchs von den Anfängen der Kinogeschichte bis in die heutige Zeit archivieren und zugleich auch dokumentieren soll. Kino Kontrovers ist eine aufregende Reise durch die wilden, dunklen Ecken unseres Bewusstseins, ein Manifest für den missverstandenen Film und eine Hommage an die erstaunlichsten Visionen, die je das Licht der Leinwand erblickten.

Meinung zum Film:

Wow, da war jemand aber mal so richtig wütend! Regisseur Bobcat Goldthwait präsentiert uns in seinem neuen Film God Bless America seine Sicht auf die amerikanische Unterhaltungsindustrie und zeigt uns seine bevorzugte Art, wie 91XlPfnvoBL._AA1500_man mit dieser umzugehen habe. Dabei schickt er sein äußerlich sehr ungleiches Paar auf ihre Mission, jeden, der der allgemeinen Verdummung für schuldig gesprochen wird, entsprechend zu sanktionieren. Dabei geht Goldthwait weniger den Weg der feinen, tiefsinnigen und subtilen Satire, vielmehr schlägt er dem Zuschauer seine unzweideutige Botschaft wie einen Vorschlaghammer zwischen die Zähne.

Hier deutet sich aber auch gleich das Problem von God Bless America an, denn gegen ihn kann man den inhaltlich ähnlichen „Natural Born Killers“ beinahe als feinfühlig bezeichnen, denn hier wie dort verkommt die Botschaft aus einer gewissen Betrachtungsdistanz zu einer etwas selbstzweckhaften Nabelschau, die im Prinzip die gleichen Mechanismen verwendet, beziehungsweise die gleichen Bedürfnisse bedient, die der Film eigentlich anprangern möchte.
Dabei startet God Bless America hervorragend, führt seine sympathischen und überzeugend agierenden Darsteller sehr gut ein und zeichnet sich durch einen sehr zynischen, erfrischend bissigen Humor aus. Man merkt als kundiger Filmfreund, dass der Regisseur die großen Vorbilder des Genres kennt, trotzdem gelingt es ihm nicht, über die Absurdität der Situation hinauszukommen, vielmehr verliert er sich in der zweiten Hälfte immer deutlicher in einer reinen Exekutionsraserei, die zwar mit deutlicher Freude an der Bösartigkeit inszeniert wurde, jedoch die eigentliche Kernaussage ad absurdum führt und planlos wirkt.

God Bless America ist ein Film, der seine Botschaft, die wohl jeder Zuschauer an einigen Punkten nachvollziehen kann, ironisch überspitzt als offensichtliche Satire darbietet. Gute Darsteller, allen voran die beiden Hauptdarsteller Joel Murray und Tara Lynne Barr können mit ihren zum Teil wirklich hervorragenden und wirklich bitterbösen Dialogen auf ganzer Linie überzeugen. Hätte Bobcat Goldthwait in der zweiten Hälfte des Films in der Form weitergemacht, wie es ihm in der ersten gelungen ist, der Film hätte das Potential zu einem Klassiker. So jedoch bleibt es bei einem zwar sehr unterhaltsamen, aber nur kurzweiligen Beitrag, den man sich aber als Fan trotzdem nicht entgehen lassen sollte!

Christian Funke-Smolka