Junkie (Mad Dimension)

Junkie (Mad Dimension)

CoverDanny und Nicky sind zwei Brüder, die mehr als nur ihre Blutsverwandtschaft miteinander verbindet. Beide hegen und pflegen die gleiche Sucht – sie sind drogenabhängig. Sie leben zusammen in einer heruntergekommenen Wohnung und dröhnen sich 24 Stunden am Tag mit Drogen voll. Beide führen ein Leben, welches nur in einer Sackgasse enden kann. Während Nicky dies nicht zu erkennen scheint, beschließt Danny eines Tages clean zu werden. Gegen den Widerstand seines Bruders beginnt Danny mit einem kalten Entzug. Doch Danny hat die Rechnung ohne Nicky gemacht, der in seinem Drogenwahn nichts unversucht lässt, seinen Bruder vom Entzug abzuhalten. Ein langer Tag voller merkwürdiger Begegnungen, schockierenden Ereignissen und unerwartet blutigen Wendungen beginnt.

Meinung zum Film:

Junkie ist ein von Adam Mason (Blood River, Broken) inszenierter Blick in den Alltag eines ungleichen Brüdergespanns. Beide sind drogenabhängig, doch während der eine der Brüder, Nicky, immer mehr die Kontrolle über seine Sucht zu verlieren scheint, ist Danny bemüht, den Ausstieg aus dieser Selbstvernichtung zu versuchen. So sehr die Sucht die beiden Brüder vereint, so unterschiedlich erscheinen sie dem Zuschauer. Danny, dargestellt von Daniel Louis Rivas, ist ein vom dem Drogen geschwächter, labiler Mensch, während sein Bruder Nicky (wie immer grandios: Robert LaSardo) daSzenes aufgepusht-überdrehte Gegenstück darstellt. Beide wirken wie sich anziehenden Gegensätze, die sich gegenseitig sowohl tragen als auch abstoßen.

Adam Mason inszeniert Junkie als einen überdrehten, teils irrwitzigen Film, der einen Versuch darstellt, seine Geschichte aus dem Blickwinkel eines Drogenabhängigen zu erzählen. Dies wirkt an manchen Stellen wahnwitzig und völlig von der Realität losgelöst, an anderen Stellen wieder voller Klischees, man muss sich als Zuschauer schon darauf einlassen können, um dem Film komplett folgen zu können. Dabei scheut Junkie sich nicht, unter Einsatz von kruden Ideen und expliziten Dialogen und Darstellungen, dem Zuschauer inhaltlich die volle Breitseite zu verpassen. Denn eines ist der Film bestimmt nicht: zimperlich!

Szene2Aus diesem Grunde ist Junkie, der hier in der unzensierten Version bei Mad Dimension erscheint, auch nur für ein volljähriges Publikum gedacht. Bild und Ton sind auf einem sehr guten Niveau, wobei die deutsche Synchronisation in ihrer Authentizität ein wenig gegen die Originaltonspur abfällt. Im Bonussektor befinden sich der überaus gelungene Trailer und eine Programmübersicht.

Junkie ist ein Film, den man entweder als extrem gelungen oder wahnsinnig anstrengend empfinden wird. Ich persönlich gehöre zu der ersten Fraktion, denn wenn man sich auf den Film, seine Story und die ungewöhnliche Umsetzung einlässt, wird man mit einigen interessanten Wendungen und großartigen Darstellern belohnt… Außerdem sind Filme mit Robert LaSardo immer eine lohnende Sache!

Christian Funke-Smolka