Mr. Nice

Mr. Nice

Mr. Nice
(Koch Media)

 

Dennis Howard Marks, Jahrgang 1945, ist Mr. Nice. Er studierte Philosophie und Physik, und schloss mit einem Abschluss zweiten Grades ab. Aber er sollte nicht in seinem erlernten Bereich an Popularität gewinnen, sondern ging als einer der größten Drogendealer der 70er und 80er in die Geschichte ein. Die amerikanische DEA schreibt ihm zeitweilig mehr als 10% des gesamten Welthandels von Haschisch und Marihuana zu.
Was ihn trotz seiner kriminellen Geschäfte überaus sympathisch machte war der absolute Verzicht auf Gewalt und die Absage an den Verkauf harter Drogen.
Seine Biografie liest sich wie ein ausufernder und überdrehter Film. Den Wunsch, Lehrer zu werden gibt er auf, als er in einer Zeit, wo viele Jugendbewegungen das Cannabis für sich entdeckten, eine Ladung desselben quer durch Europa transportiert. Durch seinen Kontakt zu einem Anführer der IRA gelingt es ihm, den amerikanischen Markt für weiche Drogen ebenfalls zu erobern. Gleichzeitig wirbt ihn auch der MI6 an, um an Informationen über die IRA zu gelangen. Schnell merkt er, welche macht er in seiner Position besitzt, und findet Gefallen daran. Seine Intelligenz und Cleverness lassen ihn je nach Situation in verschiedene Rollen schlüpfen, und so ein ganzes System zum Narren zu halten. So genießt e sein leben in Reichtum und Luxus, ohne auch nur einmal für richtig lange Zeit ins Gefängnis zu wandern (in den USA zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde er nach 7 Jahren vorzeitig nach England abgeschoben).
Heute lebt er als Legalisierungsbefürworter in Leeds und veröffentlicht Bücher.

Mr. Nice ist die Verfilmung seiner Biografie, welche schonungslos und offen auf alle Facetten seiner Person eingeht. Hier wird nicht nur die Glanzseite der Geschichte um die Person Marks gezeigt, sondern auch der Aspekt seines Familienlebens, und wie sein Umfeld zum Teil unter seinen Geschäften leidet. Somit ist Mr. Nice kein typischer Kifferfilm, sondern eher die tragisch-unterhaltsame Biografie einer schillernden Persönlichkeit der 70er und 80er Jahre.

Die Blu ray aus dem Hause Koch Media zeichnet sich durch ein sehr gutes Bild und einen dynamischen Ton aus. Im Bonussektor befindet sich neben einem Trailer nur noch eine Programmshow.

Wer die Person Howard Marks schon in Filmen wie Blow wiedererkannt hat, dem ist die vorliegende Verfilmung besonders ans Herz gelegt, zeigt sie doch das schillernde Leben dieser Person, verkörpert durch überzeugende Darsteller wie Rhys Ifans als Howard Marks oder Chloe Sevigny als seine Frau.
Cool, informativ und faszinierend liefert Mr. Nice ein nicht nur beschönigendes und glorifizierendes Bild der Person Howard Marks!

CFS