Olaf Ittenbach's Savage Love (Mad Dimension)

Olaf Ittenbach’s Savage Love (Mad Dimension)

In einem Bordell bricht die Hölle los, als eine Horde von Dämonen über die Gäste herfällt.
Die Tochter des Teufels braucht Menschenopfer, um ihren Vater zu erwecken.
Ein Splatter-Spektakel vom Meister des Fachs Olaf Ittenbach.

Olaf Ittenbach, der unbestrittene Meister des Splatter-Films, ist zurück! Mit seinem Blut- und Gedärme-Epos SAVAGE LOVE besinnt sich Ittenbach auf seine alten Stärken zurück, nur um sich selbst zu übertreffen. Schräge Typen, coole Sprüche, brutalste Gore-Effekte, literweise Kunstblut und massenweise herumfliegende Körperteile, das sind die Zutaten, die aus SAVAGE LOVE ein Splatter-Spektakel sondergleichen machen.

SAVAGE LOVE ist das ultimative Splatter-Fest. Absolutes Pflichtprogramm für alle, die es gerne äußerst blutig haben.

Meinung zum Film:

9133c-YF1sL._SL1500_Als Regisseur Olaf Ittenbach, ehemaliger Zahntechniker und heute Deutschlands Splatter-Regisseur-Ikone 2007 verkündete, nie wieder einen Film zu drehen, stürzte das seine Fans in Verzweiflung und ließ die Cineasten wieder an einen Gott glauben. Seit dieser Ankündigung folgten nun vier weitere Filme, womit seine Ankündigung ein wenig an Ernsthaftigkeit verloren hat.

Hier nun haben wir sein neustes Werk Savage Love, welches, wie eingangs beschrieben, von zwei Gangstern handelt, die in einem abgelegenen Bordell statt der Erfüllung ihrer ausgefallenen Wünsche auf eine Horde blutrünstiger Dämonen treffen, die im Auftrag der Tochter Satans das Blut von 666 Opfern benötigt. Liest sich ein bisschen, als würde „Bordello of Blood“ auf John Sinclair treffen, ist dabei aber auch mehr eine Rückkehr des Regisseurs zu seinem alten Terrain, dem soliden Gemetzel. Deutlich orientiert sich der Regisseur dabei an große Vorbilder, man meint Anleihen aus Filmen wie „Braindead“, „Ritter der Dämonen“ oder anderen Genre-Perlen zu erkennen, dass i-Tüpfelchen wäre es natürlich gewesen, der Einrichtung des zwischenmenschlichen Kontaktes auch noch den Namen „Titty Twister“ zu verpassen… nun gut, man kann nicht alles haben! Aber was haben wir dann hier für den genrekundigen Filmfreund? Einen Streifen, der eindeutig die stärke Ittenbachs belegt: seine Effekte. Handgefertigt, sinnfrei und liebevoll in Szene gesetzt. Leider belegt Savage Love jedoch auch genau so schonungslos die Schwächen des Regisseurs, nämlich sein immer schon erkennbares Problem, einen Schauspieler zu einer guten Leistung zu bewegen (und nur, weil der Hauptdarsteller Dustin Semmelrogge der Sohn von Martin Semmelrogge ist, heißt das nicht automatisch, dass er dessen Talent mitbringt) oder ein in sich schlüssiges Drehbuch zu erstellen. Somit verkommt auch dieser Film zu einer relativ simplen, sich teilweise im inhaltlichen Klamauk ergehenden Nabelschau der Spezialeffekte, die jedem intellektuellen Filmfreund die Tränen in die Augen treiben würde. Aber die Fans der älteren Ittenbach-Filme (zum Beispiel „Premutos“) dürfte es freuen.

Die Blu-ray von Savage Love, welche bei Mad Dimension erscheint, präsentiert Ittenbachs neusten Film in einer in Bild und Ton sehr guten Qualität. Der Bonussektor ist jedoch nur mit einem Trailer bestückt. Größtes Manko für den Horrorfan allerdings ist der Umstand, dass das neuste Werk vom deutschen Gore-Meister nur in einer deutlich gekürzten Version erscheint.mqdefault

Da auch Savage Love ein typischer Ittenbach-Film ist, was bedeutet, dass man den Fokus mehr auf die gelungenen, äußerst blutigen und handgemachten Effekte gelegt, dafür jedoch weniger auf Drehbuch, Dialoge und Schauspielerführung geachtet hat, ist eine Fassung, die eben genau diese Effekte nur in einer Torso-Version liefert, eine eher unbrauchbare Anschaffung. Denn auch bei Savage Love zeigt der Regisseur deutlich, dass er zwar in bestimmten Szenen eine stimmige Atmosphäre kreieren kann, es jedoch nicht vermag, einen Film über die gesamte Lauflänge auf einem konstant hohen Spannungsbogen zu halten. Seine Effekte stehen natürlich in ihrer Qualität außer Frage, aber diese alleine machen eben keinen guten Film aus, erst recht, wenn man genau diesen Hingucker dann auch noch entschärfen muss!

Christian Funke-Smolka