I Saw The Devil

I Saw The Devil

Die Rachethematik wird in der aktuellen Kinolandschaft ja wieder groß geschrieben, aber niemand beherrscht dieses Genre so perfekt wie die Koreaner. Selten bekommt man als Zuschauer die Chance, diese Thematik so intensiv und mitreißend aufgearbeitet zu sehen, wie in den koreanischen Beiträgen. Der vorliegende I Saw The Devil von Regisseur Jee-won Kim (Bittersweet Life, The Good, the Bad & the Weird) jedoch hievt das Genre auf einen neuen Höhepunkt. Noch nie sah ich eine solch explosive Mischung, welche an Intensität und Härte kaum zu überbieten sein dürfte. Die dem Regisseur typische anspruchsvolle Ästhetik ist in jeder Szene sichtbar, was die Vermischung von Rache- Horror- und Folterfilm jedoch um so schmerzhafter macht, bewegt sich das Ganze doch auf einem visuellen und inhaltlich hohen Niveau.

Die Geschichte handelt von der jungen Joo-yeon, welche während einer Reifenpanne von dem eher unscheinbaren Jang Keyong-cheol (Choi Min-sik, Oldboy) in der idyllischen Schneelandschaft brutal ermordet wird. Ihr Verlobter Kim Soo-hyeon (Lee Byeong-heon, A Bittersweet Life), im Staatsdienst tätig, schwört Rache. Er nimmt sich urlaub, aber nicht um seinen seelischen Schmerz zu verarbeiten, sondern um den Täter zu finden. Nach einigen Irrungen und falschen Verdächtigten gerät er an Jang, um diesen zu bestrafen, aber nun auch selbst ein perfides Spiel zu spielen. Er stattet den Serienmörder mit einem Sender aus, damit er ihn immer finden kann. Dies macht er fortan auch, und nutzt seine jetzige Machtposition, um Jang überraschend zu überfallen und zu bestrafen. Dieser kann sich jedoch wehren, schlimmer noch, er findet Gefallen an diesem Katz und Maus – Spiel.
Was dem Zuschauer hier geboten wird ist harte Kost. Wird im ersten Teil des Filmes die Gewalt nur angedeutet, und spielt sich eher im Kopf des Betrachters ab, steigert sich dies im Verlauf des Filmes parallel zum angezogenen Tempo der Geschichte. Immer deutlicher wird hier auch visuell dargestellt, wie sich unsere Protagonisten in einer abwärts führenden Spirale immer schneller auf ihren persönlichen Untergang hinbewegen. Das dies dabei jedoch nie zu einem primitiven Folterfilm verkommt ist hier den grandiosen Darstellern zu verdanken, welche in allen Teilen des Filmes eine hervorragende Leistung zeigen. Dazu die virtuose Kunst des Regisseurs, welche dazu führt, dass dem Zuschauer ein echtes Meisterwerk geboten wird.
Splendid film präsentiertnun sowohl in einer geschnittenen Version (es war klar, dass die FSK keinen Spaß an dieser Thematik hat), aber vorbildlicher weise auch in der vorliegenden ungeschnittenen Version im Rahmen ihrer Black Edition! Bild und Ton sind hier erneut perfekt! Im Bonusbereich findet der Zuschauer ein Making of, welches Szenen vom Dreh bietet. Dazu gesellen sich noch Interviews mit dem Regisseur und den Hauptdarstellern, diverse Trailer und TV-Spots und eine Programmschau.
I Saw The Devil ist ein beeindruckender, wenn auch wirklich unangenehmer Film, der durch seine düstere Thematik und der entsprechenden Umsetzung ein wirklich schmerzhafter Film ist, aber gleichzeitig als Meisterwerk betrachtet werden kann! Ein Film mit der Wirkung eines Vorschlaghammers, der beim Zuschauer noch lange nachwirken wird!

I Saw The Devil
(Splendid film)

CFS