Kings of the City (Sunfilm Entertainment/Tiberius Film)

Kings of the City (Sunfilm Entertainment/Tiberius Film)

Fesselndes Kino wie French Connection und Training Day

Sevilla 1987: Die pulsierende Metropole bereitet sich auf die Weltausstellung vor. Währenddessen tobt ein Drogenkrieg in nie dagewesener Härte. Vier Cops bilden die Unit 7. Eine Spezialeinheit, die es mit den härtesten Drogenkartellen aufnehmen kann. Nach und nach geraten die Ermittler in einen gnadenlosen Sog, in dem die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Als sie zu weit gehen und einer der mächtigsten Drogenbosse zum Gegenschlag ausholt, dreht der junge Cop Angel durch…

Gewinner des Tribeca Film Festivals
Berlinale Nominierung „Europäischer Film Award“

Meinung zum Film:

816Ju9N0jnL._SL1417_Es gibt sie immer wieder mal, die Cop-Thriller, die aufgrund ihrer rohen, schonungslosen Inszenierung einem als Zuschauer wuchtig die Beine wegkegeln. „French Connection“ war solch ein Film, „Heat“ ebenfalls und der hier vorliegende spanische Beitrag Kings of the City (Grupo 7, so der Originaltitel) von Regisseur Alberto Rodríguez (7 Jungfrauen, Criminal Xing) steht diesen großen Klassikern in nichts nach.
Ein Cop-Thriller, der sich um die „Unit 7“ dreht, eine speziell zusammengestellte Spezialeinheit, die im Sevilla Ende der 80’er Jahre den Drogenmarkt aufräumen soll, um das Land auf die anstehende EXPO vorzubereiten. Die Ermittler sind knallhart, bewegen sich mit ihren Methoden immer am Rande der Legalität, der Erfolg jedoch gibt ihnen das Recht, so weiterzumachen. Doch geraten die Männer immer mehr in einen Strudel der Gewalt, dem sie sich nicht entziehen können. Als sich einer der Drogenbarone zur Wehr setzt, eskaliert die Situation.

Regisseur Alberto Rodríguez gelingt hier ein kleines Kunststück. Er zeigt einen authentischen Blick auf eine Stadt, fängt ihre Schönheit in berauschenden und intensiven Bildern ein, zeigt jedoch im selben Augenblick die Schattenseiten und die Gewalt, die sich hier tagtäglich abspielt und erinnert hier ein wenig an den brasilianischen Film „City of God“. Es geht ihm um größtmöglichen Realismus, deshalb ist die Inszenierung, auch in ihren gewalttätigen Momenten, nicht auf den höchsten Schauwert ausgerichtet, sondern zeigt intensiv und beinahe dokumentarisch, wie sich Gewalt, Kriminalität und Korruption auf den damit konfrontierten Menschen auswirkt. Kings of the City ist eher eine Milieustudie mit Sogwirkung als ein gängiger Thriller, denn er setzt dort an, wo „normale“ Krimis wegblenden. Hier gibt es kein schwarz und weiß, kein Gut oder Böse, denn die Trennlinien sind schwammig und die Grenze schnell überschritten.71OikuJkBxL._SL1417_

Die Blu-ray erscheint bei Sunfilm Entertainment/Tiberius Film in einer sehr guten Bild- und Tonqualität, der Bonussektor beinhaltet lediglich einen Originaltrailer und eine Programmübersicht.

Kings of the City ist ein klar Männer-dominierter Film, der dementsprechend wohl auch eine eher männliche Zielgruppe erreichen wird. Dem Zuschauer wird eine Story vor einem realen Hintergrund geboten, die durch eine klare Milieuzeichnung, authentischen Figuren und einem harten Realismus beeindruckend inszeniert wurde. Ein Film, der zu Recht auf diversen Festivals, wie etwa der Berlinale präsentiert und nominiert oder ausgezeichnet wurde. Auf jedem Fall von mir eine klare Empfehlung!!!

Christian Funke-Smolka