"Mexico Barbaro - Grausame Legenden" (Donau Film)

„Mexico Barbaro – Grausame Legenden“ (Donau Film)

Regie:

Isaac Ezban, Laurette Flores Bornn, Jorge Michel Grau, Ulises Guzman, Edgar Nito, Lex Ortega, u.a.

Darsteller:

Adrián Aguirre, Dulce Alexa, Leslie Arce, Leif Bridgman, Sara Camacho, Gabriel Carter, u.a.

Acht wilde mexikanische Regisseure erwecken die grausame Sagenwelt ihres Landes zu furchterregendem Leben. Verstörende Geschichten erzählen von lüsternen Trollen, Geistern, Monstern, aztekischen Blutopfern und natürlich dem Tag der Toten. Von surrealem Grusel bis zu totalem Terror – Mexico Barbaro zeigt die Legenden und Mythen Mexicos von ihrer blutigen Seite…

© Donau Film

Meinung zur Veröffentlichung:

Die düstersten Legenden und brutalsten Mythen Mexikos von ihrer blutigsten Seite: Originell, schockierend, verstörend!

Im filmischen Horrorgenre haben Anthologien seit jeher einen festen Platz. Mit dem vorliegenden Mexico Barbaro – Grausame Legenden haben wir eine aus Mexiko (okay, der Filmtitel ließ dies schon erahnen!) stammende Sammlung von acht Kurzfilmen, in denen sich die verantwortlichen Regisseurinnen und Regisseure zusammengesetzt haben, um die Mythen und Sagen ihres Landes in Kurzfilmen zu verarbeiten. So unterschiedlich die Filmemacher, so abwechslungsreich die Geschichten. So haben wir Drogen, Gangs, Heimsuchung durch Geister, Dämonen und penetrierende Trolle. Das ist mal unterhaltsam, teilweise sogar recht ansehnlich und atmosphärisch in Szene gesetzt, auch wenn man immer wieder die Anleihen bei den großen Klassikern wie From Dusk Till Dawn erkennen kann (was ja prinzipiell nicht schlecht ist). Es ist Fluch und Segen eines Episodenfilms, aufgrund einer begrenzten Laufzeit die jeweilige Geschichte straff und pointiert zu erzählen. Bei talentierten Filmemachern ist dies eine erfrischende Fingerübung, bei anderen nicht unbedingt. So haben wir auch hier eine Sammlung an Filmchen, die mal gut, mal weniger gut, mal unterhaltsam und mal einfach nur absurd oder öde sind. Ein mangelndes Budget muss dabei nicht unbedingt ein Manko sein, fordert es im günstigen Fall die Kreativität der Beteiligten. Bei Mexico Barbaro – Grausame Legenden jedoch wirkt vieles oftmals eher trashig und planlos, so dass man den Eindruck bekommt, dass die meisten der hier vorliegenden Episoden auf den eher plumpen Schock und die Gewaltdarstellung ausgerichtet sind. Diese jedoch, und hier kommt eigentlich das größte Manko der vorliegenden Blu-ray, hat dann zudem eine FSK-Prüfung nicht unbeschadet überstanden, so dass es hier massive Kürzungen zu bestaunen gibt, die die eh schon kurzen Filme noch in ihrer Struktur sehr sprunghaft ausschauen lassen, da man die vielen Schnitte in einem auf die Kürze ausgelegten Handlungsstrang nur schwer kaschieren kann.        

© Wicked-Vision Media

Mexico Barbaro – Grausame Legenden (Originaltitel: México Bárbaro, Mexiko 2014) erscheint nach seinem ungeprüften und somit unzensierten Mediabook-Release bei Wicked Vision nun als geprüfte und mit einem FSK18-Siegel versehene Amray bei Donau Film. Jedoch mussten für diese geprüfte Fassung etwa 4 Minuten an Schauwerten entfernt werden. Bild (2,35:1/1080p) und Ton (Spanisch: dts-HD Master Audio 5.1, Deutsch: dts-HD Master Audio 2.0) der mir vorliegenden Blu-ray waren auf einem soliden Niveau, wobei es mich überrascht hat, dass man für die deutschsprachige Tonspur auf 2.0, statt wie beim Originalton auf 5.1 umgestiegen ist. Dies nimmt dem Film neben den zensierten Schauwerten zudem noch die akustische Plastizität, weshalb ich hier unbedingt den Originalton empfehlen kann. Im Bonusbereich befinden sich diverse Trailer, drei zwischen zwei bis sechs Minuten lange „Behind-the-Scenes“-Specials, Szenen vom Dreh und eine Bildergalerie.

Wer Spaß an Episodenfilmen hat, kann gerne einen Blick riskieren, denn eine gewisse Atmosphäre und die eine oder andere krude Idee kann man Mexico Barbaro – Grausame Legenden definitiv nicht absprechen. Doch fehlt es hier neben den herausgekürzten Gewaltspitzen auch an einem inhaltlichen roten Faden (sowohl in den einzelnen Episoden, als auch in der nicht vorhandenen übergreifenden Geschichte), so dass viele der hier gezeigten Geschichten nur bedingt unterhalten. Eine atmosphärische, aber nicht durchgängig sehenswerte Fingerübung mexikanischer Genreregisseure.  

Christian Funke