Lachsfischen im Jemen  (Eurovideo)

Lachsfischen im Jemen (Eurovideo)

Der Regisseur Lasse Hallström hat uns als Zuschauer bisher eine Vielzahl an schönen Filmen, zum Beispiel Gilbert Grape, Chocolat oder Gottes Werk und Teufels Beitrag, beschert. Seine Filme zeichnen sich dabei durch eine emotional ausbalancierte, anrührende und intelligente Geschichte, guten Schauspielern und einer wunderschönen Bildsprache aus. Diese Tradition führt er auch mit seinem aktuellen Film Lachsfischen im Jemen fort.

Scheich Muhammad (Amr Waked, Syriana) ist ein begeisterter Angler. Dumm nur, dass er in einem Landstrich lebt, der sich durch eine eher überdurchschnittliche Trockenheit auszeichnet: dem Wüstenstaat Jemen! Aus diesem Grunde möchte er mithilfe eines Staudamms 10 000 Lachse in seinem Land ansiedeln. Zweierlei Gründe führt er für diese großangelegte Aktion an, auf der einen Seite möchte er seinem Volk so den Angelsport näherbringen und auf der anderen Seite durch die zusätzliche Bewässerung die heimische Landwirtschaft verbessern. Bei diesem ehrgeizigen Plan kann dem Scheich am besten seine resolute Anlageberaterin Harriet Chetwode-Talbot (Emily Blunt) weiterhelfen, die ihrerseits nun versucht, den etwas scheuen Fischexperten Dr. Alfred Jones (Ewan McGregor) zu überzeugen. Dieser kann der Idee nicht viel abgewinnen und verweigert erst mal die Zusammenarbeit, bis sich die intrigante Presseberaterin des britischen Premierministers, Patricia Maxwell (herrlich launisch: Kristin Scott Thomas) einschaltet, die hier eine perfekte Chance sieht, mal eine positiv getrimmte Nahost-Geschichte zu präsentieren, durch welche letztendlich der Premierminister mal wieder eine bessere Publicity bekommen könne. Nun muss Dr. Jones wiederwillig im Auftrag seines Landes in den Jemen, um dieses irrwitzige Unternehmen vor Ort zu organisieren. Doch hier entwickelt sich einiges für Dr. Jones anders als erwartet, und auch vorhandene Vorurteile müssen neu überdacht werden.

Lachsfischen im Jemen ist ein Film, der seine herrlich absurde Geschichte mit einer herzerwärmenden Frische und einer Prise britischen Humors erzählt, die dem Zuschauer ein positives Grundgefühl verschafft. Der Film ist eine Komödie, die sich jedoch auch nicht den ernsten Untertönen gegenüber verschließt, und eine dramatische Komponente einbaut, die der Geschichte eine angenehm intelligente Tiefe verleiht.
Dazu gesellen sich eine Gruppe überaus gut agierender Darsteller, hier vor allem der sympathische Ewan McGregor, der seine Rolle ungemein vielschichtig ausbaut, tolle Landschaftsaufnahmen und ein fesselnder Soundtrack von Dario Marianelli.

Lachsfischen im Jemen ist ein schöner „Wohlfühlfilm“, der seine Geschichte über Liebe, Freundschaft, Träume, Politik, Vorurteile und einer irrsinnigen Idee charmant verknüpft, ohne dabei zu seicht zu werden. Ein Film, den man hervorragend mit dem Partner gemeinsam anschauen kann und einen angenehmen Gegenpol zu den hektisch geschnittenen und mit plumpem Humor angereicherten Mainstream-Komödien darstellt.

Christian Funke-Smolka