“L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn” (Capelight Pictures)

“L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn” (Capelight Pictures)

Regie:

John Hughes

Darsteller:

Anthony Michael Hall, Ilan Mitchell-Smith, Kelly LeBrock, Bill Paxton, Robert Downey Jr.

Die Teenager Gary (Anthony Michael Hall) und Wyatt (Ilan Mitchell-Smith) sind die absoluten Verlierer. Geeky Nerds, die niemand wirklich ernst nimmt. Die anderen Jungs in der Schule machen sich über sie lustig und von Kontakt zu Mädchen können sie nur träumen. Doch die beiden haben einen Plan: Statt weiter von Mädchen zu fantasieren, bauen sie sich ihre Traumfrau einfach am Computer nach. Als ihre Kreation nach einem Blitzeinschlag zum Leben erwacht und plötzlich leibhaftig vor ihnen steht, beginnt für die Teenager ein neues Leben, das die umwerfende L.I.S.A. gehörig auf den Kopf stellt!

© Capelight Pictures

Meinung zur Veröffentlichung:

Die Teenager Gary Wallace (Anthony Michael Hall) und Wyatt Donnelly (Ilan Mitchell-Smith) haben keinen leichten Stand. Sie sind zwei eher schüchterne Geeks, die von ihren Mitschülern gehänselt und von den Mitschülerinnen nicht beachtet werden. Nach einem gemeinsamen Horrorfilmabend kommt ihnen die Idee, die ideale Frau am Computer zu kreieren. Doch das Experiment läuft aus dem Ruder und sie erschaffen Lisa (Kelly LeBrock)… eine Traumfrau, die ihr Leben gehörig durcheinanderwirbelt!

John Wilden Hughes junior (* 18. Februar 1950; † 6. August 2009) war ein US-amerikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent, der für einige der besten 1980er-Teenagerkomödien verantwortlich war. The Breakfast Club, Ferris macht blau, Ein Ticket für Zwei oder Sixteen Candles sorgen auch heute noch für leuchtende Augen. Und auch wenn seine dritte Regiearbeit L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn aus dem Jahr 1985 vielleicht nicht seine beste Leistung ist, liegt sie doch immer noch weit über den Durchschnitt damaliger Komödien. Gekonnt nutzt er das Science-Fiction- und Horrorgenre als Aufhänger, um eine völlig überdrehte, sämtliche Grenzen sprengende Komödie mit ernsten Untertönen aufzubauen, die auch heute, 35 Jahre nach ihrer Premiere immer noch funktioniert. Gespickt mit einer Vielzahl an prominenten Darstellern (neben Bill Paxton und Robert Downey Jr. in Nebenrollen trifft man u.a. auf Vernon Wells und Michael Berryman, die mit ihren Images karikieren), unterlegt mit einem grandiosen Soundtrack von Danny Elfmans Oingo Boingo, Kim Wilde, Wall of Voodoo, OMD, Mike Oldfiled, Van Halen oder Killing Joke und einer Story, die zwischen der humorvollen und sehr chaotischen bis komplett irrsinnigen Entwicklung einen angenehmen Tiefgang entwickelt, der speziell in den ruhigen Passagen greift. Wir erleben hier einen Film, der berechtigterweise auch heute noch als Kultfilm bezeichnet wird und der, auch wenn man ihn eindeutig als Film der 80er Jahre identifiziert, kaum etwas von seinem Reiz und seiner Wirkung verloren hat.   

L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn (Originaltitel: Weird Science, USA 1985) erscheint bei Capelight Pictures als DVD und als 2-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook. Letzteres lag mir zur Ansicht vor. In der Aufmachung gewohnt ansprechend und hochwertig gestaltet, liegt der Film nicht nur in einem neuen 4K-Scan vom Original 35mm-Filmnegativ vor, sondern es liegen auch gleich drei (!!) Filmfassungen vor. Auf der einen Seite haben wir die Kinofassung (94 Minuten), dazu gesellt sich ein Extended Cut (97 Minuten), der zudem vollständig synchronisiert ist und im Bonusbereich liegt dann noch die interessant veränderte und entschärfte Open Matte-TV-Fassung “Cooler Zauber mit Lisa” (90 Minuten in SD) vor. Dazu gibt es noch zwei entfallene Szenen, dass sechsminütige Special Casting Weird Science, Interviews mit Casting-Direktor Jackie Burch, John Kapelos, Make-up-Spezialist Craig Reardon, Editor Chris Lebenzon und Filmkomponist Ira Newborn, die Dokumentation It’s Alive! Resurrecting Weird Science aus dem Jahr 2013, Original Kinotrailer, Teaser und TV-Spots. Abgerundet wird die Veröffentlichung mit einem 24-Seiten Booklet mit zahlreichen Filmbildern und einem Essay von Redakteurin Jenny Jecke, in welchem sie über die Filmfiguren und Geeks schreibt, den Regisseur und seine Art des Schreibens vorstellt und dabei näher auf das Skript und die unterschiedlichen Charaktere eingeht. Die von mir gesichtete Langfassung konnte in Bild (1,85:1/1080p) und Ton (Deutsch: dts-HD Master Audio 5.1/2.0; Englisch: dts HD Master Audio 5.1 remastered/2.0) auf einem sehr guten Niveau überzeugen! Capelight Pictures präsentiert hier eine unglaublich gelungene und empfehlenswerte Veröffentlichung eines charmanten 80er-Jahre-Klassikers!

L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn ist ein herrlicher Ausflug in den John Hughes-Mikrokosmos. Eine klassische 80er-Jahre-Teenagerkomödie, die mit Elementen des Science-Fiction und Horror versetzt wurde, hervorragend aufgelegte Darsteller und eine Story, die eine Jungs-Phantasie auf unvergleichlich wüste, überdrehte und herrlich chaotische Weise darstellt, das es auch heute noch eine Freude ist, sich den Film anzuschauen! Dieser Klassiker, von Capelight Pictures in einer vorbildlichen Veröffentlichung präsentiert, sollte in keiner gut sortierten Filmsammlung fehlen!

Christian Funke