Hooligans 3: Never Back Down (Ascot Elite Home Entertainment)

Hooligans 3: Never Back Down (Ascot Elite Home Entertainment)

CoverVor Jahren hat Danny sein Viertel und die Kumpel von der Westham Firm verlassen, um Kampfsport-Profi zu werden. Seine Karriere beweist, dass er das Richtige getan hat. Zweifel kommen ihm erst, als sein Bruder erschlagen wird. Eigentlich wollte er immer für Joey da sein, doch jetzt ist er tot. Danny kehrt nach Hause zurück und nimmt Kontakt zur alten Gang auf. Viel hat sich verändert in der Szene. Statt wilder Straßenschlägereien finden durchorganisierte Kämpfe statt. So etwas wie eine Liga ist entstanden und um die Platzierungen herum floriert das Wettgeschäft. Kämpfer auf Profi-Niveau dominieren, die altgedienten Hooligans können da nicht mithalten. Joey war hier sehr aktiv und irgendwo sind auch die Männer, die ihn getötet haben …

Schluss mit spontanen Straßenschlägereien unter Freizeitkämpfern! Die Hooligan-Szene ist organisiert, hochtrainierte Fighter treten auf Profi-Niveau in geregelten Liga-Kämpfen gegeneinander an. Das ist ein deutlich härterer Filmstoff als Gruppenprügeleien am Samstag Nachmittag nach dem Spiel. Deshalb hat auch einer der versiertesten MMA-Sportler unter Englands Action-Darstellern die Hauptrolle übernommen. Scott Adkins, bekannt geworden mit den Kampfsportstreifen „Undisputed II: Last Man Standing“ und „Undisputed III: Redemption“, ist Kickbox-Instructor und ausgebildeter Schauspieler mit Hongkong-Erfahrung. In der Hochburg der Martial-Arts-Filme hat er seine ersten wichtigen Schritte ins Filmbusiness getan. Inzwischen kennt auch Hollywood seinen Namen. Nach einem Part in „Zero Dark Thirty“ ist er gerade als König Amphitryon für Renny Harlins „Hercules 3D“ vor der Kamera gestanden. Wenn Scott Adkins im Mittelpunkt eines Films steht, sind tolle Kampfszenen angesagt!

Meinung zum Film:

Als 2005 der Genre-Film „Holigans“ erschien, war er eine sowohl intensive wie gut inszenierte Sicht auf die brutale Welt einiger Fußball-Fans. Auch wenn er eigentlich eine Mahnung gegen die sich iSzene 1n Gruppen bildende Gewalt darstellte, wurde er von vielen als „Schlägerfilm“ gesehen. Dieses Vorurteil wurde natürlich durch die nachfolgende Verfilmung „Hooligans 2 – Stand Your Ground“ weiter gestützt. Aus diesem Grunde überrascht es ein wenig, dass sich nun Hooligans 3 – Never Back Down inhaltlich einige Schritte hin zum Original zurückbewegt und hier versucht, Verbindungen zu knüpfen.

Scott Adkins verkörpert den ehemaligen Hooligan Danny, der sowohl aus seiner Gang ausgestiegen, als auch das Viertel verlassen hat. Doch als er von dem Tod seines jüngeren Bruders hört, kehrt er zurück, um die Hintergründe des Mordes aufzuklären.

Was wir hier von Regisseur James Nunn präsentiert bekommen, ist ein inhaltliches Grundgerüst, welches die Vorlagen für satte Kämpfe liefert. Jedoch bedient er sich dabei einer, für einen Film dieser Gattung erstaunlich hohen Anzahl an meist etwas hölzern wirkenden Dialogen. Unter Verwendung von Rückblenden bemüht er sich, der Story inhaltliche Tiefe zu verpassen. Dies funktioniert jedoch nur bedingt, ist aber für einen Kampffilm völlig ausreichend. Denn was hier primär für den Genre-Freund interessant ist, sind die Kämpfe, und die sind sauber und hart in Szene gesetzt.

Hooligans 3 – Never Back Down erscheint in zwei Versionen. Einmal haben wir die in den härtesten Szenen zensierte FSK-Version, auf der anderen Seite haben wir die von der SPIO JK geprüfte unzensierte Fassung, die bei Ascot Elite in der Extreme Edition in einem schicken Schuber veröffentlicht wird. Die Blu-ray gibt sich in Bild und Ton keine Blöße, im Bonusbereich befindet sich neben einem knapp 13 Minuten langen „Behind the Scenes“-Feature mit Szenen vom Dreh und Interviews noch der Originaltrailer und eine Programmshow.

Eigentlich ist Hooligans 3 – Never Back Down ein unterhaltsames, teils sehr grobes B-Movie, welches solide inszeniert wurde. Schwächen in den Dialogen und die Bedienung einiger Klischees überraschen bei Produktionen dieser Art nicht, somit erleben wir einen gewohnt guten Scott Adkins in einem unterhaltsamen und ordentlich choreografierten Kampf – Film, der für einen gepflegten Herrenabend durchaus geeignet ist.

Christian Funke-Smolka