“October Sky” (Capelight Pictures)

“October Sky” (Capelight Pictures)

Als die Sowjetunion am 4. Oktober 1957 den ersten Sputnik-Satelliten ins Weltall schickt, schaut der junge Homer Hickam (Jake Gyllenhaal) fasziniert in die Sterne. Zum Missfallen seines verständnislosen Vaters (Chris Cooper) fasst er den Plan, statt bodenständiger Minenarbeiter zu werden, selbst eine Rakete zu entwickeln, die es bis in die Erdumlaufbahn schafft. Seine ersten Konstruktionen schlagen fehl, doch gemeinsam mit seinen Freunden und unterstützt von seiner Physiklehrerin Miss Riley (Laura Dern) gibt er den Traum von einer funktionstüchtigen Weltraumrakete nicht auf.

© Capelight Pictures

Meinung zur Veröffentlichung:

Wir schreiben das Jahr 1957 und die Welt schaut fasziniert auf die Sowjetunion, die mit der Sputnik den ersten künstlichen Satelliten ins All schießt. Doch einer zeigt sich mehr als nur interessiert: der 14-jährige Homer Hickam. Er lebt zusammen mit seiner Familie in der kleinen Bergbaustadt Coalwood in West Virginia, sein Vater ist der Leiter des örtlichen Bergwerks. Entsprechend ist der berufliche Weg des Jungen eigentlich vorgezeichnet. Doch dieser entdeckt seine Faszination für Flugkörper und möchte Raketenbauer werden…

Die Eroberung des Weltalls ist ein oft genutzter Stoff für Filme, doch Joe Johnston wählt einen anderen Weg. Denn in October Sky erzählt er die Geschichte der Rocket Boys (October Sky ist ein Anagramm der Biografie Hickams), allen voran Homer Hickam (Jake Gyllenhaal in einer seiner ersten Rollen). Basierend auf dem Drehbuch von Lewis Colick erfährt man, wie der junge Hickam und seine Freunde ihre ersten selbstgebauten Raketen entwickelten und zum Leidwesen ihrer Eltern auch zündeten und damit so manches Chaos anrichteten. October Sky zeigt, wie sich die Jungen immer weiter in die Materie des Raketenbaus einarbeiten, ihre Projekte größer und waghalsiger werden, sich aber auch Erfolge abzeichnen. Dabei ist der Film ein sehr charmanter Film über eine Gruppe Teenager Ende der 1950er Jahre, der unaufdringlich das Leben in einer Kleinstadt dieser zeit mit den allgemeinen Erwartungen und Gepflogenheiten widerspiegelt. Dabei liegt der Fokus auf der persönlichen, der emotionalen Ebene, was aus dem biografischen Film über einen angehenden Raketeningenieur ein sowohl leichtfüßiges, aber auch dramatisches Familiendrama mit vielen zu Herzen gehenden Momenten macht.

© Trailer: Movieclips

October Sky (Originaltitel: October Sky, USA 1999) erscheint bei Capelight Pictures schön aufbereitet als deutsche Blu-ray-Premiere als 2-Disc Limited Collectors Edition. Hier sind sowohl die Blu-ray, als auch die inhaltsgleiche DVD enthalten, erstgenannte wurde von mir zur Ansicht getestet. Bild (2,35:1/1080p) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 5.1) sind auf einem erstaunlich guten und qualitativ ausgewogenen Niveau, im Bonusbereich befinden sich die Specials „Aiming High“ (32 Minuten) und „Spotlight on Location“ (10 Minuten), so wie der Trailer und eine Programmübersicht. Abgerundet wird das schöne Mediabook durch ein 24 Seiten starkes Booklet, welches neben zahlreichen Filmbildern ein informatives Essay von Filmjournalist Patrick Reinbott enthält.

Mit October Sky zeigt der ehemalige Effektkünstler und spätere Regisseur Joe Johnston nach seinem Erfolg mit Jumanji, dass er es beherrscht, eine Geschichte, in diesem Fall die Biografie des Ingenieurs und Schriftstellers Homer Hadley Hickam, Jr. auf warmherzige und fesselnde Weise zu erzählen. Der gute Cast und die gelungene Inszenierung runden das Filmvergnügen ab, so dass der Zuschauer auch heute, zwanzig Jahre nach der Erstveröffentlichung einen zeitlosen, mehrfach ausgezeichneten, sehr authentischen und feinfühligen Film über das Heranwachsen und die Entdeckung der eigenen Wünsche und Ziele erleben kann.

Christian Funke