Gone  (Splendid Film)

Gone (Splendid Film)

Die Erfahrung, dass einem, wenn man den Ruf eines paranoiden, psychisch labilen Menschen hat, keiner mehr glaubt, muss die junge Jill (Amanda Seyfried) machen. Vor einem Jahr war sie Opfer einer vermeintlichen Entführung, da sie dem Täter aber entkommen konnte, und es weder Spuren noch einen Verdächtigen gab, zweifelte man ihre Aussage wegen ihrer vorangegangenen psychischen Erkrankung an.
Als Jill nun ein Jahr nach diesen Vorkommnissen nach Hause kommt, und ihre Schwester verschwunden ist, glaubt sie, dass der damalige Täter, den man nie gefasst hat, nun zurückgekommen sei, und fälschlicherweise ihre Schwester entführt habe. Doch die Polizisten, die schon damals die Echtheit dieser Geschichte anzweifelten, tun dies auch in diesem Fall, so dass sich Jill entschließt, auf eigene Faust zu ermitteln. Denn es gilt zu beweisen, ob sie sich alles einbildet, oder der gefährliche Täter wirklich existiert.

Gone ist ein solider Psychothriller, der sich alleine schon wegen seiner tollen Hauptdarstellerin lohnt. Die Rolle der psychisch kranken Jill ist der jungen Amanda Seyfried wie auf den Leib geschrieben. Perfekt verkörpert sie bis in die feinste Nuance eine junge, zwar äußerlich toughe, aber innerlich verwirrte Frau, die sich nicht sicher sein kann, ob ihre Umwelt, oder sie spinnt. Kann sie ihren Instinkten trauen, oder ist alles nur Einbildung?
Genau dieser Aspekt verschafft der Geschichte ihren Reiz, denn auch der Zuschauer ist immer wieder hin- und hergerissen. Dies ist es, was dem Film auch seinen subtilen Spannungsbogen beschert. Man setzt hier weniger auf hohes Tempo und massig Action, sondern spielt eher mit der Unsicherheit des Zuschauers.

Die Blu-ray des Films Gone erscheint bei Splendid Film und präsentiert den Thriller in einer bestechenden Bild- und Tonqualität! Zusatzinformationen befinden sich im Bonussektor und bestehen aus einem zwölf Minuten langen Feature mit Szenen vom Dreh, zwei Trailern und einer Programmübersicht.

Gone ist ein wendungsreicher Thriller, welcher von dem brasilianischen Regisseur Heitor Dhalia (À Deriva, Nina) subtil und mit einem feinen Gespür für Atmosphäre und Spannung inszeniert wurde. Seinen Fokus legt er dabei nahezu komplett auf seine Hauptdarstellerin Amanda Seyfried (In Time, Red Riding Hood), welche in ihrer Rolle erneut überzeugen kann.
Es ist erfreulich, dass hier auf allzu explizite Gewaltdarstellungen verzichtet wurde, und man sich eher bemüht hat, einen psychologisch aufgebauten Thrill durch die Inszenierung und das Drehbuch zu erlangen. Dies gelingt auch über lange Strecken wirklich gut, ist aber nicht durchgängig zu spüren, so dass es zwischendurch zu leichten inhaltlichen Hängern kommt, in welchen die Story auch nicht immer logisch erscheint.
Wer sich mal wieder zwischen all den hektisch gefilmten Action-Thrillern einen angenehm unaufgeregten, eher subtil inszenierten Film anschauen möchte, der von einer überzeugenden Jungschauspielerin sehr gut getragen wird, der sollte sich unbedingt Gone anschauen.

Christian Funke-Smolka