Helden des Polarkreises (Pandastorm Pictures)

Helden des Polarkreises (Pandastorm Pictures)

 

Finnische Filme haben irgendwie fast immer etwas lakonisch-schwermütiges. Irgendwie bewegen sich alle mir bekannten filme immer zwischen Suff und Galgenhumor, gepaart mit trockenem Humor und einer großen Prise Depression.

Helden des Polarkreises von Regisseur Dome Karukoski verändert meine Meinung mit diesem Film auch nicht wirklich. Seine Geschichte spielt im tiefsten Winter, es ist saukalt, permanent dunkel und unterbevölkert. Was bleibt unserem Protagonisten Janne, einem ziemlichen Schluffi, also anderes übrig, als übermäßig viel Alkohol zu trinken und TV zu gucken. Dumm nur, dass man im Dorf das Analog-TV abstellt. Finanziell ausgerüstet durch seine Freundin Inari soll er sich nun aufmachen, einen Digital-Receiver zu besorgen, denn diese möchte auf keinen Fall den Film „Titanic“ im Abendprogramm verpassen. Was aber ein echter Kerl ist, lässt sich nicht durch eine Filmschnulze und die Freundin unter Druck setzen. Er investiert das Geld in Bier, und hat so zwar einen kurzweiligen Spaß mit Freunden, am Abend aber Stress mit der Freundin. Diese setzt ihm ein Ultimatum. Bis zum nächsten Morgen hat er den Digital-Receiver, oder sie verlässt ihn. Somit heißt es für Janne und seine Freunde Ralle und Kanne, sich schnell was zu überlegen. Sie machen sich auf den gefährlichen Weg, allen Widrigkeiten zum Trotz den Receiver zu besorgen.

Der Film Helden des Polarkreises zeichnet sich vor Allem durch seine liebevolle Figurenzeichnung aus. Treffsicher und hintersinnig-humorvoll beschreibt er das Leben an diesem eher kargen Fleck. Ob dies der Selbstmörderbaum ist, der einsam am Dorfrand steht, und in welchem sich immer ein Strick bereithängt, oder die Probleme, die unsere Helden auf ihrem Roadtrip zu meistern haben. Das alles ist leitfüßig und charmant inszeniert, so dass man als Zuschauer eine amüsant-skurrile Geschichte erzählt bekommt.

Die Blu-ray aus dem Hause Pandastorm Picture liefert Helden des Polarkreises mit einer sehr guten Bild- und Tonqualität. Der Bonussektor ist reich bestückt an informativen Beiträgen. Neben einer persönlichen und sehr sympathischen Einführung des Regisseurs vor dem Hauptfilm findet man noch geschnittene Szenen, Bilder vom Dreh, Bilder von der Premiere in Helsinki, eine Vorstellung der Charaktere, zwei Musikvideos und den Originaltrailer plus Programmshow vor.

Regisseur Dome Karukoski serviert uns hier ein finnisches Roadmovie, welches ganz in der Tradition der klassischen Kaurismäki-Filme seine Protagonisten auf für den Zuschauer skurril-humorvolle Weise scheitern, aber auch daran wachsen lässt. Dabei sind die Verlierer und Underdogs aber so liebevoll porträtiert, dass man mit ihnen gemeinsam leidet und lacht. Ein Film der absurden, eher stillen Momente, die das Leben, und Film ist ja bekanntlich ein Abbild des Lebens, aber spannend und liebenswert machen.

Christian Funke-Smolka