Maos letzter Tänzer I Review

Maos letzter Tänzer I Review

Maos letzter Tänzer
(Capelight)

War der Tanz- oder Ballettfilm jahrelang als „leichte Kost“ verschrien, etablierte er sich, nicht zuletzt durch den gelungenen Black Swan zu einem Genre, welches auch geeignet scheint, dramatische Geschichten zu erzählen.
Der hier vorliegende Film Maos letzter Tänzer von Regisseur Bruce Beresford (Miss Daisy und ihr Chauffeur) basiert auf der Autobiografie des mittlerweile 50 jährigen Tänzers Li Cunxin, welcher mittlerweile in Melbourne am australischen Ballett tanzt. Seinen beschwerlichen Weg dorthin beschreibt dieser Film.
Mit 11 Jahren wird Li Cunxin die „Ehre“ zuteil, am Staatlichen Ballett in Bejing ausgebildet zu werden. Dies bedeutet für ihn eine Trennung von seiner Familie, zudem ist das dortige Training in einer fremden Umgebung sehr hart und anstrengend. Seine Eltern jedoch sind sehr stolz auf ihren Sohn, da er neben der Ehre, dem Staat und der Partei dienen zu können auch die Chance hat, das Dorf zu verlassen und in die Großstadt zu ziehen. Der Junge jedoch hat das Gefühl, mit den Anforderungen überfordert zu sein, zumal ihm aus seiner Sicht das Talent und die Passion für den Tanz fehlen. Erst als er seine Inspiration durch Videos von russischen Ballett- Tänzern zieht, und seine eigene Form des Tanzes entwickelt, wächst seine Leidenschaft für diese Tätigkeit. Es dauert nicht lange, und er ist der beste Tänzer seiner Schule. Bald bekommt er die Chance, im Rahmen eines Kulturaustausches in die USA einreisen zu dürfen, wo er eine für ihn ungewohnte Freiheit erlebt, der er sich immer mehr hingibt. Als er sich dazu noch in eine amerikanische Tänzerin verliebt und diese heiratet, werden ihm die Einreise in sein Heimatland und der Kontakt zu seinen Eltern auf Lebzeiten verboten.
Maos letzter Tänzer ist ein vielseitiger Film. Neben dem klassischen Tanzfilm bietet er eine interessante und fesselnde Biografie des Hauptprotagonisten, ist aber letztendlich ein politisches Plädoyer für Menschlichkeit und Freiheit. Bildgewaltig und mit einer epischen Erzählweise zeigt uns der Regisseur ohne irgendwelche Klischees zu benutzen einen Blick auf zwei unterschiedliche Kulturen, welche sowohl gute als auch schlechte Seiten haben. Zurückgreifen kann er dabei neben der gelungenen Kameraarbeit auf eine Crew unglaublich überzeugender Darsteller, welche ihren Rollen spürbar Leben einhauchen. Allen voran der Hauptdarsteller Chi Cao, professioneller Tänzer, allerdings in seiner ersten Filmrolle, weiß zu beeindrucken.
Die Blu Ray aus dem Hause Capelight weiß sowohl in Bild und Ton zu gefallen. Hier wird das Medium überzeugend genutzt. Im Bonussektor findet der geneigte Zuschauer neben entfallenen Szenen noch ein informatives Making of, so wie einen im Arte – Journal ausgestrahlten Bericht zum „echten“ Li Cunxin. Abgerundet wird der Bonusbereich durch Interviews mit einigen Darstellern und dem Regisseur.
Maos letzter Tänzer weiß durch seine Erzählstruktur zu fesseln, und ist deshalb auch für Tanzfilmmuffel wie mich ein unterhaltsamer und anspruchsvoll spannender Film, den ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann

CFS