Lass Ihn Nicht Rein!

Lass Ihn Nicht Rein!

Lass Ihn Nicht Rein!
(Sunfilm Entertainment/ Tiberius Film)

 

Ein Genre altert mit seinen Zuschauern…. Stand in den Klassikern erst die Zukunft der pubertierenden, hormonell beeinflussten Teenager auf Messers Schneide (man entschuldige das kalauernde Wortspiel), sind es nun oftmals die beziehungsgeplagten Mittdreißiger, die blutige Erfahrungen in Ferienhütten sammeln.

Regiedebütantin Kelly Smith orientiert sich in Lass ihn nicht rein! deutlich an den großen Vorbildern des Terrorkinos, und schickt die Protagonisten in eine ländliche Dorfgegend in England.
Das Pärchen Calvin und Paige planen ein ruhiges Wochenende außerhalb der Großstadt, entschließen sich aber kurzfristig, die umtriebige Schwester Mandy mitzunehmen. Diese jedoch bringt noch ihren One-Night Stand Tristan mit, welcher durch eine eher unsympathische Grundeinstellung auf sich aufmerksam macht.
Im Dorf angekommen hört man die Schauergeschichten über einen Serienkiller, der gemeinhin der „Baum-Chirurg“ genannt wird, da er seine ausgeweideten Leichen oder einzelne Körperteile dekorativ in Bäumen drapiert. Kurze Zeit später trifft man auf einen schwer verletzten unbekannten Mann, den man in der gemeinsamen Unterkunft aufnimmt. Doch als Calvin verschwindet, wird deutlich, dass sich die Ereignisse blutig zuspitzen und sich der Wochenendtrip zu einem Kampf auf Leben und Tod entwickelt.

Die Regisseurin Kelly Smith hält sich in Lass ihn nicht rein! nicht lange mit einer ausschweifenden Figurenzeichnung oder Charakterentwicklung auf. Schnell kommt die Geschichte in Fahrt, ist dafür aber nach knapp 76 Minuten auch wieder zu Ende. Atmosphärisch ist der Film dabei ganz gelungen, aber darstellerisch oder inhaltlich eher unterdurchschnittlich. Zu wenig geht man hier auf die einzelnen Figuren ein, als dass diese dann im Endeffekt für den Zuschauer interessant und lebendig wirken. Es fehlt dadurch dann die Identifikation und damit verbunden ist es einem dann schnell egal, was mit ihnen im Verlauf der Geschichte passiert.

Hört sich der Filmtitel schon wie ein Anti-Porno an, entwickelt sich die gewöhnungsbedürftige Synchronisation in eine ähnliche Richtung. Ansonsten gehen Bild und Ton der Veröffentlichung aus dem Hause Sunfilm Entertainment/ Tiberius Film in Ordnung.

Lass ihn nicht rein! ist für ein Debüt ein recht atmosphärischer Beitrag, dem es aber an einer ausgefeilten Geschichte oder einem Interesse für seine Figuren mangelt. Auf Grund der kurzen Lauflänge ist der Film streckenweise ganz unterhaltsam und kurzweilig, aber von einem gelungenen Beitrag zum Genre noch weit entfernt. Dadurch eignet er sich für Genre-Vielgucker, die sich an den Verbeugungen der Klassiker und den blutigen Effekten erfreuen werden.

CFS