Inbred - They Came in Peace, They Left In Pieces  (Mad Dimension)

Inbred – They Came in Peace, They Left In Pieces (Mad Dimension)

91o0HEezq4L._SL1500_Zusammen mit vier besonders problembehafteten Jugendlichen fahren die beiden Sozialarbeiter Jeff und Kate aufs Land, wo die Teenager im Dorf Mortlake gemeinnützige Arbeit verrichten sollen. Bewohnt wird das Dorf von einem verschrobenen Haufen von Hinterwäldlern, die alles andere als freundlich auf die Neuankömmlinge reagieren. Nach einem Missverständnis und einer daraus resultierenden blutigen Konfrontation mit den Dorfbewohnern bricht die Hölle los und die Einheimischen zeigen endgültig ihr wahres Gesicht. Jeff, Kate und die Teenager sehen sich einer Meute von blutrünstigen, degenerierten und barbarischen Psychopathen gegenüber, die eine besonders pervertierte Vorstellung von Unterhaltung haben. Ein unmenschliches Gemetzel steht bevor! Der weltweite Hit an den Festivals, endlich in Deutschland erhältlich. Der englische Kult-Regisseur Alex Chandon (CRADLE OF FEAR) liefert mit INBRED einen wahren Genre-Hit ab, in welchem keine Gefangenen gemacht werden. Ausgestattet mit expliziten Gore-Szenen, Gallonen von Blut und tiefstem schwarzen Humor erweist sich INBRED als ein Kult-Film der Sonderklasse, der zukünftig in einem Atemzug mit Filmen wie THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE, HOSTEL, 2001 MANIACS und WRONG TURN genannt werden wird. INBRED ist Horror in einer neuen Dimension wild, brutal und einfach nur eine Klasse für sich. Prädikat: besonders blutig!

Meinung zum Film:

Das Backwood-Genre ist nicht tot zu kriegen. Manchmal gibt es dabei sogar trotz der hohen Anzahl an Veröffentlichungen eine kleine Perle zu entdecken. Inbred, der neuste Film von Alex Chandon, ist so eine und wirbt damit, wie schon viele vor ihm, dass das Gezeigte auf wahren Begebenheiten beruht. Manche Sachen ändern sich also nie!

Bei britischen Terror-Filmen denke ich sofort an so manche filmische Genre-Offenbarung, die weniger durch eine explizite Zurschaustellung als vielmehr dem psychologischen Terror punkteten. Alex Chandon geht da einen anderen, etwas deutlicheren Weg, denn Inbred wird bestimmt nicht wegen seiner subtilen Zurückhaltung in die Filmgeschichte eingehen. Hier wird rücksichtslos geklotzt, dass die Schwarte kracht. Aus diesem Grunde denke ich bei dem Film auch eher an „2001 Maniacs“ als an den eher aus psychologischer Sicht funktionierendem „TCM“, aber egal… den Gorehound wird es freuen, denn Inbred ist bei all dem Gemantsche sogar noch richtig gut!
Eigentlich sagt der Titel (Inbred = Inzucht) schon einiges aus, die Story wurde ja eingangs schon angerissen, aber was den Film aus der breiten, teils sehr stumpfen Masse hervorhebt, ist neben einer riesigen Portion bösem Humors noch die liebevolle Huldigung der Klassiker und der virtuosen, atmosphärischen Inszenierung. Bildgestaltung, Kameraführung musikalische Untermalung, hier ist alles hervorragend aufeinander abgestimmt und präsentiert dabei ein stimmiges Gesamtbild.81LF7aql1sL._SL1500_

Die Blu-ray aus dem Hause Mad Dimension veröffentlicht Inbred in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität. Zudem hat man noch umfangreiches Bonusmaterial auf die Disc geschaufelt, denn hier erfährt man in einem knapp einstündigen Making of mit Szenen von den Dreharbeiten und Interviews allerlei Hintergrundinformationen. Leider jedoch musste auch Inbred, wie schon zahlreiche Genrevertreter vor ihm, erfahren, dass diese Thematik selten unbeschadet die Prüfgremien durchläuft. So musste diese Veröffentlichung radikal Federn lassen, um letztendlich hierzulande veröffentlicht werden zu dürfen. Dass damit natürlich nahezu alle Schauwerte angetastet werden mussten, ist jedem Freund unzensierter Filme ein echter Dorn im Auge.

Nichts desto Trotz ist Inbred ein wirklich gelungener britischer Beitrag, der durch eine grandiose Atmosphäre und seiner famosen Inszenierung den Genrefreund begeistern wird. Böse, düster, oftmals für den Zuschauer schmerzhaft krass (auch die zensierte Version bietet noch so einige unangenehme Härten) haben wir hier einen Film, der an eine kompromisslose Mischung aus „2001 Maniacs“, Troma und „Straw Dogs“ erinnert. Für Backwood-Freunde kann somit eine klare Empfehlung ausgesprochen werden, zartbesaitete Zuschauer sollten jedoch lieber einen großen Bogen um Inbred machen!

Christian Funke-Smolka