Immortal (Sunfilm Entertainment)

Immortal (Sunfilm Entertainment)

 

Hier nun ein weiterer Vertreter der Gattung: Computergenerierte Filme und der Zahn der Zeit!
Comicvisionär Enki Bilal bekam die eher seltene Chance, seine Graphic Novel Immortal in einem eigenen Film zu verarbeiten. Da seine Vision aber drohte, jedes Budget zu sprengen, entschloss er sich, fast den gesamten Film am Computer zu erstellen. So gelang es ihm, den Comic-Look seiner Drei-Etagen Welt mit schwebenden Fahrzeugen, Pyramiden, Mutanten und künstlich veränderten Menschen in den Film zu retten. Doch kommen wir zuerst zur Geschichte.

Wir schreiben das Jahr 2095, Lichtgott Horus hat nur noch sieben Tage zu leben, weshalb er alles versucht, das Überleben seiner Rasse zu sichern. Er sucht ein weibliches wesen mit speziellen Merkmalen, welche seinen Nachwuchs austragen soll. Diese findet er in Jill, den männlichen Gegenpart, dessen Körper ihm als menschlicher „Wirt“ zu Verfügung stehen soll, findet er im kämpferischen Nikopol. Einziges Problem, Anarchist Nikopol befindet sich auf der Flucht und wird von einer unüberschaubaren Zahl an Gegnern gejagt.

Die Geschichte versucht Mythen mit Science Fiction zu verschmelzen, was ihr zum Teil gelingt, jedoch an dem Problem leidet, nicht für alle Ansätze eine adäquate Antwort liefern zu können, und das Hauptproblem: ein guter Comic ist noch lange kein guter Film! Bei Comic-Dialogen liegt oftmals in der Kürze die Würze, aber in einem Film passiert es schnell, dass so was dann gestelzt und unecht klingt. Zudem bleiben einem als Zuschauer die Charaktere seltsam fremd, es gelingt nur sehr selten, so etwas wie Empathie für die Personen zu entwickeln.

Nun zum Stil des Filmes. War das Gezeigte zur zeit seiner Veröffentlichung ein für sein Budget bahnbrechendes Ergebnis, muss man aus heutiger Sicht sagen, dass es den Charme einer Computerspiel-Zwischensequenz hat. Dies mag daran liegen, dass ich mich während des gesamten Filmes nicht mit der Ästhetik des Gezeigten anfreunden konnte, damit steht und fällt aber der gesamte Film, da die Geschichte eben auch nicht viel hergibt.

Die Blu ray aus dem Hause Sunfilm Entertainment liefert ein gestochen scharfes Bild, beim Ton jedoch vermisst man ein wenig das druckvolle vergleichbarer Filme. Im Bonusbereich liegt lediglich ein Trailer vor.

Immortal ist ein interessanter Versuch, reale Darsteller wie Charlotte Rampling oder Thomas Kretschmann in eine CGI-Welt einzubinden, sich jedoch zu sehr auf seine Bilder verlässt, wo ein intensiverer Blick auf eine schlüssigere und konsequentere Geschichte besser gewesen wäre. Interessant, teils sogar bildgewaltig, aber leider etwas unausgegoren.

Christian Funke-Smolka