Howling - Die Werwolf Collection  (Euro Video)

Howling – Die Werwolf Collection (Euro Video)

Die 80er Jahre waren wohl DAS Jahrzehnt des Werwolf-Films. Der wohl bekannteste Vertreter des Genres ist der Klassiker An American Werewolf.
Zeitgleich erschien aber ein Film ähnlicher Thematik in den Kinos, der den damals 35 Jahre alten Regisseur Joe Dante (Gremlins 1 & 2) endgültig in den Olymp der Genrefilmer katapultieren sollte: The Howling – Das Tier!
Aufsehen erregte er schon drei Jahre vorher mit dem herrlichen B-Movie Piranhas, legte mit dem Ramones Rock-Musical Rock `n` Roll Highschool nach, um dann mit einem relativ geringen Budget einen Meilenstein zu kreieren. Für die damalige Zeit sehr gute Effekte von Rob Bottin, überzeugende Schauspieler und eine geschickte Kombination von Gothic-Elementen, die er in die Gegenwart transportierte ergaben in Summe einen sehr atmosphärischen und überaus spannenden Vertreter dieses Genres nach einem Roman des Autors Gary Brandner.

Beginnend wie ein klassischer Thriller versucht die TV-Journalistin Karen White (Dee Wallace) als Köder einen Triebtäter zu überführen. Die Situation eskaliert jedoch und Karen wird seitdem von Alpträumen und Visionen geplagt. Aus diesem Grunde fährt sie in ein abgelegenes Sanatorium, um sich in der dortigen „Gemeinschaft“ auszukurieren. Doch die Gemeinschaft hütet ein schreckliches Geheimnis, welches jedes Mal bei Vollmond auftritt.

The Howling – Das Tier war ein preisgekrönter großer Erfolg, so dass man sich entschloss, vier Jahre später eine Fortsetzung zu drehen. Joe Dante hatte jedoch hiermit nichts mehr zu tun, dafür gelang es Regisseur Phillipe Mora, den großartigen Christopher Lee (Der Herr der Ringe, Star Wars, die legendären Hammer-Filme) für die Hauptrolle zu engagieren. The Howling II knüpft nahtlos an den Vorgänger an, kann das Niveau aber leider nicht halten. Man merkt dem Film sein geringes Budget an, zudem setzt er wesentlich mehr auf die nackten Brüste seiner Hauptdarstellerin Sybil Danning (Schulmädchen-Report) als auf das Talent von Christopher Lee oder überzeugende Effekte und Settings, so dass er zwar deutlich weniger Atmosphäre als das Original hat, aber durch seinen teils etwas unbeholfenen B-Movie-Charme einiges wett macht.

Anscheinend hatte sich Regisseur Phillipe Mora in die Thematik vernarrt, drehte er doch zwei Jahre später The Howling III, der nun aber so gar nichts mehr mit dem Original von Joe Dante gemein hatte. Stattdessen wurde versucht, dem Thema „Werwolf“ eine neue Seite abzugewinnen, indem man eine neue Rasse von Wölfen einführte, die ihren Nachwuchs in einem Beutel am Bauch herumträgt. Diese Werwolf – Rasse verwandelte sich mittlerweile bei jeglicher Form von Lichtblitzen, was einen Discobesuch für einen Infizierten zu einem denkbar gefährlichen Unterfangen machte.
Die Verantwortlichen merkten wohl selber schnell, dass dieser Ansatz eher fragwürdig ist, und versuchten, dem Film einen humorigen Unterton zu geben, um die Geschichte etwas zu entzerren. Trotzdem ist The Howling III nur mit einer Menge an Kaltgetränken unterhaltsam.

Trotzdem wurde nun in immer kürzeren Abständen eine Fortsetzung nach der nächsten gedreht. The Howling IV (1988) und The Howling V (1989) als auch The Howling VI – The Final Attack (1991) nutzten die Genretypischen Versatzstücke mal mehr, mal weniger, um jeweils eigenständige Geschichten zu erzählen. Interessant ist aus meiner Sicht The Howling V, da man hier eher Richtung Thriller oder Giallo schielte, der Werwolf eigentlich auch kaum zu sehen ist, und somit eine interessante filmische Mischkombination ergibt, die zwar wieder nichts mit dem Original zu tun hat, der es aber gelingt, eine stimmige Atmosphäre aufzubauen.

Euro Video veröffentlicht alle sechs hier vorgestellten Teile in der Werwolf Collection, wobei man jeweils zwei Filme auf eine Disc packte. Bild und Ton der jeweiligen Filme wurden für die Veröffentlichung gut bearbeitet, so dass ein natürliches, klares Bild und ein sauberer, gut verständlicher Sound vorliegen. Der Bonusbereich besteht jeweils aus einem Originaltrailer und einer Programmübersicht. Leider konnte man bei dem zweiten und fünften Teil nur auf die gekürzten Versionen zurückgreifen, hier wäre eine uncut-Version natürlich wünschenswert gewesen.

Die Werwolf Collection bietet eine unterhaltsame Sammlung der The Howling-Filme, wobei qualitativ der Originalfilm weit über den Nachfolgern steht, aber diese auch (mal mehr, mal weniger) gut unterhalten können und ihren eigenen Charme besitzen. Fans, die das Original oder die Nachfolger noch nicht besitzen, sollten bei dieser Sammlung unbedingt zugreifen, denn hier stimmen Preis und Leistung sehr gut.

Christian Funke-Smolka