„Jäger - Tödliche Gier“ (Edel Motion)

„Jäger – Tödliche Gier“ (Edel Motion)

Der Stockholmer Ex-Kriminalkommissar Erik Bäckström (Rolf Lassgård) will sich in seiner nordschwedischen Heimat zur Ruhe setzen. Seine Erfahrung wird in der abgelegenen Provinz jedoch schon bald gebraucht. Der Unternehmer Markus Lindmark (Pelle Heikkilä) fühlt sich durch Umweltaktivisten bedroht. Sein von der Politik unterstütztes Vorhaben, gemeinsam mit einer südafrikanischen Bergbaugesellschaft neu entdeckte Goldvorkommen zu fördern, stößt auf erbitterten Widerstand. Als ein Unbekannter mit Stahlkugeln auf Markus und seinen Mitarbeiter Johannes (Mikael Ersson) schießt, sieht der Unternehmer sein Millionenprojekt ernsthaft in Gefahr. Um weitere Zwischenfälle zu vermeiden, engagiert Markus den Ex-Polizisten Erik, dessen Schwester Karin (Annika Nordin) mit seinem Bruder Karl Lindmark (Sampo Sarkola) verheiratet ist. Obwohl ihn die bisher erfolglose Kommissarin Sanna (Ia Langhammer) und Polizist Richardsson (Johannes Kuhnke) aus ihrer Arbeit heraushalten wollen, kommt Erik über seinen Neffen Peter Bäckström (Johan Marenius Nordahl) an Informationen aus den Ermittlungen. Der junge Polizeianwärter sitzt schon bald zwischen zwei Stühlen. Auch Erik muss erkennen, dass er mit seiner direkten und aufrichtigen Art an Grenzen stößt. Als ein tödlicher Zwischenfall passiert, gerät Erik in einen Loyalitätskonflikt.

© Edel Motion

Meinung zur Veröffentlichung:

Der ehemalige Kriminalkommissar Erik Bäckström (Rolf Lassgård), noch nie ein besonders geselliger Typ gewesen, möchte sich in der ländlichen Abgeschiedenheit zur Ruhe setzen. Doch der ehrgeizige Geschäftsmann Markus Lindmark (Pelle Heikkilä) hat ganz in der Nähe Gold entdeckt und plant mit der finanziellen Unterstützung einer südafrikanischen Bergbaugesellschaft ein großes Geschäft aufzuziehen. Doch Umweltaktivisten boykottieren dieses Vorhaben und greifen zu rabiaten Methoden. Bald gibt es den ersten Toten und Bäckström wird aus seinem Ruhestand gerissen…    

Nach den beiden Spielfilmen „Die Nacht der Jäger“ und „Die Spur der Jäger“ ist Rolf Lassgård als Stockholmer Ex-Kriminalkommissar Eric Backstrom nun in der Mini-Serie Jäger – Tödliche Gier als bärbeißiger und so hartnäckig wie scharfsinniger Ermittler zurück. Basierend auf dem Drehbuch von Björn Carlström und Stefan Thunberg, die von Jimmy Nivrén Olsson unterstützt wurden, inszenieren Jens Jonsson und Johan Lundin eine Geschichte über den Kampf gegen kriminelle Machenschaften eines Wirtschaftsunternehmers und den terroristischen Anschlägen von Umweltaktivisten. Dabei bedienen sich die Macher der klassischen Mittel des skandinavischen Thrillers, schwelgen in wunderbaren Landschaftsaufnahmen und richten ihren erzählerischen Fokus auf die Charakterisierung der einzelnen Figuren. Rolf Lassgård überzeugt erneut als wuchtiger Charakterdarsteller, kann jedoch nicht über so manches inhaltliche Defizit hinwegtäuschen. Denn einige Entwicklungen wirken ein wenig klischeehaft oder konstruiert, bei anderen vermisst man eine logische Erklärung. Dabei bekommt der Zuschauer all das geboten, was er von solch einem Krimi erwartet. Man wird auf falsche Fährten geführt, trifft auf undurchsichtige Figuren und menschliche Abgründe. Nicht immer überraschende, aber durchweg sauber gespielte und spannende Krimiunterhaltung!

© Trailer: KrimiKollegen

Jäger – Tödliche Gier (Originaltitel: Jägarna, Schweden 2018) erscheint bei Edel Motion auf DVD. Die sechs, jeweils etwa 45 Minuten langen Episoden, die im Menü als Doppelfolgen gekennzeichnet sind, verteilen sich auf zwei Discs mit einer Gesamtlaufzeit von 267 Minuten. Bild (16:9 PAL) und Ton (Deutsch & Schwedisch: Dolby Digital 5.1) sind auf einem durchweg guten Niveau. Bonusmaterial ist bis auf eine Programmübersicht keines vorhanden.   

Rolf Lassgård ist als bärbeißiger Ermittler Erik Bäckström zurück. Statt eines Spielfilms wählte man nun das Format einer Mini-Serie, was in diesem Fall sowohl Vor-, als auch Nachteil ist. Denn so sehr man die Gelegenheit nutzt, die Figuren auszubauen und die nordschwedischen bildgewaltig in Szene zu setzen, können die ein- oder andere inhaltliche Länge nicht verleugnet werden. Im Gesamteindruck bleibt jedoch ein durchweg spannender und wendungsreicher Scandic-Noir-Thriller, außerdem ist es immer eine Freude, Rolf Lassgård sehen zu können!

Christian Funke