“Greta” (Capelight Pictures)

“Greta” (Capelight Pictures)

Frances (Chloë Grace Moretz) findet eine Handtasche in der New Yorker U-Bahn und zögert nicht, sie der rechtmäßigen Besitzerin nach Hause zu bringen. Die Tasche gehört der eleganten Witwe Greta (Isabelle Huppert), die sich sehr über den Besuch der jungen Frau freut. Schnell freundet sich Frances mit der älteren Dame an, denn das Schicksal scheint zwei einsame Seelen zusammengeführt zu haben. Doch schon bald findet sie heraus, dass Greta ihre Handtaschen nur als Köder auslegt, um die ehrlichen Finder zu sich zu locken…

Oscar®-Preisträger Neil Jordan, der Klassiker wie „The Crying Game“, „Interview mit einem Vampir“ und „Die Zeit der Wölfe“ geschaffen hat, inszeniert in seinem neuen Psychothriller GRETA das verhängnisvolle Aufeinandertreffen zweier ungleicher Frauen. Chloë Grace Moretz („Suspiria“, „Die Wolken von Sils Maria“, „Kick-Ass“) spielt die ahnungslose Frances, die für ihre Ehrlichkeit bitter bestraft wird und in die Fänge der psychopathischen Stalkerin Greta gerät. Diese wird von der mehrfach preisgekrönten französischen Ausnahmeschauspielerin Isabelle Huppert („Elle“, „Happy End“, „Die Klavierspielerin“) gespielt, die mit ihrer intensiven Darstellung für reichlich Gänsehaut sorgt. In weiteren Rollen sind in diesem packenden Katz-und-Maus-Spiel Maika Monroe („It Follows“, „The Guest“) und Stephen Rea („Michael Collins“, „The Honourable Woman“) zu sehen. GRETA feierte auf dem Toronto International Film Festival 2018 Weltpremiere.

© Capelight Pictures

Meinung zur Veröffentlichung:

Die junge Kellnerin Frances McCullen (Chloë Grace Moretz) findet in der U-Bahn die Handtasche v der älteren und alleinstehenden Greta Hideg (Isabelle Huppert). Als sie ihr diese zuhause vorbeibringt, freundet sich die junge Frau mit Greta an. Beide scheinen Seelenverwandte zu sein, die sich, sehr zum Missfallen von Frances WG-Kollegin Erica Penn (Maika Monroe), wunderbar ergänzen. Doch schon sehr bald zeichnet sich ein krankhaftes Kontaktverhalten bei Greta ab…

Der irische Filmemacher Neil Jordan, der seit den frühen 1980’ern aktiv ist, hat uns mit Filmen wie Mona Lisa, The Crying Game oder The Butcher Boy schon so manche Filmperle beschert. Hier nun präsentiert er uns sechs Jahre nach seinem letzten Film Byzantium einen Ausflug in das klassische Psychothriller-Genre. Dabei erhält er Unterstützung von drei starken Hauptdarstellerinnen, allen voran Isabelle Huppert als titelgebende Greta, jedoch mindestens genauso überzeugend Chloë Grace Moretz als anfänglich etwas zu gutmütiges Opfer und Maika Monroe als ihre WG-Partnerin. In Greta, basierend auf dem Roman und späteren Drehbuch von Ray Wright, bedient sich der Regisseur der Stilmittel des Genres und erinnert in seinen starken Momenten an die großartigen Roman Polanski und Alfred Hitchcock. Ihm gelingt es, eine eigentlich simple und gradlinige Geschichte so aufzubauen, dass die Spannungsschraube gnadenlos angezogen wird und dass man sich als Zuschauer, dem die unterschiedlichen Versatzstücke eigentlich bekannt sind, nur sehr schwer entziehen kann. Die subtile Inszenierung wird getragen von der angenehm unaufdringlichen aber trotzdem virtuosen Kameraführung von Seamus McGarvey (Life, We Need to Talk About Kevin) und dem stimmigen Score von Javier Navarrete (Pans Labyrinth, Mirrors). Greta ist ein perfider, angenehm hinterhältiger und wirkungsvoller Thriller, der mich gut unterhalten hat

Greta erscheint bei Capelight Pictures auf DVD, Blu-ray und Video on Demand. Die mir zur Ansicht vorliegende Blu-ray befand sich in Bild (2,39:1/1080p) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 5.1) auf einem qualitativ überzeugenden Niveau, im Bonusbereich gab es neben dem Trailer und Programmhinweisen noch neun entfallene Szenen, das vierminütige Special „Gretas Freunde & Feinde“ und das einminütige Featurette „Die Geschichte von Greta“.

Mit Greta präsentiert Neil Jordan einen Psychothriller, der sich inhaltlich minimalistisch auf die Kerngeschichte fokussiert und damit ein Maximum an Spannung erzeugt. Dies ist einer virtuosen Kameraführung, hervorragenden Hauptdarstellern und einem subtil wirkenden Score zu verdanken. Für mich ein kleines aber feines Highlight, welches gekonnt die Spannungsschaube immer weiter anzieht und einem kaum Luft zum Durchatmen lässt. Von mir gibt es eine klare Empfehlung!

Christian Funke