LOST PLACE 3D (NFP marketing und distribution)

LOST PLACE 3D (NFP marketing und distribution)

lost-place-cover-220x311Project HAARP: In den 1980er Jahren, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, begann das U.S. Militär mit einer Funktechnologie zu experimentieren, die nachgewiesener Weise einen Einfluss auf das menschliche Gehirn hat. Offiziell fanden Experimente in Deutschland nie statt, bis im Pfälzer Wald einige Jugendliche auf seltsame Phänomene stießen:

Gespannt und voller Erwartungen treffen sich Daniel, Thomas, Elli und Jessi zu einer Geocache-Schatzsuche: Als sie an einem gespenstisch verlassenen Campingplatz ankommen, beginnen seltsame Dinge mit ihnen zu geschehen. Plötzlich taucht ein mysteriöser Mann im schwarzen Strahlenanzug auf: Ist er der einzige Verbündete der Jugendlichen oder ein gefährlicher Psychopath, der unschuldige Teenager in die Falle lockt? Als die Nacht hereinbricht, ist aus dem ausgelassenen Abenteuertrip längst ein Nerven zerfetzender Kampf auf Leben und Tod geworden.

Meinung zum Film:

Das deutsche Genrekino glänzt nicht unbedingt durch ein Überangebot an guten Filmen. Dies zu ändern scheint das Bestreben des Filmhochschulstudenten und Regisseurs Thorsten Klein, der in seinem Debüt einen klugen und faszinierend atmosphärischen Film vorlegt, der sich in den Genres des Verschwörungsthrillers genau so sicher bewegt wie in den Gefilden des Horrorfilms und zum Glück auf unangebrachten Humor verzichtet. Lost Place 3D heißt sein Film und ist der erste deutsche und einer der ersten europäischen Filme, der im neuen Tonformat Dolby Atmos in den Kinos läuft. Da er zudem noch mit der RED Epic in REAL 3D gedreht wurde, zeigt es sich, dass hier auch solche Produktionen in dieser technischen Qualität zu bewerkstelligen sind. Bleibt nur zu hoffen, dass Lost Place 3D den Erfolg hat, den er verdient, damit sich demnächst mehrere solcher gelungenen Genrebeiträge in unseren Kinos wiederfinden.h542

Aber zurück zu Lost Place 3D! Thorsten Klein lässt seinen Film wie einen der gängigen amerikanischen Produktionen beginnen, indem er vier charakterlich unterschiedliche Jugendliche gemeinsam in eine abgelegene Gegend fahren lässt, wo sie Geocachen wollen. Ziel ist ein geheimnisvoller, verlassener Campingplatz, bei dem man sich einen besonderen Kick verspricht. Nachdem man erste Kontakte zur genretypischen Backwood-Bevölkerung geknüpft hat, erreicht man das Ziel der Fahrt, welches auf einem schwer zugänglichen Gelände an einem mit einem gesicherten Tor verschlossenen Zaun endet. Sämtliche Warnschilder werden ignoriert, denn schließlich befindet sich der erhoffte Cache hinter dem Zaun. Doch hinter der Absperrung befindet sich außer dem vermeintlichen „Schatz“ ein noch wesentlich größeres Geheimnis, welches die Vier in eine lebensbedrohliche Situation bringt.

549437_m1t1w512q75s1v28511_TAV-211357-205016Ich muss gestehen, dass mich Regisseur Thorsten Klein mit seinem Film überrascht hat. Zusammen mit Lena Vurma schrieb er das Drehbuch zu Lost Place 3D und schafft genau das, was ich an einer guten Geschichte schätze: sie überrascht mich! Immer, wenn man als Vielgucker meint, die Story durchschaut zu haben, schlägt die Handlung einen Haken und man steht mit seinen Überlegungen ganz am Anfang. Dabei zitiert er die großen Klassiker wie „The Hills Have Eyes“ oder „Beim Sterben ist jeder der Erste“ (als Zocker bilde ich mir auch Verweise auf STALKER ein ^^) ohne dabei dumpf zu kopieren und verpackt diese Melange in einem frischen Korsett aus Verschwörungsthriller und Mystery. Hier dreht eindeutig ein Fan einen Film für Fans.
Unterstützt wird er dabei von sowohl motivierten als auch talentierten Menschen vor und hinter der Kamera. Die Rollen wurden passgenau mit Josefine Preuß (Türkisch für Anfänger), Francois Goeske (Summertime Blues), Pit Bukowski (Dorfpunks) und Jytte-Merle Böhrnsen (Schutzengel) besetzt, die ihre Rollen allesamt gut auszufüllen wissen.

Der Kniff, Tatsachen wie das umstrittene HAARP-Projekt mit fiktionalen Versatzstücken und einer tollen Location zu kombinieren, alles mit einer Prise „Verschwörung“ und einer Portion „Horror“ anzureichern und dann technisch hervorragend und inszenatorisch auf einem sehr guten Niveau zu präsentieren, machen Lost Place 3D für den Fan zu einem echt interessanten Film, den man sich auf jeden Fall im Kino anschauen sollte. Bitte mehr davon!

Christian Funke-Smolka