Jersey Devil   (Splendid Film)

Jersey Devil (Splendid Film)

A1iwXb8C2tL._AA1500_  Es ist erfreulich, dass Regisseur Darren Lynn Bousman (SAW II-IV, Mother’s Day) nach seinen erfolgreichen Beiträgen zum SAW-Franchise nicht auf der gleichen, Geld bringenden Welle weiter geritten ist, sondern stattdessen neue Herausforderungen in Form von anders gearteten, kleineren Horrorfilmen suchte.
Hier vorliegend habe ich nun sein neustes Werk Jersey Devil, welches bei Splendid Film erschienen ist.

Die Geschichte handelt von dem Familienvater Richard Vineyard (Stephen Moyer, True Blood), der mit seiner pubertierenden Tochter, seinem kleinen Sohn und seiner neuen Frau einen Familien-Camping-Urlaub dort verbringen möchte, wo er früher mit seinem Vater die Ferien verbrachte. Da Richard jedoch nicht immer den richtigen Tonfall trifft, schürt er bei dem Rest der Familie nicht nur Begeisterung. Sein Verhalten wird jedoch mit der Zeit immer unberechenbarer, seine Stimmung immer aggressiver, so dass man schnell merkt, das etwas nicht in den richtigen Bahnen verläuft. Möglicherweise hat es etwas mit der Sage des legendären „Jersey Devil“ zu tun, der in dem Waldgebiet sein Unwesen treiben soll, denn Richajersey-devil-the-barrens-7rd scheint immer offensichtlicher die Kontrolle über seinen Geisteszustand zu verlieren. Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als er beschließt, mit seiner Familie tiefer in den Wald vorzudringen, um einen „echten“ Campingausflug zu erleben.

Kannte ich Stephen Moyer bisher nur aus True Blood, war ich überrascht, wie hervorragend und völlig überzeugend er seine Rolle als Ehemann und Vater verkörpert, der seine geistige Gesundheit zu verlieren scheint. Hier waren einige Momente so intensiv, wie ich es vorher nur bei Jack Nicholson in Shining bewundern durfte. In diesen Momente erreicht der Film auch seine fesselndsten Phasen, bezieht er seine Spannung doch eher durch seine bedrückende und bedrohliche Atmosphäre und weniger durch gehäuft auftretende Spezialeffekte. Die Goreszenen sind vereinzelt anzutreffen, die hohe Freigabe ist jedoch eher mit einigen unangenehmen Wendungen in der Geschichte zu begründen.

Die Blu-ray von Jersey Devil aus dem Hause Splendid Film verkauft den wirklich gelungenen Horrorfilm/ Psychothriller etwas unter Wert. Bild und Ton sind guter Durchschnitt, die Synchronisation ist gelungen, jedoch fällt die Gesamtgestaltung eher unterdurchschnittlich aus. Es gibt kein Wendecover, so dass das FSK- Siegel gut sichtbar auf der Vorderseite verbleiben muss, das Cover-Design ist auch eher nichtssagend und im Bonusbereich befinden sich lediglich ein Originaltrailer und eine Programms91Xyy7ct0kL._AA1500_how.

Jersey Devil hat mich positiv überrascht, bietet er doch eine (bis auf das etwas merkwürdige und aus meiner Sicht unbefriedigende Ende) eine durchweg stimmige Story, hervorragende Darsteller (allen voran den großartig agierenden Stephen Moyer) und eine unglaublich fesselnde Atmosphäre!
Ein kleiner Tipp: den Film auf jeden Fall bis zum Ende gucken, denn merkwürdigerweise kommen nach dem Nachspann noch etwa acht Minuten Filmmaterial, welches die Geschichte zu einem etwas befriedigenderen Ende bringt, als dies der Fall wäre, wenn man im Abspann abgebrochen hätte.

Jersey Devil ist solide und fesselnd inszenierte Genrekost, die dank eines grandios agierenden Hauptdarstellers den Film phasenweise von der Horror-Ecke in Richtung Psycho-Thriller verschiebt. Temporeich und mit einer sich hochschaukelnden Spannungsspirale versehen, hat mich der Film wirklich überzeugt.

Christian Funke-Smolka