Hatchet III (Sunfilm Entertainment/ Tiberius Film)

Hatchet III (Sunfilm Entertainment/ Tiberius Film)

Nachdem Marybeth den Psychopathen Victor Crowley getötet hat, wird sie in eine naheliegende Polizeistation gebracht. Doch dort fällt der Verdacht der grausamen Morde auf sie zurück. WCoverährenddessen werden die vermeintlich leblosen Überreste Crowleys von einem SWAT-Team aus dem Sumpf geborgen. Doch der Geist des Killers ist längst nicht ganz ausgeschaltet. Crowley kehrt zurück, um sich neue Opfer zu holen. Um ihre Unschuld zu beweisen und dem Spuk endlich ein Ende zu setzen, schließt sich Marybeth der Journalistin Amanda an. Diese glaubt, Crowley vernichten zu können, indem sie die Asche seines Vaters findet.

Auch beim letzten Teil des Genre-Hits war Splatter-Spezialist Adam Green („Frozen“) wieder als Drehbuchautor mit von der Partie. In der Hauptrolle glänzt Danielle Harris aus Rob Zombie’s „Halloween 1+2“ als Marybeth neben Kane Hodder aus der „Freitag, der 13.“-Reihe, der erneut den unzerstörbaren Victor Crowley mimt. Der krönende Abschluss der HATCHET Trilogie um den berühmten Serienkiller feiert seine Deutschlandpremiere auf dem Fantasy Filmfest 2013.

Meinung zum Film:

Adam Green hat sich mit seinen bisherigen Filmen einen Namen als äußerst fleißiger und oftmals sehr solider Genre-Filmemacher erarbeitet, dem es gelingt, sowohl schwarzhumorige als auch ernsthaft-düstere Szenarien zu kreieren und dabei nicht unbedingt zimperlich ist, was die Form der Gewaltdarstellung betrifft. Ganz besonders seine Hatchet-Trilogie, die hier mit dem vorliegenden Teil abgeschlossen wird, hat es dabei den Freunden des härteren Films angetan. Das seine zeigefreudige Inszenierung jedoch nicht überall auf Gegenliebe stößt, war schon bei dem zweiten Film klar, denn schon dieser wurde um so manchen Schauwert entschärft. Dieses Schicksal ereilte nun auch Hatchet III, bei dem man etwa zwei Minuten für eine deutsche Veröffentlichung entfernen musste. Sunfilm Entertainment und Tiberius Film präsentieren diese Version in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität, der Bonussektor ist mit einem „Raising Kane“ – Feature über Kane Hodder, Bildern vom Dreh so wie einem Bericht über den Spaß am Set („Swamp Fun“) recht unterhaltsam ausgestattet.

Hatchet III, der von Adam Green produziert und von BJ McDonnell, der hier seinen Regieeinstand gibt, inszeniert wurde, schließt nahezu direkt an das Ende des zweiten Teils an. Wir treffen auf Marybeth (Danielle Harris), die sich nach der Ermordung des Schlächters Victor Crowley (Kane Hodder) in Polizeigewahrsam befindet. Dies ist nicht weiter verwunderlich, da Polizisten Menschen gegenüber erst mal skeptisch sind, wenn diese blutübersScenetrömt und mit einem abgetrennten Skalp in der Hand in ihrer Station auftauchen. Um die Leiche zu bergen, wird ein SWAT-Team ausgesandt, die sich jedoch statt einer Leiche einem wiedererweckten Monster gegenübersehen. Trotz der guten Ausrüstung müssen die Spezialkräfte schnell feststellen, dass man mit Crowley nicht sehr gut auskommen kann. Anscheinend ist Marybeth die einzige Person, die Crowley Einhalt gebieten könnte, somit muss sie sich genau dorthin begeben, wo sie eigentlich lieber nicht wäre: in die Sümpfe zu Crowleys Hütte.

Nun gut, inhaltlich kann man mit den Hatchet keinen Drehbuchpreis gewinnen. Das war jedoch auch nie das Ziel, denn es sollte eine Referenz an die Slasher-Filme der 80er sein, die ihre Massenmörder humorlos und tricktechnisch äußerst einfallsreich und zeigefreudig durch die Mengen an 71gftlT7I7L._SL1417_Kanonenfutter metzeln ließen. Charmant ist, dass man deshalb auch einige Darsteller eben dieses Genres für eine Beteiligung an Hatchet III gewinnen konnte. Neben Sid Haig (Haus der 1000 Leichen) schlüpft etwa Kane Hodder erneut in das Crowley-Kostüm, Danielle Harris (spielte schon in den klassischen Halloween IV & V, so wie in Rob Zombies Halloween I & II) verkörpert wieder die Heldin Marybeth und Caroline Williams (Rob Zombies Halloween) mimt die Journalistin.

Tricktechnisch wird trotz zwei Minuten Diskrepanz zur unzensierten Version und insgesamt 21 Schnitten immer noch einiges an handgemachten Effekten geboten, zudem ist die Atmosphäre stimmiger als beim direkten Vorgänger. Doch den Charme des ersten Teils kann auch Hatchet III nicht aufweisen, dafür bietet die Geschichte einfach nicht genug Futter. Somit ist auch dieser Teil ein zwar solider, atmosphärisch inszenierter aber letztendlich inhaltsarmer Film, der seinen Fokus auf die einfallsreiche Darstellung von Tötungssequenzen legt. Es bleibt nun abzuwarten, ob es den von Adam Green, der sich auch hier einen kleinen Cameo-Auftritt nicht nehmen lässt, angekündigten Special-Cut geben wird, der Hatchet I-III als einen überlangen, zusammenhängenden Film präsentieren wird.

Christian Funke-Smolka