Navajo Joe

Navajo Joe

Navajo Joe – Kopfgeld: Ein Dollar
(Koch Media)

 

Bei dem Namen Sergio Corbucci läuft dem geneigten Italo-Western-Fan das Wasser im Munde zusammen. Klassiker wie Django oder Leichen pflastern seinen Weg kann der 1990 verstorbene Regisseur auf seinem Konto verzeichnen, wobei die Westernphase gleichzeitig der Höhepunkt seines Schaffens war, jedoch die dort gedrehten Filme teils unterschiedlicher Qualität waren. Meisterwerke sorgten dafür, dass er in einem Atemzug mit dem Großmeister Sergio Leone genannt wurde, jedoch gelang es ihm ebenso regelmäßig, Filme zu drehen, die eben nicht die von Fans geschätzte visuelle Energie, stringente Geschlossenheit und Ironie besaßen sondern oftmals schnell gedrehter Klamauk war. So wendete er sich dann auch Mitte der 70er vermehrt dem Komödiengenre zu, wobei es ihm nicht mehr gelang, künstlerisch gehaltvolle Filme zu drehen.

Nun jedoch zurück zu dem vorliegenden Navajo Joe. Im selben Jahr gedreht wie Django, befindet sich der Regisseur auf der Höhe seines Schaffens. Mit Django gelingt ihm einer der größten Erfolge seiner Kariere, auch wenn man sagen muss, das das wahrhaft virtuose erst in seinen späteren Western hervortritt. Trotzdem wird er gerne, gerade bei Django, als der „dreckige Bruder von Leone“ bezeichnet.

Aber auch in Navajo Joe geizt er nicht mit seiner zu der Zeit üblichen Gesellschaftskritik, gestaltet dabei den filmischen Ablauf sehr direkt und ohne formale Umwege. Alle Zutaten eines Corbucci – Western, vom abgrundtief bösen Verbrecher und dem tragischen, wild entschlossenen Helden, der Gier nach Gold und den expliziten Tötungen, sind vorhanden.
Die Geschichte dreht sich um den Indianer Joe (Burt Reynolds in einer seiner ersten Rollen), dessen ganze Siedlung von skrupellosen Gangstern und Skalpjägern unter der Führung von Duncan (Aldo Sanbrell, Zwei glorreiche Halunken, Für eine handvoll Dollar) ermordet wurde. Voller Hass verfolgt er die Verbrecher und gerät immer wieder in gefährliche Überfälle dieser Bande. Als die Gang eine wehrlose Stadt überfallen wollen, macht er den Bewohnern ein ungewöhnliches Angebot: er hält die Bande ab, wenn ihm die Bewohner für jeden Kopf einen Dollar zahlen.

Navajo Joe ist großartiges, klassisches Westernkino. Musikalisch untermalt wird der gesamte Film vom genialen Ennio Morricone.
Die Veröffentlichung aus dem Hause Koch Media stellt die erste offizielle deutsche Blu ray – Version dieses gefragten Klassikers dar, welche den Film auch noch in sehr guter Qualität und mit umfangreichen Bonusmaterial (einem 32-seitigen und informativen Booklet mit Interviews, und einem Text von Steffen Wulf, Trailer, Bildergalerien, zwei spannenden Featurettes mit Interviews von Ruggero Deodato, Nori Corbucci und Filmhistoriker Antonio Bruschini, etc.) ausgestattet präsentiert.

Die Veröffentlichung von Navajo Joe dürfte erwachsenen Genre-Fans (der Film ist stellenweise sehr hart, und deshalb ab 18!) Tränen der Freude in die Augen treiben, denn diese Blu ray darf in keiner gut sortierten Sammlung fehlen!

CFS