Incite Mill (Sunfilm Entertainment/ Tiberius Film)

Incite Mill (Sunfilm Entertainment/ Tiberius Film)

Den klassischen Mitrate-Krimi und ihrem „10 kleine Kollateralschäden“-Prinzip kennt man eher aus Agatha Christie- Geschichten. Wie aber schafft man einen Film, der sich diesem Prinzip verschreibt, und macht ihn auch für die SAW-Generation interessant?
Man setzt Hideo Nakata (The Ring, Dark Water) auf den Regiestuhl und lässt ihn Yonezawa Honobu’s Geschichte Incite Mill mit einigen angesagten japanischen Jungdarstellern wie zum Beispiel Tatsuya Fujiwara (Battle Royale), Haruka Ayase (Ichi) oder Shinji Takeda (Pulse) verfilmen.

Die Geschichte zeigt uns den jungen Yuki, der immer auf der Suche nach einem lukrativen Stellenangebot ist. Hierbei trifft er auf die attraktive Shoko, die ihn auf einen befristeten Job aufmerksam macht, wo man in 7 Tagen ein überaus profitables Einkommen erzielen könnte. Bedingung ist, dass man Big Brother-like mit neun anderen Interessierten in einem hermetisch abgeriegelten Gebäude unter ständiger Beobachtung steht. Dies alleine wäre jedoch noch zu unspektakulär, und so findet jeder in seinem Zimmer eine andere, tödliche, teils aus dem Heimwerkermarkt erworbene, Waffe. Beendet ist das Experiment, wenn die Woche rum, oder sich die Zahl der Teilnehmer auf zwei minimiert hat. Das Vorhaben scheint nicht besonders schwierig, doch findet man direkt am zweiten Tag einen der Insassen erschossen vor. Misstrauen macht sich breit, und bald merkt man, dass beinahe jeder der Teilnehmer ein Geheimnis mit sich herumträgt.

Incite Mill ist ein auf der inszenatorischen Seite recht solider Genrebeitrag. Leider wurde es seitens des Drehbuches versäumt, den Charakteren ein wenig mehr Tiefe zu verleihen, so dass uns die zu Beginn fremden Personen auch nach einer längeren Zeit immer noch recht fremd sind. Überrascht war ich, dass der Regisseur nicht auf den aktuell angesagten Folterzug aufgesprungen ist, sondern den Gewaltlevel zwar relativ hoch, aber eben nicht visuell breitgetreten hat. Der Fokus wird hier eher auf Spannung, Schocks und allgemein fröhliches gegenseitiges misstrauen und verdächtigt – werden gelegt.
Atmosphärisch gelungen schafft man es, das begrenzte Setting hervorragend für die allgemein düstere Stimmung einzufangen.

Die Blu-ray von Sunfilm Entertainment/ Tiberius Film präsentiert uns Incite Mill in ansprechender Qualität. Im Bonusbereich findet man ein Making of und den Originaltrailer als Zusatzinformation.

Hideo Nakatas Incite Mill ist ein grundsolider Film, der mit den klassischen Angstmotiven und den klassischen filmischen Hilfsmitteln wie dem Fokus auf weit aufgerissene Augen, einem bedrohlichen Soundtrack und den üblichen Schockmomenten setzt. Das ist zwar nicht unbedingt innovativ, funktioniert aber nach wie vor ganz gut, so dass Genrefans gut unterhalten werden.

Christian Funke-Smolka