Hatchet

Hatchet

Die Erwartungen waren hoch! Ich hatte damals viel über Hatchet gehört und gelesen, und der einhellige Tenor war, dass dies DIE Reanimation des Slasher-/Horrorfilmes sei, einer der derbsten, brutalsten Verbeugungen vor dem Genre, welches in den 80´er Jahren des letzten Jahrhunderts mich, wie tausende andere Gleichgesinnte, mit seiner unnachahmlichen Holzhammermethode an diese Art Film herangeführt hatte.

Was Regisseur Adam Green in seinem damals zweiten Langfilm (und der Erfahrung von fünf Kurzfilmen im Rücken) aus dem Hut zaubert, ließ auf den ersten Blick ein wenig Enttäuschung aufkommen.
Nach einem ersten blutigen Einstieg schwenkt die Handlung auf eine Gruppe mehr oder weniger unsympathische Touristen, die beim alljährlichen Mardi Grass eine Tour durch New Orleans Sümpfe planen. Es folgt die übliche Vorstellungsrunde der einzelnen Protagonisten, die so schon hunderte Male in ähnlichen Filmen vorkam. Freundlich Gesinnte würden hier sagen, dies ist wahres back to the roots, ich persönlich fand es ein wenig simpel, denn auch bei einer Verbeugung vor dem Genre kann man den Einstieg ein wenig spannender und innovativer gestalten. Hier wird also kruder Humor mit einer bunt gewürfelten Gruppe gepaart, bis dann die übliche Hintergrundgeschichte über einen entstellten, zurückgebliebenen Einheimischen erzählt wird, der nach diversen negativen Kontakten zur restlichen Gesellschaft seine Runde durch die Sümpfe auf der Suche nach Opfern macht. Victor Crowley, so der Name der mysteriösen Kreatur, wird dabei vom großartigen Schauspieler und Stuntman Kane Hodder (spielte den Jason Voorhees, aber auch in vielen anderen Genreproduktionen wie The Devil´s Rejects tauchte er regelmäßig auf) gespielt. Diese Ikone des Horrorfilms tritt hier in einer Doppelrolle als Killer und gleichzeitig als sein kurzzeitig auftretender treu sorgender Vater auf. Dazu gesellen sich noch Robert Englund (Freddy Krüger) und Tony Todd (Candyman) in kleinen Cameos, was dem Film in Genrekreisen vorab schon einen nahezu legendären Ruf beschert hat.
Was macht Hatchet nun zu einem Film, der mich, und viele andere Fans trotz der eben genannten Mängel total begeistert? Was nach der ersten halben Stunde der Einführung der Hauptcharaktere folgt, ist ein dermaßen schonungsloses, brachiales auslöschen der Protagonisten, das dem geneigten Zuschauer schier die Spucke wegbleibt. Hier wird nach allen Regeln der Kunst explizit geschlachtet, dabei die Kamera schonungslos drauf gehalten und mit deftigen Effekten garniert, dass es eine wahre Freude ist. Die Story ist dabei nicht sonderlich innovativ, liefert aber nur ironisch böse Stichworte für gemeine Schockmomente, die dabei auch hervorragend funktionieren.
Der Film selber ist dabei sehr kurz, aber dies gestaltet sich hier als Vorteil, da die Story dadurch auf das Nötigste gestrafft ist, dass keine langatmigen Hänger entstehen. Somit ist Hatchet ein runder, griffiger Film geworden, der über seine knappen 80 Minuten sehr gut unterhalten kann. Dieser Film ist somit eine Verbeugung vor und gleichzeitig ein würdiger Vertreter des Slasher – Genres geworden, der in der zweiten Hälfte gut und spannend unterhält, und das gezeigte Gorelevel permanent hoch hält.
Die Firma Sunfilm zeigt mit der hier vorliegenden Blu ray wieder ihr Können, und liefert diesen kleinen aber letztendlich feinen Partyfilm in der ungeschnittenen Fassung mit einem sauberen und auch in den dunklen Szenen klarem Bild und wuchtigem Sound. Neben dem Audiokommentar von Regisseur Adam Green und Kameramann Will Barratt gibt es extra für die Blu ray – Veröffentlichung noch einen Audiokommentar vom Regisseur und dem Darsteller Kane Hodder.
Freunde des Genres, oder jeder, der einfach nur einen herrlich kurzweiligen Unterhaltungsfilm für ein erwachsenes Publikum mit stabilen Magen mag, sollte hier sofort zugreifen, da Hatchet wirklich rockt!!! Am Besten direkt im Doppelpack mit dem mittlerweile erschienen Hatchet II!

(Sunfilm/ Tiberius Film)

CFS