„Paradox - Kill Zone Bangkok“ (Koch Films)

„Paradox – Kill Zone Bangkok“ (Koch Films)

Regie:
Wilson Yip

Darsteller:
Ka Tung Lam, Tony Jaa, Yue Wu u.a.

Die Entführung seiner Tochter führt den Cop Lee Chung Chi von Hongkong nach Bangkok. Dort stößt er auf einen Organhandelsring, deren Beteiligte vor nichts zurückschrecken. Auch örtlichen Polizisten stehen der groß angelegten Verschwörung machtlos gegenüber. Dem verzweifelten Vater schwindet bald die Hoffnung, seine Tochter in der thailändischen Metropole lebend zu finden. Wie weit ist er bereit zu gehen?

Mit dem furiosen „Kill Zone S.P.L.“ und der Martial-Arts-Trilogie um den „Ip Man“ schrieb Regisseur Wilson Yip Hongkong-Actiongeschichte. „Paradox“ ist Hongkongs Antwort auf die erfolgreiche „Taken“ -Reihe. Doch während sich Liam Neesons Rachefeldzug dem Mainstream beugt, geht Wilson Yip bei seinem knallharten Thriller kompromisslos in die Vollen. Drei Hongkong-Filmpreise für Hauptdarsteller Louis Koo, die Action-Choreografie und das Sounddesign sowie zwei asiatische Filmpreise für Koo und als bester Actionfilm sind der verdiente Lohn.

© Koch Films

        Meinung zur Veröffentlichung:

Mit dem im Jahr 2005 veröffentlichten Kill Zone SPL bewies Regisseur Wilson Yip, dass es durchaus noch möglich war, einen traditionellen Actionfilm in Hong Kong drehen zu können, der seinen Schwerpunkt auf die ausgefeilten Kampfsequenzen legt und die bekannten Actionklassiker zum Vorbild hatte. Es sollte zehn Jahre dauern, bis man mit Lethal Warrior, beziehungsweise SPL 2, eine Fortsetzung präsentierte, die allerdings keine direkten inhaltlichen Anknüpfungspunkte an den Vorgängerfilm besaß. Nun erscheint mit Paradox – Kill Zone Bangkok ein weiterer Teil der SPL-Reihe und erneut wird eine eigenständige Geschichte erzählt.

Der Polizist Lee Chung Chi (Louis Koo, Flashpoint, SPL 2) ist ein ziemlich harter Brocken, der beispielsweise den Freund seiner minderjährigen Tochter wegen Unzucht verhaften lässt, als diese ihm berichtet, dass sie schwanger ist. Wütend reißt sie aus und flüchtet von Hong Kong nach Bangkok, wo sie dann spurlos verschwindet. Alles deutet auf eine Entführung hin, weshalb ihr Vater ihr nachreist und vor Ort die ermittelnden Behörden unterstützen möchte. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf einen perfide agierenden Organhändlerring mit skrupellosen Machenschaften…

Wilson Yip ist ein überaus erfahrener Filmemacher mit einer mehr als zwanzigjährigen Kariere. Diese Erfahrung merkt man ihm bei Paradox – Kill Zone Bangkok, basierend auf einem Drehbuch von Nick Cheuk und Lai-Yin Leung (Ip Man 3, SPL 2), deutlich an. Erneut sind einige Darstellern aus der Sha po lang-Reihe anzutreffen, die jedoch andere Charaktere als in den Vorgängerfilmen verkörpern. Die Story ist düster und schlägt perfide Haken, wirklich ins Auge fallen dem Genrefan jedoch die Kämpfe, die manchmal nahezu schwerelos und jenseits physikalischer Gesetze wirken. Die Choreografie lag während der Dreharbeiten in der versierten Hand von Sammo Hung, der hier alle Facetten seines Könnens zeigt. Dabei ist manches etwas too much, aber den Freund des gepflegten Kampffilms dürfte das nicht stören. Auch wenn Louis Koo nicht das kämpferische Talent eines beispielsweise Donnie Yen oder Tony Jaa hat, kommt hier ein Gefühl des klassischen HK-Actionfilms auf, so dass sich der Fan hervorragend unterhalten fühlen dürfte. Mir hat es definitiv gefallen!

Paradox – Kill Zone Bangkok (Originaltitel: Sha po lang: taam long, Hong Kong 2017) erscheint unzensiert mit einer FSK 18-Freigabe bei Koch Films auf DVD, Blu-ray und Digital, mir lag zur Ansicht die Blu-ray vor. Bild (2,35:1/1080p) und Ton (Deutsch & Kantonesisch: dts-HD 5.1) befanden sich auf einem qualitativ sehr hohen Niveau, im Bonusbereich gab es ein zehnminütiges, vierteiliges Making of, den Trailer und eine Programmübersicht.

Paradox – Kill Zone Bangkok ist ein hervorragend besetzter HK-Actionthriller, der virtuos gefilmt akrobatische Fights mit einer emotional lange nachklingenden Geschichte kombiniert. Sehr hart, sehr düster und gerade deshalb eindeutig zu empfehlen!

Christian Funke