Mass Effect: Paragon Lost (eOne/WVG)

Mass Effect: Paragon Lost (eOne/WVG)

Der Allianz-Marinesoldat James Vega wird auf eine harte Probe gestellt: Stationiert in einer fernen Kolonie zieht er als Anführer seiner Elite-Spezialeinheit in einen erbarmungslosen Krieg gegen die gefürchtete Alien-Armee „Die Kollektoren“.
Vega und seine Soldaten müssen den Angriff der Aliens auf die Kolonie mit allen Mitteln verhindern. Ihr Ziel ist es, die dort lebende Bevölkerung vor der schonungslosen Invasion zu bewahren.

MASS EFFECT: PARAGON LOST eröffnet als Prequel zu dem erfolgreichen Game MASS EFFECT 3 einzigartige Einblicke in die düstere Vergangenheit des neuen Helden James Vega.

Meinung zum Film:

71PQoMwsOBL._SL1299_Mass Effect ist eine sehr erfolgreiche Spielereihe von Electronic Arts, die sich hier mit Mass Effect: Paragon Lost an eine filmische Adaption gewagt haben, welche die Hintergründe der Spielfigur James Vega beleuchtet. Dazu konnte man für die Inszenierung Regisseur Atsushi Takeuchi gewinnen.

Mass Effect: Paragon Lost ist ein animierter filmischer Blick auf die Geschichte der aus dem Spiel Mass Effect 3 bekannten Figur James Vega. Dieser trat im Spiel neu in das Team ein und machte in einem dortigen Gespräch Andeutungen über seine Vorgeschichte. Diese werden hier nun näher beleuchtet und sind zeitlich zwischen dem ersten und dem zweiten Spiel angesiedelt. Positiv zu vermerken ist der Aspekt, dass man seitens der Synchronisation zum Teil die Originalsprecher der Spieleumsetzung gewinnen konnte, so dass man sich als Fan der Reihe direkt heimisch fühlt. Dies wird auch durch die musikalische Untermalung unterstützt, die als gelungen zu betrachten ist und sich stilistisch an den Spiel-Score orientiert. Nun jedoch zum Manko: der Zeichenstil! Ich weiß, dass so was immer Geschmackssache ist, ich persönlich hätte jedoch lieber ein CGI-animiertes als ein gezeichnetes Abenteuer gesehen, beziehungsweise, wenn schon gezeichnet, dann bitte schön dynamischer. Das so was durchaus möglich ist, zeigen ja unzählige Animes, die teils schon Jahrzehnte mehr auf dem Buckel haben als diese Produktion, aber auch aus heutiger Sicht noch frischer und realistischer wirken als viele Momente in diesem Film, der im Jahr 2012 inszeniert wurde.
Oftmals wirkt das Geschehen zu statisch, die Bewegungen zu abgehackt, so als schaue man sich eine Dia-Show an, da die Macher zu regelmäßig mit Standbildern gearbeitet haben. So verliert Mass Effect: Paragon Lost gerade in seiner auf Dynamik ausgelegten Handlung, so wie den Flug- oder Kampfsequenzen stark an Wirkung, erscheint teilweise gar wie ein TV-Anime der 90’er Jahre, was den Sehgenuss unter den heutigen Maßstäben deutlich schmälert.

Die Blu-ray Mass Effect: Paragon Lost erscheint bei eOne und WVG Medien GmbH als gut ausgestattete Veröffentlichung. Bild und Ton sind auf einem guten Niveau, der Bonussektor bietet zudem zahlreiche Informationen. Hier findet der interessierte Zuschauer einen spannenden Blick hinter die Türen von Electronic Arts, Pat O’Brien führt einen durch die heiligen Hallen des Spiele-Schmiede und zeigt uns deren Arbeitsumfeld. Dann gibt es ein weiteres Feature, welches einen Blick auf die Entwicklung des Animationsfilms Mass Effect: Paragon Lost wirft und ein weiterer Bericht beleuchtet die Regie des Films.71C3oI6DnCL._SL1500_

Mass Effect: Paragon Lost ist eindeutig für die Fans der Spielreihe, die sich freuen, endlich eine filmische Adaption anschauen zu dürfen. Die Geschichte fügt sich gut in die gesamte Storyline ein, gibt interessante vertiefende Einblicke und beleuchtet Aspekte, die im Spiel vernachlässigt wurden. Dadurch wird der Film für die Kenner des Mass Effect-Universums ein gutes und faszinierendes Filmvergnügen. Zuschauer, die noch nie was von Mass Effect gehört haben, sollten jedoch sehen, dass sie einen Kundigen unter den Zuschauern haben, der ihnen die teils komplexen Zusammenhänge erklärt. Somit ist Mass Effect: Paragon Lost eindeutig ein Film der sich primär an die Fanbase richtet.

Christian Funke-Smolka