“Murphys Gesetz” (Capelight Pictures)

“Murphys Gesetz” (Capelight Pictures)

Der draufgängerische Polizist Jack Murphy (Charles Bronson) kennt seit sechzehn Jahren bei der Mordkommission nur noch seine eigenen Gesetze. Doch als seine Ex-Frau und ihr Liebhaber mit seiner Dienstwaffe getötet werden, sprechen alle Indizien gegen ihn. Als vermeintlicher Mörder wird er von seinen Kollegen verhaftet. Ihm gelingt die Flucht, aber leider nicht ohne Anhang: Die vorlaute Autodiebin Arabella McGee (Kathleen Wilhoite), die mit Handschellen an ihn gefesselt wurde, ist nun unfreiwillig an der Seite des mürrischen Cops. Die Zeit rennt und Murphy kennt nur noch ein Ziel: den wahren Mörder zu finden.

© Capelight Pictures

Meinung zur Veröffentlichung:

„Leg dich lieber nicht mit Jack Murphy an!“

Der US-amerikanischen Ingenieur Edward A. Murphy jr. veröffentlichte seinerzeit eine Reihe von Lebensweisheiten, deren erstes (verkürztes) Gesetz als das berühmt-berüchtigte Murphy’s Law Bekanntheit erlangte:

„Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“

Dieses Leitmotiv für einen Film zu verwenden, mit dem der markante und eher auf eisenharte Rollen abonnierte Charles Bronson versuchte, Fuß in dem zu dieser Zeit sehr populären Buddy – Movie zu fassen, erscheint aus heutiger Sicht amüsant. Gemeinsam mit dem britischen Regisseur John Lee Thompson, mit dem er bereits Der Liquidator und Ein Mann wie Dynamit inszenierte, schuf man einen Film, bei dem im Hintergrund die filmverrückten Produzenten der Filmschmiede Cannon Group, Inc., Yoram Globus und Menahem Golan, die Zügel fest in der Hand hielten. Dadurch entstand ein Film, der sich von den ansonsten typischen Bronson-Filmen unterschied und auf die Verherrlichung von Selbstjustiz und permanenter Action weitestgehend verzichtete, stattdessen eine unterhaltsame Mischung aus Buddy-Motiven und Thriller-Elementen präsentierte. Charles Bronson, der gerade den dritten Teil der Death Wish-Reihe abgedreht hatte, freute sich über eine neue Herausforderung und spielt Jack Murphy, der seit sechzehn Jahren beim Los Angeles Police Department arbeitet. Von seiner Frau verlassen, trinkt er deutlich zu viel und gibt sich seinem Frust und seiner schlechten Laune hin. Als jedoch seine Frau und ihr Liebhaber mit seiner Waffe erschossen werden, fällt der Verdacht unweigerlich auf ihn und man nimmt ihn fest. Doch Murphy weiß, dass sich jemand an ihm rächen möchte und ihm den Mord in die Schuhe schieben will und flüchtet. Doch leider nicht alleine, denn an ihn gekettet ist die vorlaute Diebin Arabella McGee (Kathleen Wilhoite), die ihn nun auf seinem Weg unfreiwillig begleiten muss…

1986 noch ungekürzt im deutschen Kino, wurde für die Videotheken aus Angst vor einer Indizierung eine deutlich gekürzte Version angefertigt, die so bis 2004 Bestand hatte. Erst hier veröffentlichte man die ungekürzte Fassung für ein volljähriges Publikum auf DVD. Hier nun erscheint die unzensierte Filmfassung zum ersten Mal in High Definition mit deutscher Tonspur. Der im Original schon flapsige Grundton wurde im Rahmen der deutschen Synchronisation noch einmal zusätzlich um einige lockere Sprüche aufgepeppt, die mit ihrem klassischen 80’er-Sprachgebrauch nach heutigen Verständnis manchmal ein wenig befremdlich, aber jederzeit in ihrer überzogenen freien Übersetzung amüsant wirkt. Ansonsten gelingt J. Lee Thompson ein Action-Thriller, der zwar nicht jedes Klischee umschifft, aber mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Sprüchen, Action und Inhalt und ein den Shoot-out einer auch heute noch erstaunlich konsequenten Härte überzeugen kann.

 

 

Capelight Pictures veröffentlicht Murphys Gesetz (Originaltitel: Murphy’s Law, USA 1986) als schön gestaltete 2-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook. Der Film liegt in seiner ungekürzten Fassung mit einer FSK 18-Freigabe erstmalig in Deutschland in High Definition auf Blu-ray und DVD vor, erstgenanntes diente mir als Ansichtsexemplar. Bild (1,85:1/1080p) und Ton (Deutsch & Englisch: PCM 2.0 Mono) befinden sich auf einem qualitativ sehr guten Niveau, im Bonusbereich gibt es neben einem Audiokommentar der Darstellerin Kathleen Wilhoite eine Tonspur mit der isolierten Filmmusik, den Kinotrailer und eine Programmübersicht. Abgerundet wird die Veröffentlichung von einem 24-seitigen informativen und reich bebilderten Booklet von Christoph N. Kellerbach, welches zudem Auszüge aus den Produktionsnotizen enthält.

Solide und mit einem Gespür für gutes Timing von Regie-Veteran J. Lee Thompson in Szene gesetzt, ist Murphys Gesetz zwar definitiv nicht Charles Bronsons bester Film, bietet aber temporeiche, teils spannende Unterhaltung mit einer großen Portion 80’er-Jahre-Charme!

 

Christian Funke