„Major Dundee - Sierra Charriba” (Explosive Media) +++Rezension & Gewinnspiel+++

„Major Dundee – Sierra Charriba” (Explosive Media) +++Rezension & Gewinnspiel+++

Regie: Sam Peckinpah

Mit Charlton Heston, Richard Harris, Jim Hutton, James Coburn, Michael Anderson Jr., Senta Berger, Mario Adorf, u.v.m.

1864: Major Dundee, ein Kavallerie-Offizier der Unions-Armee im amerikanischen Bürgerkrieg, wird wegen Fehlverhaltens in ein Kriegsgefangenenlager nach New Mexico strafversetzt. Nachdem eine Armeekolonne und eine Rancherfamilie von Apachen unter der Führung von Häuptling Sierra Charriba massakriert worden sind, rückt Dundee mit einer eigens zusammengestellten Truppe aus, um einen persönlichen Krieg gegen das mordend und plündernd durchs Land ziehende Indianeroberhaupt zu führen. Diese Truppe besteht aus Weißen und Schwarzen, ein paar Leuten von Dundees Wachmannschaft, Indianerscouts und einem Haufen inhaftierter Südstaatler unter der Führung von Dundees ehemals bestem Freund Benjamin Tyreen. Während der Verfolgungsjagd, die kreuz und quer durch Mexiko führt, kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen den einzelnen Parteien. Die zusammengewürfelte Truppe, zu der unterwegs die hübsche Witwe eines mexikanischen Arztes stößt, gerät zudem zwischen die Fronten von Mexikanern und Franzosen, die Kaiser Maximilian I. in Mexiko an die Macht bringen wollen. Der ganze Feldzug wird zum Himmelfahrtskommando.

„Sierra Charriba“, im Original „Major Dundee“, ist der dritte Spielfilm des Hollywoodaußenseiters Sam Peckinpah und ein vielschichtiges Porträt jenseits jeder Heldenglorifizierung. Im Mittelpunkt steht eine zwielichtige Gestalt des amerikanischen Bürgerkrieges, provokant besetzt mit Hollywoods damaligem Musterhelden Charlton Heston. Der Regisseur zeigt einen verbissenen Befehlshaber, dem jedes Mittel recht ist, seinen angeknacksten militärischen Ruf zu rehabilitieren. Dabei trägt Peckinpahs Antiheld nicht nur die Züge eines egoistischen Feldherrn. Dundee fällt eine militärische Fehlentscheidung nach der anderen, gerät in Hinterhalte und verliert Gefechte. Letzten Endes drückt sich der Major gar vor seinem Kommando, indem er sich für einige Wochen einem Alkoholexzess hingibt und sich beinahe zu Tode säuft. Das persönliche Scheitern eines Dilettanten nutzt Peckinpah zur bemerkenswerten Demontage nationaler Mythen. Dabei verfährt er radikal, eine ehrenvolle Niederlage gibt es in „Sierra Charriba“ nicht.

© Explosive Media

Meinung zur Veröffentlichung:

Der US-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Sam Peckinpah befand sich in den frühen 1960ern noch am Anfang seiner Karriere. Erste Arbeiten fürs Fernsehen und zwei Spielfilme, wobei speziell sein letzter Film Sacramento gute Kritiken bekam, sorgten dafür, dass er den Auftrag erhielt, Major Dundee – Sierra Charriba zu drehen. Als Darsteller konnte man neben Senta Berger Mario Adorf, James Coburn, Richard Harris und den später auch weiterhin mit dem Regisseur zusammenarbeitenden Warren Oates verpflichten, doch speziell Charlton Heston, eigentlich auf klassische Heldenrollen abonniert, sollte sich als gewagter, aber lohnenswerter Coup erweisen. Sein Portrait eines von krankhaftem Ehrgeiz zerfressenen Mannes, der alles für seine Ziele verrät, passte nicht in die damalige Filmlandschaft, so dass es – der Regisseur sollte diese Erfahrungen später regelmäßig machen – zu Ärger und Einmischungen seitens des Studios und der Produzenten kam. Doch gerade Heston, mit dem Peckinpah sich wiederholt stritt (Gerüchte besagen, dass der Regisseur häufig stark angetrunken am Set erschien, so dass Heston häufig auch hinter der Kamera einspringen musste), bürgte mit seiner Gage für den Regisseur und überredete die Verantwortlichen, Peckinpah nicht rauszuschmeißen. Jedoch durfte dieser den Schneideraum ab sofort nicht mehr betreten. Das Studio, nicht an einem pessimistischen Film interessiert, kürzte etwa 30 Minuten der als negativ bewerteten Szenen heraus, so dass man letztendlich eine verwässerten Torso des ursprünglich zweieinhalb Stunden langen Films veröffentlichte, dem man inhaltlich nur schwer folgen konnte und der zudem auch noch musikalisch völlig unpassend untermalt war. Das Scheitern was vorprogrammiert. Erst 2005 fand man 14 Minuten des verschollen geglaubten Materials und fügte diese ein. Zudem spendierte man dem Film einen passenderen Soundtrack. Hier erhält man einen Blick auf einen sich näher an der Vorstellung des Regisseurs befindenden Film, der schon viele der später bekannten Markenzeichen Peckinpahs beinhaltet. Major Dundee – Sierra Charriba sollte für längere Zeit der letzte Kinofilm Peckinpahs gewesen sein, da man ihn aufgrund der Streitigkeiten auf die studiointerne schwarze Liste setzte. Erst seine nachfolgenden erfolgreichen und preisgekrönten Arbeiten für das Fernsehen ermöglichten ihm mit dem Meilenstein The Wild Bunch die Rückkehr auf die große Leinwand. Major Dundee – Sierra Charriba wäre, hätte man ihn nicht so massiv umgeschnitten, ein großer Film werden können. So jedoch kann man in Ansätzen erahnen, was dem Regisseur vorschwebte und was er einige Jahre später dann doch noch stilistisch und erzählerisch umsetzen konnte. Alleine in seinem filmhistorischen Kontext ist Major Dundee – Sierra Charriba schon ein interessanter Film im Œuvre dieses Filmemachers, die tolle Besetzung und die hervorragende Restaurierung machen ihn dann doch zu einem empfehlenswerten Film.

© Trailer: VHS Trailer Park

Explosive Media veröffentlicht Sam Peckinpahs Frühwerk und dritten Spielfilm Sierra Charriba (Originaltitel: Major Dundee, USA 1965) erstmalig in High Defitinion. Das wäre eigentlich schon ein Grund zur Freude, doch es kommt noch besser, denn der Film erscheint als auf 2000 Stück limitiertes Mediabook und enthält auf zwei Blu-ray – Discs sowohl die Kinofassung (122 Minuten), als auch die 2005 von einem 4K-Master restaurierte Langfassung (136 Minuten). Bild (2,35:1/1080p) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 2.0/5.1) wurden hervorragend aufbereitet, die Fehlstellen liegen im Originalton mit Untertiteln vor. Zudem kann man bei der erweiterten Fassung zwischen der neuen, oder der Originalmusik wählen. Disc 1, welche die Kinofassung enthält, hat im Bonusbereich neben dem klassischen Trailer ein siebenminütiges Stuntman-Special zum Film (Riding for a Fall) aus dem Jahr 1965, die Musiktonspur und zwei Specials von Mike Siegel (das 2019 entstandene, 75 Minuten lange Passion & Poetry und das 47 Minuten lange Featurette über das mittlerweile zwei Jahrzehnte andauernde Passion & Poetry-Projekt). Disc 2 enthält neben der Langfassung noch einen Trailer zu ebendieser, die bereits erwähnten zwei Musikspuren, fünf erweiterte und entfallene Szenen, zwei informative Audiokommentare von führenden Peckinpah-Experten und eine Bildergalerie. Abgerundet wird diese hervorragende Edition mit einem 44 Seiten starken Booklet welches neben vielen Filmbildern und Werbeaushängen noch ein spannendes Essay von Glenn Erickson über die Entstehung des Films und der erweiterten Fassung enthält.

Major Dundee – Sierra Charriba mag nicht Peckinpahs bester Film sein, zumal er bereits hier seine Kämpfe mit den Produzenten und Studiobossen ausfechten musste (was man dem Film an manchen Stellen anmerkt), aber in dieser umfangreichen, liebevoll gestalteten Veröffentlichung, die einen in die Tiefe gehenden Blick auf die Entstehungsgeschichte wirft und dem Zuschauer die bestmögliche Fassung mit einer Fülle an informativen Zusatzmaterialien bietet, darf sie in keiner gut sortierten Sammlung fehlen!

Gewinnspiel:

Ich freue mich, zum Verkaufsstart von „Major Dundee – Sierra Charriba”

1 x das Mediabook

verlosen zu können.

Frage:

Was ist euer liebster Sam Peckinpah-Film?

Wer mir bis zum 19. Dezember 2019 eine Mail mit dem Betreff „Major Dundee – Sierra Charriba” (plus der Anschrift & der Antwort) an:

christian@wewantmedia.de

schickt, das Gewinnspiel freiwillig auf Facebook mit jemandem teilt, dem das auch gefallen könnte und mir, wer mag, noch ein “gefällt mir” auf meiner Facebook – Seite (https://www.facebook.com/wewantmedia) gibt, nimmt an der Verlosung teil!

Bestimmt durch die Reihenfolge der Teilnahme bekommt jeder Teilnehmer eine Nummer zugeordnet, über den oder die Gewinner/in entscheidet ganz unparteiisch und unbestechlich Random.org.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der/die Gewinner/in wird zeitnah benachrichtigt.

Herzlichen Glückwunsch! Der Gewinner steht fest und wurde per Mail informiert. Das Mediabook ist bereits auf dem Weg, viel Spaß damit! Allen anderen Teilnehmenden meinen herzlichen Dank für die große Resonanz und viel Glück beim nächsten Gewinnspiel!

Christian Funke