Monsters

Monsters

Das der Film ein Spiegelbild der Gesellschaft, und seiner politischen und soziokulturellen Lage ist, ist nicht neu! Thesen und Abhandlungen dazu gibt es unzählige. Was jedoch aus der derzeitigen Welle an Invasionsfilmen auf unsere aktuelle Lage zu schließen ist, kann dann allerdings ein wenig beunruhigen!

Filme wie District 9, Cloverfield oder World Invasion: Battle Los Angeles bestimmen den derzeitigen Genre – Filmmarkt und vermitteln beim Zuschauer eine gepflegte Paranoia. Oberflächlich betrachtet, passt der vorliegende britische Film des Langfilmdebütanten Gareth Edwards dabei hervorragend in die Riege der eben genannten Filme. Aber dies eben auch nur oberflächlich. Unterschiede werden schnell deutlich, wenn man zum Beispiel das Tempo, Effekte oder die Bildsprache mit anderen Vertretern vergleicht. Aber ich eile voraus!
Die Geschichte spielt in einer Zeit nach dem Einfall außerirdischen Lebens. Durch den Absturz einer NASA-Sonde über dem Grenzgebiet zwischen Mexiko und den Staaten gelang es der neuen Lebensform, sich schnell auszubreiten, so dass sich die Regierung gezwungen sieht, das Gebiet als „infiziert“ in eine Sperrzone zu verwandeln, und die sich dort ausbreitende Lebensform seit nunmehr 6 Jahren massiv zu bekämpfen. Da sich die Tochter eines bekannten und wohlhabenden Zeitungsmoguls in diesem Gebiet aufhält, die Regierung jedoch plant, sämtliche Fährwege auf lange Zeit zu sperren, heuert der Vater den Fotoreporter Andrew an, seine Tochter schnellstmöglich aus dem Gebiet zu holen. Da dieser jedoch ein echter Schlunz ist, verpassen die Beiden natürlich die letzte Fähre und sind nun gezwungen, die infizierte Zone zu Fuß zu durchqueren. Was nun folgt, sollte der Genrekenner eigentlich absehen können, aber weit gefehlt. Hier ist Monsters eher ein dramatisch-poetisches Roadmovie als eine Zerstörungs- und Invasionsorgie. Den Freund exquisiter Stadtzerlegungen wird dies wohl eher abschrecken, Zuschauer, die sich aber auf eine intelligente, hervorragend erzählte Geschichte mit glaubhaften Protagonisten einlassen können, werden dafür mit einem wunderbaren und packenden Film belohnt.
Auch die Veröffentlichung weiß zu begeistern. Die Blu ray aus dem Hause Capelight Pictures ist aus technischer Sicht als hervorragend zu bezeichnen. Ein klares, sauberes und plastisches Bild wird durch einen satten und Raumfüllenden Sound getragen. Im Bonusbereich findet der geneigte Zuschauer neben einem wunderbaren Kurzfilm („Factory Farmed“) des Regisseurs noch diverse, sehr umfangreiche Dokumentationen zu den Bereichen „Schnitt“, „visuelle Effekte“ oder der „Comic Con“ und einem knapp einstündigen Making of. Dazu kommen knapp 70 Minuten Interviews mit den Beteiligten, einem Audiokommentar und diversen Trailern. Monsters ist ein intensiver und aufwühlender, etwas anderer Beitrag zum aktuellen Invasions-Trend, der sich durch eine beinahe poetische Erzählweise wohltuend von den aktuellen Effektorgien abhebt. Beinahe traumwandlerisch schöne Bilder schaffen eine Atmosphäre, die unterstützt wird durch einen perfekten Soundtrack. Wer sich darauf einlässt, wird mit dem meiner Meinung nach wohl interessantesten Genrefilm der letzten Zeit belohnt, der auf Grund seiner Geschichte und der erzählweise noch lange nachklingen wird. Eine absolute Empfehlung!

CFS