Guerrilla War - Gefangen in der Hölle

Guerrilla War – Gefangen in der Hölle

Guerrilla War
(Splendid film)

Das südamerikanische Kolumbien ist geprägt von einer erschreckend hohen Armut in der Bevölkerung. Dadurch herrscht auf der einen Seite eine sehr hohe Kriminalität, erschwerend dazu kommen noch die seit Jahrzehnten andauernden Konflikte zwischen linksgerichteten Guerrillatruppen und den rechtsgerichteten Paramilitärs. Beide Gruppierungen zeichnen sich durch eine hohe Gewaltbereitschaft und unzählige Menschenrechtsverletzungen aus.
Gerade die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) auf der Seite der Linken sind verantwortlich für eine hohe Anzahl an Morden, Rekrutierung von Kindersoldaten und Entführungen von Zivilpersonen.Der kolumbianische Regisseur Rafael Lara widmet sich in seinem Langfilmdebüt Guerrilla War einem auf wahre Begebenheiten beruhenden Entführungsfall, in dem Eduardo, kolumbianischer Student aus einer wohlhabenden Familie auf einer Tour mit seinem Freund von FARC-Rebellen verschleppt wird, damit seine Eltern die übliche „Kriegssteuer“ für seine Freilassung zahlen.
Ständige Lagerwechsel im Dschungel, die permanente Gewalt und nachvollziehbare Angst, aber auch die Ungewissheit über seine Situation lassen Eduardo an den Rand seiner Belastbarkeitsgrenzen kommen. Auf der anderen Seite lernt er seine Entführer durch den engen Kontakt besser kennen und erfährt mehr über ihre Gedanken, Ideale und Sichtweisen. Hierauf richtet sich dann auch das Hauptaugenmerk des Filmes. Immer mehr wechselt die Sichtweise weg vom Opfer hin zu den Beweggründen der Guerrillas.
Hierbei gelingt es dem Regisseur, dem Zuschauer neben der Sympathie für das Opfer auch die Lebensumstände der Rebellen näherzubringen, so das man gezwungen ist, sich über das Gesehene auch lange über das Filmende hinaus noch seine Gedanken zu machen! Hier liegt die wahre Stärke des Filmes, eben nicht in Klischees zu wühlen und das Schubladendenken des Zuschauer zu bedienen, sondern neutral an die Geschichte heran zu gehen und dem Zuschauer eine eigene Meinung zuzutrauen.

Guerrilla War – Gefangen in der Hölle ist dabei ein fesselnder Film, der durch seine überzeugenden Darsteller und die unglaublich gefilmte Landschaft auf ganzer Linie zu überzeugen weiß. Splendid film beweist hier erneut ein gutes Gespür für herausragende Filme, die sich an brisante Themen heranwagen und somit auf den Zuschauer eine nachhaltige Wirkung haben. Für mich ist Guerrilla War ein faszinierender und fesselnder Film, den ich jedem interessierten Zuschauer unbedingt empfehlen kann!

CFS