My Week with Marilyn  (Ascot Elite)

My Week with Marilyn (Ascot Elite)

Marilyn Monroe war und ist DIE Hollywood-Ikone, die, obwohl vor über 50 Jahren verstorben, auch heute noch als Sinnbild für die erotische Verkörperung der Weiblichkeit steht. Doch wer war die Person hinter dem Bild? Mittlerweile ist den meisten Menschen bekannt, dass es sich bei der zur Schau gestellten sexuellen Ausstrahlung und dem Image der blonden Verführerin um eine Fassade handelte, hinter der sich eine zutiefst verletzliche und sensible Persönlichkeit namens Norma Jeane Baker befand, die sehr wohl um ihre Ausstrahlung wusste, jedoch an dem ihr vorgegebenen Image zu zerbrechen drohte und dies letztendlich auch tat. Nichts desto trotz wird weiterhin genau dieses Bild der Person Marilyn Monroe in der Öffentlichkeit präsentiert, ja nahezu ausgeschlachtet, so dass es positiv hervorzuheben ist, dass sich ein Film, der sich einem Ausschnitt dieses Lebens widmet, mit der Persönlichkeit hinter dem Abziehbild sensibel auseinandersetzt.

Regisseur Simon Curtis (Freezing, The Sins) greift für seinen Film My Week with Marilyn auf das 1995 erschienene Buch „The Prince, the Showgirl and me“ von Colin Clark zurück, in welchem er über seine Erlebnisse am Set von „The Prince and the Showgirl“ und seiner intensiven Begegnung mit der Hauptdarstellerin erzählt.

Dabei schwelgt der Film in Bildern, die die damalige Zeit zwar übermäßig glorifizieren, den Blickwinkel des jungen Colin Clark (Eddie Redmayne) auch etwas zu schwärmerisch zeigen, aber all das sind eben die Schilderungen aus der Sicht eines 23 Jahre alten, verliebten Set-Mitarbeiters, der plötzlich das erlebt, von dem viele junge Männer damals träumten.

My Week with Marilyn ist ein liebevoll inszenierter, bis ins kleinste Detail stimmiger Film mit geschliffenen Dialogen und einer Reihe grandioser Darsteller, die wiederum Schauspiellegenden mimen. So erlebt man Kenneth Branagh als Sir Laurence Olivier, Dougray Scott als Arthur Miller, Julia Ormond als Vivien Leigh, über Allem jedoch steht Michelle Williams, die die Marilyn Monroe nicht spielt, sondern mit Leben füllt. Sie singt die Lieder, beherrscht jede Mimik und Gestik und zeigt die Filmlegende in all ihren Facetten.

Die bei Ascot Elite erschienen Blu-ray My Week with Marilyn präsentiert den Film in einer sehr guten Bild- und Tonqualität, welche zusätzlich noch einige informative Bonusinhalte vorzuweisen hat. Neben dem knapp zwanzig Minuten langen Feature „The Untold Story of an American Icon“, bestehend aus Interviews mit den am Film Beteiligten und einem historischen Vergleich und einem interessanten Making of, gibt es noch den Originaltrailer und eine Programmshow.

My Week with Marilyn ist ein Film, der sehr gelungen einen Ausschnitt aus dem Leben eines jungen Mannes zeigt, der für eine Woche im Rampenlicht neben einer Ikone stand, sich in diese verliebte und seine Erlebnisse schwelgerisch und überschäumend kundtat.
Getragen von einer Riege hervorragender Schauspieler und einem gelungenen Setting ist Regisseur Simon Curtis ein sowohl reflektierter als auch emotionaler Blick auf eine Legende gelungen, der auch die Person hinter dem Image zeigt.

Christian Funke-Smolka