IP Man - Final Fight (Splendid Film)

IP Man – Final Fight (Splendid Film)

91b9UhbhBTL._SL1500_Nach dem Erfolg seines Prequels IP MAN ZERO lässt Regisseur Herman Yau („The Untold Story“) erneut gegen den Grandmaster und legendären Lehrmeister von Bruce Lee antreten. Sein vor Eleganz berstender IP MAN FINAL FIGHT bietet Kampfkunst-Kino in Perfektion, visuell atemberaubend in Szene gesetzt. Auch das Cast mit bekannten Genre-Größen ist bemerkenswert. Mit dabei: Anthony Wong („Legend of the Fist“, „Infernal Affairs“), Eric Tsang („Bodyguards & Assassins“), Jordan Chan („White Vengeance“) sowie erneut Ip Chun, seines Zeichens ältester Sohn von Ip Man.

Hong Kong in der Nachkriegszeit: Der legendäre WingTsun-Großmeister Ip Man (Anthony Wong) gerät widerwillig zwischen die Fronten rivalisierender Kung-Fu-Stile. Was zunächst nach scheinbar harmlosen Gangfights aussieht, verwickelt ihn bald darauf in die dunkle und gefährliche Unterwelt der Triaden. Um sein Leben zu verteidigen und seine Ehre zu wahren, hat er keine andere Wahl als ein letztes Mal zu kämpfen. „Ip Man Final Fight“ wirkt wie eine Rückschau auf das Hongkong der 1950er und 1960er Jahre; wie eine Ansammlung von Erinnerungsfragmenten an alte Songs oder selbst gedrehte Zigaretten. Mal impulsiv und mitreißend und dann wieder elegant und nostalgisch inszeniert.

 

Meinung zum Film:

 

Wenn sich Regisseur Herman Yau und Darsteller Anthony Wong für einen gemeinsamen Film zur Verfügung stellen, weckt dies beim Freund der asiatischen Filmkunst Erinnerungen an selige CAT III – Beiträge a‘ la „The Untold Story“ oder „Ebola Syndrome“ aus der Blütezeit dieses Rating-Systems Anfang bis Mitte der 90er. Doch mit dem Alter kommt die Weisheit, beziehungsweise muss man nicht mehr unbedingt über jede Geschmacksgrenze treten, sondern sich einfach auf einen guten Film konzentrieren. So widmete man sich in dem vorliegenden Ip Man – Final Fight erneut dem Leben und Schaffen des Großmeister und wohl einflussreichsten Lehrmeister der asiatischen Filmkunst, dem 1972 verstorbenen Ip Man. Welchen Einfluss dieser Mann auf die chinesische Kultur hatte, zeigt wohl die Vielzahl an Filmografien der letzten Jahre, die sich mit dem Leben dieses Mannes und seiner Rolle in der chinesischen Geschichte auseinandersetzten.

Zeitlich in den späten 40er und frühen 50er Jahren angesiedelt, wird die Hauptfigur dieses mal von mittlerweile zum Charaktermime81jFQsTwJTL._SL1500_n aufgestiegenen Anthony Wong, der seiner Rolle des gealterten Ip Man eine gehörige Portion Würde, gepaart mit einer lässigen Ruhe schenkt, die der Figur ein hohes Maß an Besonnenheit und Lebenserfahrung beschert. Der Martial Arts-Fan wird es bemerkt haben, die Kampfkunst tritt bei diesem Film ein wenig in den Hintergrund, widmet sich Ip Man – Final Fight doch eher den Umständen und Gegebenheiten dieser unruhigen Zeit. Doch wenn es dann zu Kampfszenen kommt, sind diese grandios und hervorragend choreografiert in Szene gesetzt.

Ip Man – Final Fight erscheint bei Splendid Film in einer sehr guten Bild- und Tonqualität. Im Bonusbereich befinden sich neben einer etwa neun Minuten langen B-Roll mit Szenen vom Dreh noch ein ebenso langes Making of und eine Programmshow.

Ip Man – Final Fight ist ein sowohl stilvoller als auch fesselnder Film, der seinen Schwerpunkt auf die Charakterentwicklung setzt. Auch wenn die Messlatte mit den Vorgängerfilmen sehr hoch lag, kann Anthony Wong seine Rolle charismatisch und mit einem Gefühl für Präsenz ausfüllen. Mir persönlich hat Ip Man – Final Fight sehr gut gefallen, da er dem Charakter des Ip Man deutlich mehr Tiefe verleiht und dem interessierten Zuschauer einen guten Einblick in die Lebens- und Denkweise des Chinas dieser Zeit gewährt.

Christian Funke-Smolka