Kurzfilm "Great" im Wettbewerb beim 34. Filmfestival Max Ophüls Preis

Kurzfilm „Great“ im Wettbewerb beim 34. Filmfestival Max Ophüls Preis

„GREAT
Kurzfilm, Tragikomödie. Deutschland 2012.
PRÄDIKAT BESONDERS WERTVOLL

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Charlie Chaplin war einer der größten Komödianten aller Zeiten. Mit DER GROSSE DIKTATOR schuf er einen bissigen Kommentar auf Hitler und dessen Größenwahn. Kein Funktionär oder Soldat aus den Nazi-Reihen hätte sich diese Satire jemals angesehen. Oder etwa doch? In seinem 22minütigen Kurzfilm erzählt Regisseur Andreas Henn die wahre Geschichte eines ganz speziellen Kinoabends. Sein Held ist der Filmvorführer Nikola Radosevic, der sich im Mai 1942 in Belgrad auf den Weg macht, unter dem Arm zwei Filmrollen. Im Kino warten schon Soldaten und diverse ranghohe Offiziere, die sich auf einen Propagandafilm freuen. Doch dann erleben sie eine Überraschung. Kunst als Waffe. Mit diesen Worten lässt sich wohl am besten die unglaubliche, aber wahre Geschichte umschreiben, die der Film erzählt. Wie in einem guten Krimi hält sich von Anfang bis Ende die Spannung, fragt sich der Zuschauer, wie es wohl ausgehen mag. Mit dem richtigen Maß an Dramatik, ohne übertriebene Gesten der Schauspieler, und mit geschickter Montage und Blickführung entsteht ein Gefühl der angespannten Erwartungshaltung. Der Zuschauer fiebert mit Nikola mit und hofft, sein Mut werde belohnt. Am Ende dieses raffinierten und unterhaltsamen Films steht eine wichtige Erkenntnis: Humor ist stark. Manchmal sogar stärker als jede Waffe. Gut so.“

Anmerkung

Oft ist es nur ein sehr kleiner, versteckter Hinweis, der einen Filmemacher zu einer besonderen Geschichte führt. So auch im Falle von „GREAT“: Alles begann mit einem kurzen Verweis im Internet, dass anscheinend „(…) Charlie Chaplin’s 415643_283271025122731_1340728636_o„The Great Dictator“ 1942 in einem deutschen Soldatenkino in der Nähe von Belgrad gezeigt wurde“. Eine öffentliche Aufführung war zu der Zeit natürlich verboten. Die Vorstellung, wie deutsche Wehrmachtssoldaten auf diese weltberühmte Satire reagierten, übte sofort eine große Faszination auf mich aus. Die nächste spannende Frage war: Wer steckte überhaupt dahinter? Unsere Recherchen führten uns bis nach Belgrad, wo wir tatsächlich eines Tages Prof. Nikola Radosevic ausmachten, den Filmvorführer und damit Protagonisten dieser wahren Ereignisse … Diese versteckte Textstelle führte uns also zu dem Menschen, der tatsächlich mit Humor gegen die deutschen Besatzer im Zweiten Weltkrieg rebelliert hat und damit alles auf sich nahm, um im Kleinen für eine etwas freiere Welt zu kämpfen.
Andreas Henn
Regisseur

Synopsis

GREAT – nach einer wahren Geschichte
Haben die Nazis jemals Charlie Chaplin’s „The Great Dictator” gesehen?

Wir schreiben den 10. Mai 1942. Ein Ereignis ganz am Rande der großen Welt — geschichte. Hätte es nicht wirklich stattgefunden, wäre es allemal wert, erfunden zu werden. Ganz Jugoslawien ist fest in deutscher Hand. Der junge serbische Film– vorführer Nikola hat die Nase gestrichen voll von den deutschen Besatzern. Statt es seinen gewaltbereiten Partisanenfreunden gleich zu tun, entscheidet sich Nikola, den Deutschen auf eigene Faust einen Denkzettel zu verpassen. Seine Waffe: „The Great Dictator“ von Charlie Chaplin. Sein Ziel: Ein Deutsches Soldatenkino im Herzen Serbiens. Was dort geschieht, hätte sich Nikola nicht einmal in seinen künsten Träumen ausmahlen können …

„Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.“
Charlie Chaplin

Miloš BikoviC wurde 1988 in Belgrad geboren. Schon während seiner Schauspielausbildung an der University of Dramatic Arts in Belgrad war er in seiner Heimat in zahlreichen Fernsehserien und Theaterstücken zu sehen. Sein internationaler Durchbruch gelang ihm 2010 mit dem ersten Teil von „Montevideo“, in dem er die Haupt -rolle spielte. Für die Darstellung des Fußballers Aleksandar Tirnanic in diesem Film erhielt er die Auszeichnung „Best Actor“ bei den MTV Movie Awards, sowie bei dem Actors Film Festival in Niš.54892_283271001789400_928243797_o

Paulus Manker wurde 1958 in Wien geboren. Der österreichische Schauspieler, Autor, Film- und Theaterregisseur arbeitete nach seinem Abschluss am Max-Reinhardt-Seminar an großen Häusern wie dem Residenztheater und den Kammerspielen in München, dem Thalia Theater und dem Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und dem Wiener Burgtheater. Ab 1983 gehörte er Jahre lang zum Stammensemble von Peter Zadek. Heute ist er festes Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. 2010 erhielt er den Nestroy — Preis in der Kategorie „Publikumspreis“. Auf der Leinwand war er bereits häufig in Filmen von Michael Haneke zu sehen; das erste Mal 1979 in dem Film „Lemminge“. Als Filmregisseur trat Manker erstmals 1985 in Erscheinung. Sein Film „Schmutz“ er lebte auf dem Filmfestival in Cannes 1985 seine Uraufführung.

Simon Schwarz wurde 1971 in Wien geboren. Nach seiner Tanz- und Ballettausbildung am Tanztheater Zürich besuchte er die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Darauf folgten mehrere Engagements am Stadttheater Luzern, am Stadttheater Klagenfurt und am Jolie Theâtre Basel. Seit 1996 hat er in zahlreichen Film– und Fernsehproduktionen mitgewirkt und erhielt unter anderem drei Mal den Max — Ophüls – Preis in den Kategorien „Bester Nachwuchsdarsteller”, „Spezialpreis” und „Förderpreis”.

Produzent / Drehbuch / Regie
Andreas Henn wurde 1983 in München geboren. 2004 zog es ihn nach Wien, um Theater – und Filmwissenschaften zu studieren. Sein Studium absolvierte er 2009 mit Auszeichnung für seine Arbeit „Stanley Kubrick und das Modell des Schachs“. Anschließend arbeitete er für die Markenagentur KMS TEAM in München und für Imagination Group Ltd. in London. 2009 gründete er zusammen mit dem Kameramann Alexander Wasielewski die Filmproduktion Dog Ear Films GmbH mit Sitz in Berlin. Er ist seitdem als Regisseur und Produzent tätig. Andreas Henns Debutfilm „TEL“ wurde auf zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt. „GREAT“ ist sein zweiter Kurzfilm.

Produzent / Drehbuch / Kamera
Alexander Wasielewski wurde 1983 in München geboren. 2005 begann er sein Studium an der Bayerischen Akademie für Fernsehen in München in dem Fach Kamera. Nach seinem Abschluss wirkte er als 1. Kameraassistent bei zahlreichen Kinoproduktionen wie Roland Emmerichs „Anonymous“ und Michael „Bully“ Herbigs „Wickie und die starken Männer“ mit. Auf diese Weise lernte er sein Handwerk bei DPs wie Jürgen Jürges, Torsten Breuer und Anna Foerster. Neben seiner Tätigkeit als Assistent führte er die Kamera bei allen Filmen von Andreas Henn sowie bei zahlreichen Werbefilmen. 2009 gründete er zusammen mit dem Regisseur Andreas Henn die Filmproduktion Dog Ear Films GmbH und ist seitdem auch als Produzent tätig.

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