Katzenmenschen (Koch Media)

Katzenmenschen (Koch Media)

Ein dunkles Geheimnis lauert in der Familiengeschichte der bezaubernden Irena: Ebenso wie ihr Bruder Paul verwandelt sich die junge Frau in eine bedrohliche RaubkCoveratze, wenn romantische Leidenschaft ungezügelt in ihr hochkocht. Als Mitglied der seltenen Art der Katzenmenschen scheint es für Irena nur eine Möglichkeit zu geben, dem Fluch ihres Schicksals zu entkommen und ihre menschliche Form zurückzuerlangen: Sie muss töten.

Eine Perle des Horrorgenres wird auf Hochglanz poliert: Mit Nastassja Kinski in der Hauptrolle, die mit ihrer Figur zu Weltruhm gelangte, und untermalt vom zeitlos großartigen Soundtrack von Elektronikpionier Giorgio Moroder und David Bowie, entwirft Regisseur Paul Schrader („Ein Mann für gewisse Stunden“) eine faszinierende Neuinterpretation des jahrtausendealten Mythos zwischen laszivem Horror und blutigem Erotikthriller.

Meinung zum Film:

Ich verwende den Begriff „Klassiker“ aufgrund seiner oftmals so inflationären Nennung in anderen Berichten äußerst ungern, bei dem vorliegenden Film jedoch kann, ja muss ich ihn sogar einsetzen. Katzenmenschen von Paul Schrader ist ein Film, der getrost Klassiker genannt werden kann, ist er doch heute noch genauso betörend anzuschauen, wie bei seiSzene 1ner Premiere 1982. Dabei ist der Film (ein Remake des im Jahr 1942 entstandenen „Cat People“ von Regisseur Jacques Tourneur) ein sowohl zeitlos wirkender, als auch typischer 80’er Jahre-Film, der Stil und Atmosphäre über Logik und Stringenz stellt. Paul Schrader inszeniert dabei einen Bilderrausch, der in seiner visuellen Ästhetik, die unterstützt wird von der passgenauen Musik Bowies und Moroders, perfekt auf die makellose Hauptdarstellerin zugeschnitten scheint und ihr mit diesem Film ein wahres Denkmal gesetzt hat. Aber auch Malcolm McDowell bleibt dem Zuschauer mit seinem intensiven Spiel nachhaltig in Erinnerung. Was wir hier jedoch erleben, ist weniger ein Horrorfilm, als den man Katzenmenschen gerne vermarktete, sondern vielmehr ein fantastischer Kunstfilm, der die Thematik Sex, Erotik und Gewalt virtuos verknüpft. Dabei nutzt Schrader jedoch nicht die gängigen Mittel eines Genrefilms, sondern inszeniert eine visuell rauschartige Bilderflut, die wechselt zwischen grandios fotografierten Stadtszenarien und erotisch-atmosphärischen, beinahe sphärisch wirkenden Bildkompositionen.

Koch Media veröffentlicht Katzenmenschen erstmals in HD-Qualität auf Blu-ray. Bild und Ton sind auf einem soliden Niveau, das Bild bietet dabei eine gute Schärfe. Der Ton liegt in einem 2.0 Stereo-Mix vor, der in der Räumlichkeit Szene 2aufgrund des Alters des Ausgangsmaterials natürlich nur bedingt überzeugen kann, dabei aber klar und gut verständlich abgemischt wurde. Hervorragend ist das umfangreiche Bonusmaterial! Hier findet der interessierte Zuschauer einen Audiokommentar des Regisseurs, ein längeres, älteres Interview mit Schrader aus dem Jahr 1981, so wie ein knapp halbstündiges, sehr persönliches Portrait über ihn. Dazu gesellen sich eine Diskussion mit dem Effektkünstler Tom Burman, ein Special über die Effekte, einen Bericht von Filmemacher Robert Wise über Val Lewton, der Originaltrailer und eine Bildergalerie.

Katzenmenschen von Paul Schrader ist definitiv kein Film für ein Massenpublikum. Eine Story, die eine eindeutige Botschaft oder Auflösung vermeidet, eine Ästhetik, die den Betrachter in ihren Bann zieht und eine musikalische Untermalung, die auch heute noch fesselt, machen den Film zu einem Beitrag, der sich dem Publikum eher über den Bauch als über den Verstand offenbart. Ein Klassiker, der auch heute noch so atmosphärisch wie geheimnisvoll wirkt wie zu seiner Premiere.

Christian Funke-Smolka