„Killerman“ (Capelight Pictures)

„Killerman“ (Capelight Pictures)

Regie: Malik Bader

Cast: Liam Hemsworth, Emory Cohen, Diane Guerrero u.a

Der Kleinkriminelle Moe Diamond (Liam Hemsworth) verdient sich seinen Lebensunterhalt als Geldwäscher für den berüchtigten Drogenboss Perico (Zlatko Buric). Gemeinsam mit Pericos Neffen Skunk (Emory Cohen), tauscht er Geld gegen Goldbarren und Goldbarren gegen Diamanten ein. Nachdem eine wichtige Übergabe kurzfristig verschoben werden musste, beschließen Moe und Skunk kurzerhand mit dem Geld des Bosses einen Alleingang zu wagen. Doch der geplante Deal läuft gehörig aus dem Ruder: Korrupte Cops eröffnen das Feuer und Moe und Skunk finden sich in einer spektakulären Verfolgungsjagd wieder, die zu einem verhängnisvollen Unfall führt. Moe verliert dabei sein Gedächtnis und alle Versuche, sich an die Vergangenheit zu erinnern, scheitern. Unterdessen setzt der skrupellose FBI-Agent Bill O’Donnell (John Cenatiempo) alle Hebel in Bewegung, um die heiße Ware, die Moe auf seiner Flucht bei sich hatte, zurückzubekommen. Dabei ist er sogar bereit über Leichen zu gehen …

© Capelight Pictures

Meinung zur Veröffentlichung:

Moe Diamond (Liam Hemsworth) ist ein Ganove, der für die örtlichen Drogenbosse als Geldwäscher tätig ist. Dank seines Talents, Geld über mehrere Stationen „sauber“ zu bekommen, vertraut ihm der Drogenboss Perico (Zlatko Buric) einen besonders lukrativen Auftrag an, in welchem er gemeinsam mit dem Neffen des Gangsters 20 Millionen waschen soll. Doch Skunk, der etwas labile Neffe, plant einen eigenen Coup mit dem Geld, was für massiven Ärger sorgt…

Regisseur, Drehbuchautor und Darsteller Malik Bader (Crush, Cash Only) präsentiert hier seinen vierten Spielfilm, dem man deutlich seine Vorliebe für den Thriller der 1970er Jahre anmerkt. Man fühlt sich schnell versetzt in Michael Manns The Thief oder Friedkins French Connection, zumal der Regisseur konsequent 16 mm Filmmaterial verwendete, welches im Endergebnis grobkörnig und verwaschen wirkt. Dazu gesellt sich eine sehr linear aufgebaute Story, die so manches Klischee bedient und bei der es an Identifikationsfiguren mangelt. Denn selbst der für Heldenrolle prädestinierte Liam Hemsworth spielt seine Rolle eher unnahbar und mit einer gewissen Härte, die ich so nicht erwartet hätte. Hier liegt auch definitiv die Stärke des Films, der sich gekonnt den normalen Sehgewohnheiten und Maßstäben entzieht. Er ist unangenehm hart, dreckig und wenig einladend. Wir haben hier einen Thriller, in welchem der Regisseur deutlich zeigt, dass Drogenhandel und Geldwäscherei ein dreckiges, ein gefährliches und oftmals tödliches Geschäft ist. Hier gibt es keine inhaltlichen Eskapaden oder Spielereien, jeder versucht jeden hinters Licht zu führen, um seinen persönlichen Vorteil auszuschöpfen. Das ist faszinierend, hält einen jedoch auch trotz einiger grandios agierender Darsteller auf emotionale Distanz. Der Film ist irritierend, dadurch auch irgendwie faszinierend, wobei er es einem schwer macht, genau zu definieren, was man konkret so besonders fand. Alleine die Optik lässt ihn aus der Masse hervorstechen, dazu gesellen sich, allen voran der überzeugende Liam Hemsworth, ein paar überraschende Wendungen und Zlatko Buric (Bleeder, Pusher), der zwar wieder mal sein Rollenklischee belebt, den ich mir darin aber immer wieder gerne anschaue!

Killerman (Originaltitel: Killerman, USA 2019) erscheint ungeschnitten mit einer FSK 18 – Freigabe bei Capelight Pictures als DVD, Blu-ray und Video on Demand. Mir lag die Blu-ray zur Ansicht vor, die in Bild (1,78:1/1080p) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 5.1) qualitativ ungewöhnlich anders ist. Da der Regisseur konsequent auf 16 mm – Film drehen ließ, ist das Bild extrem grobkörnig und unscharf. Dies passt zur Stimmung des Films, wirkt allerdings qualitativ old school. Der Sound jedoch ist relativ plastisch und sauber abgemischt, Im Bonusbereich befinden sich der Trailer und vor dem Film selbstablaufende Programmhinweise.

Killerman ist ein rauer, ziemlich harter und ungewöhnlicher Gangsterthriller, der sich bewusst gegen den Mainstream bewegt und alleine damit schon bei mir punktet. Allerdings hat er bei knapp zwei Stunden Lauflänge auch ein paar Längen in der sehr geradlinigen Story, die zwar durch die guten Darsteller einigermaßen wettgemacht werden, letztendlich jedoch trotzdem nicht über den etwas formelhaften Aufbau hinwegtäuschen kann. Kein Meisterwerk, aber eine interessante Hommage an den Thriller der späten 1970er Jahre.

Christian Funke