„Mit Blut geschrieben“ (explosive media)

„Mit Blut geschrieben“ (explosive media)

Regie: Lewis Milestone

Mit: Gregory Peck, Harry Guardino, Rip Torn, George Peppard, Bob Steele, Woody Strode, Robert Blake u.a.

Einer der Kriegsfilme, die Regisseur Lewis Milestone („Im Westen nichts Neues“) im Lauf seiner Karriere inszenierte, wobei er stets Wert auf die realistische Zeichnung der Kriegshandlungen legte. Hauptdarsteller Gregory Peck war an der Produktion beteiligt. „Pork Chop Hill“ ist teils wie eine Kriegsreportage inszeniert, teils als Studie über den Heroismus der Männer. Peck als Kompanieführer zeigt Tapferkeit in ernster und distanzierter Weise als die Fähigkeit, Angst zu überwinden und das zu tun, was notwendig zum Überleben ist.

Mit dokumentarischer Genauigkeit und ohne falsches Pathos schildert der Film den schmutzigen soldatischen Alltag im Schützengraben, der im Stil eines Tatsachenberichts die Sinnlosigkeit eines militärisch fragwürdigen Unternehmens schildert. Neben Anthony Manns „Tag ohne Ende“ zählt Milestones‚ Werk zu den besten Filmen, die Hollywood über den Korea-Krieg gedreht hat. Berühmt wurde Lewis Milestone mit dem Oscar-gekrönten Antikriegsfilm „Im Westen nichts Neues“ (1930) nach dem Erfolgsroman von Erich Maria Remarque.

© explosive media

Meinung zur Veröffentlichung:

Seit dem Jahr 1950 wurde im sogenannten Koreakrieg ein militärischer Konflikt zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) und der mit ihr verbündeten Volksrepublik China auf der einen Seite und der Republik Korea (Südkorea) sowie Truppen der Vereinten Nationen unter Führung der USA auf der anderen Seite ausgetragen. Mit Blut geschrieben spielt im Jahr 1953, kurz vor dem Ende des Koreakrieges. Die Friedensverhandlungen laufen und die Soldaten sehen sich schon in ihre Heimat zurückkehren, als Lieutenant Joe Clemons (Gregory Peck) den Befehl erhält, den strategisch eher unwichtigen Hügel Pork Chop Hill zu erobern. Dies gelingt ihm nur unter großen Verlusten, als er die Stellung halten will, wird ihm die dringend nötige Verstärkung verweigert, stattdessen soll er sogar die Hälfte der Soldaten seiner Kompanie zurückschicken…

Gregory Peck (Moby Dick, Kap der Angst), der mit dem Filmdrama Wer die Nachtigall stört drei Jahre später Weltruhm erlangen sollte, trat in seinen filmen häufig in Heldenrollen in Erscheinung, war jedoch auch für sein politisches Engagement bekannt. Regisseur Lewis Milestone (Meuterei auf der Bounty), seit Ende des Ersten Weltkrieges als Filmemacher aktiv, erlangte im Jahr 1930 Weltruhm mit seinem kritischen Antikriegsfilm Im Westen nichts Neues. Beide trafen Ende der 1950 Jahre zusammen und adaptierten das Sachbuch Der Überfall am Chongchon: Einzelschicksale in der Niederlage einer Armee des Offiziers und Kriegsberichterstatters Brig. Gen. S.L.A. Marshall USAR. Ziel war es, einen möglichst authentischen, ungeschönten Blick auf das Schicksal der Soldaten im Kriegseinsatz zu werfen. Bis in die kleinsten Rollen perfekt besetzt (neben Peck trifft man auf Rip Torn, George Peppard, Woody Strode, Robert Blake, Martin Landau oder Harry Dean Stanton), erleben wir einen völlig zu Unrecht fast in Vergessenheit geratenen Film, der das Geschehen mit einer beinahe dokumentarischen Genauigkeit betrachtet und so die Sinnlosigkeit des Krieges verdeutlicht und den Soldaten ein Gesicht und eine Geschichte gibt. Herausgekommen ist ein zur damaligen Zeit beeindruckend inszenierter Antikriegsfilm, der vielschichtig einen sehr genauen, klugen und ungewöhnlich kritischen Blick auf die Hintergründe des kurz vor seinem Ende stehenden Koreakrieges wirft.

© Trailer: Video Detective

Mit Blut geschrieben (Originaltitel: Pork Chop Hill, Frankreich/Italien, 1959) erscheint bei explosive media als deutschsprachige Blu-ray-Premiere. Gut aufbereitet, zeigt der in schwarz-weiß gedrehte Antikriegsfilm eine erstaunlich gute Bild und Tonqualität (Bild: 1,66:1/1080p; Ton: Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 2.0), im Bonusbereich befinden sich der Originaltrailer und eine Bildergalerie.

Natürlich wirkt ein mehr als sechzig Jahre alter Kriegsfilm unter heutigen Sehgewohnheiten antiquiert. An dem vorliegenden Antikriegsfilm Mit Blut geschrieben jedoch fasziniert die sehr kritische Betrachtung, die die teils nicht nachvollziehbaren Befehle berechtigterweise hinterfragt und ein schonungsloses Bild der Kampfeinsätze darstellt. Damals atemberaubend, sind auch aus heutiger Sicht die Kämpfe beklemmend in Szene gesetzt und dank der Riege an grandiosen Schauspielern wird auch darstellerisch einiges geboten. Von mir gibt es eine eindeutige Empfehlung!

Christian Funke