“Harpoon” (Koch Films)

“Harpoon” (Koch Films)

Regie:

Rob Grant

Darsteller:

Munro Chambers, Christopher Gray, Emily Tyra u.a.

Zwei Männer, eine Frau, ein Boot und eine Harpune: Was zum entspannten Versöhnungsausflug auf dem Meer werden sollte, wird zum gnadenlosen Überlebenskampf, als der Motor des Bootes ausfällt. Denn unter äußerster Anspannung kommen in dieser ausweglosen Lage die tiefen Risse in der Beziehung der Urlauber wieder zum Vorschein. Es dauert nicht lange, bis das Blut fließt und die Harpune eine unerwartete Verwendung findet…

OPEN WATER mit vermeintlich besten Freunden: Die pechschwarze Komödie nutzt ihr klaustrophobisches Setting für den maximalen Spannungseffekt – und nagelte die Zuschauer auf den großen Genrefestivals in ihre Sitze. HARPOON liefert frisches Genrekino vom Feinsten und führt den Zuschauer dabei gekonnt an der Nase herum.

© Koch Films

Meinung zur Veröffentlichung:

Richard (Christopher Gray), schwerreich und cholerisch, hat einiges gutzumachen. Nachdem er seinen Freund Jonah (Munro Chambers) bezichtigt, eine Affäre mit seiner Freundin Sasha (Emily Tyra) zu haben, prügelt er ihn windelweich. Um den Faux pax wiedergutzumachen, lädt er die beiden zu einem Tagesausflug auf seine Yacht ein. Doch statt bei Sonne, Meer und ein paar Bierchen zu entspannen, eskaliert die Situation vollends…

Hier mehr von der Geschichte zu verraten, wäre unfair und würde einem so manche Überraschung nehmen. Auch die titelgebende Harpune, die eigentlich eine Speargun ist, kommt genau genommen nur zu Beginn des Films vor, dient aber als relevanter Aufhänger, um die Geschichte in Gang zu bringen. Regisseur Rob Grant (Alive), der hier auch als Drehbuchautor (gemeinsam mit Mike Kovac) und Cutter fungiert, präsentiert mit Harpoon einen ungewöhnlich in Szene gesetzten Film. Unterbrochen von bissig formulierten Kapitel-Texttafeln, dazu eingestreute s/w-Einspieler und ein herrlich zynischer Off-Kommentator, glänzt der Film mit drei herrlich aufgelegten Darsteller (-innen) und einer Story, die mehr Haken schlägt, als ein Hase auf der Flucht. Als Horrorkomödie bezeichnet, beinhaltet der Film eigentlich deutlich mehr und bietet neben Thrillerelementen ein phantastisch klaustrophobisches Setting eines Schiffes, welches auf offenem Meer defekt ist. Dazu eine Gruppe junger Menschen mit dunklen Geheimnissen und das Talent, all diese Zutaten zu einem sowohl unglaublich spannenden, aber auch wirklich bösen und witzigen Gesamtergebnis zu kombinieren machen aus Harpoon einen hervorragend funktionierenden, zu keiner Sekunde langweiligen Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

© Trailer: Epic Pictures Group

Harpoon (Originaltitel: Harpoon, Kanada 2019) erscheint uncut mit einer FSK18-Freigabe bei Koch Films. Löblicherweise wird der Film gleichzeitig als DVD, Blu-ray und in zwei sehr stylischen Collector’s Edition-Mediabooks veröffentlicht, so dass wirklich jeder Filmfan seine Wunschversion erwerben kann. Mir lag die Blu-ray zur Ansicht vor, die in Bild (1,78:1/1080p) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 5.1) auf einem durchweg soliden Niveau überzeugen konnte. Im Bonusbereich befanden sich eine fünfminütige B-Roll, eine Bildergalerie, ein halbstündiges Behind-the-Scenes-Featurette mit Interviews, drei entfernte Szenen und diverse Trailer.

Mit Harpoon präsentiert Rob Grant ein stilsicher inszeniertes, derbes, schwarzhumoriges und ziemlich blutiges Kammerspiel, welches mit grandiosen Darstellern und einer überraschenden Story überzeugen kann! Ich bin ohne große Erwartungen auf den Film zugegangen und muss sagen, dass er mich komplett überrollt hat. Ein herrlich fieser Genrebeitrag, den ich unbedingt empfehlen kann!

Christian Funke