John Dies At The End (Pandastorm Pictures)

John Dies At The End (Pandastorm Pictures)

61lF5+oioALEs ist eine neue Droge, die ihre Benutzer durch Zeit und Dimensionen driften lässt, ihr Straßenname: „Sojasoße“. Für manche ist sie tödlich, andere sind nach dem Trip befallen. Die weltweite Invasion ist schleichend, die Menschheit braucht jetzt Helden. Was sie stattdessen bekommt, sind die verpeilten College-Abbrecher John und Dave. Können diese beiden die Welt vor dem drohenden Horror bewahren Vermutlich nicht.

Regisseur Don Coscarelli ist zurück! Zehn Jahre sind seit dem Elvis im Altenheim-vs-Mumie-Spaß BUBBA HO-TEP und ganze 14 nach dem Abschluss seiner legendären PHANTASM-Tetralogie vergangen. Und der Großmeister hat nichts von seinem Biss verloren! Ihm zur Seite steht Arthouse-Ikone Paul Giamatti als Co-Produzent. In der Verfilmung des gleichnamigen Kultromans von David Wong passiert von der ersten Minute an immer genau das, womit man gerade am wenigsten rechnet.

Meinung zum Film:

Es gibt wenige Veröffentlichungen, wo ich als eigentlich neutraler Rezensent völlig voreingenommen herangehe. Denn bei Filmen von Regisseur Don Coscarelli kann ich nicht still sitzen bleiben, ein cineastischer Beitrag von ihm wiegt mehr als fünf Filme der meisten anderen aktuellen Regisseure. Das liegt daran, dass er ein verdammt cooler Hund ist, der sich eigentlich einen Rotz um irgendwelche Regeln schert. Sein größter Erfolg war die „Phantasm“-Reihe, meinen persönlichen Lieblingsfilm schuf er aber mit seinem letzten Film aus dem Jahr 2002: „Bubba Ho-Tep“ (nach der grandiosen Kurzgeschichte von Joe R. Lansdale). Danach kam außer seinem Beitrag für die Reihe „Masters of Horror“ nichts mehr! Da bei solch einem Arbeitstempo seine Filmografie entsprechend übersichtlich bleibt, gerät man natürlich in Verzückung, wenn man hört, dass endlich ein neuer Film in den Startlöchern steht. Also werde ich nun trotz immer noch vorherrschender Euphorie versuchen, den Speichelfluss wieder unter Kontrolle zu bekommen und das dämliche Grinsen aus dem Gesicht zu wischen!41CyMUmJ7lL

John Dies At The End ist ein Film (nach einem Roman von David Wong – sein zweites Buch heißt „This Book Is Full of Spiders: Seriously, Dude, Don’t Touch It“ und verspricht ein ähnlich bewusstseinserweiterndes Erlebnis zu sein), der nicht nur einen riesigen Spoiler in seinen Titel packt, sondern dazu auch noch wild alle möglichen Genre-Zutaten vermengt und damit ein irrwitziges Endergebnis erzielt. Die Kombination von einer wahnwitzigen Geschichte und einer irren Inszenierung machen den Film zu einem echt surrealen Trip, dem man sich nur schwer entziehen kann. Die einen werden den Kopf fassungslos schütteln, die anderen vor Begeisterung in die Hände klatschen, doch kalt lassen wird einen John Dies At The End auf keinen Fall.

John Dies At The End erscheint bei Pandastorm Pictures als Blu-ray und DVD. Bild und Sound sind hervorragend, der Bonusbereich hätte nach meinem Empfinden ruhig mehr Material beinhalten können, hier sind lediglich ein Originaltrailer und eine Programmshow auf der Disc vorhanden.

31emq8XmPqLWenn Don Coscarelli eines kann, dann ist es, eine herrliche Mischung aus B-Movie-Momenten, hervorragenden Darstellern und einer interessanten Story zu erstellen. Gerade die Geschichte ist es, die begeistert, da sie sich nicht übermäßig ernst nimmt, aber trotzdem so viele emotionale und tragisch-dramatische so wie spannende Elemente beinhaltet, dass sie den Zuschauer berührt. Genau das in Kombination mit der furiosen Inszenierung machte John Dies At The End zum Liebling der Film-Festivals 2012 und wird ihn auch als Heimkino-Release in die Herzen der Fans katapultieren. Denn schon jetzt ist hier ein Film, der für mich zu einem der besten Beiträge dieses Jahres gehören wird. Denn grandiose Darsteller, ein bunter Bastard von einem Genre-Mix, eine Story, die so krude wie verwirrend, dabei aber so charmant wie wild ist, dass man sich den Film mehrfach anschauen muss, um wirklich alles mitzubekommen, dass findet der Vielgucker selten… Denn wann hat man mal einen Film, der wirkt, als hätten „Naked Lunch“ und „Existenz“ einen Sprössling gezeugt und ihn John Dies At The End getauft?!
Wenn ich mir John Dies At The End anschaue, bleibt mir nur zu hoffen, das nicht wieder mehr als ein Jahrzehnt ins Land gehen muss, um einen neuen Film von Don Coscarelli anschauen zu können, denn hier macht ein eindeutig talentierter Fan Filme für Gleichgesinnte. Mehr davon und zwar schnell!!!!

Christian Funke-Smolka