Parker (Constantin Film)

Parker (Constantin Film)

81mSnNOMwyL._SL1400_Parker (Jason Statham) ist ein professioneller Dieb und, wenn nötig, auch ein Killer. Der Vater (Nick Nolte) seiner Freundin verschafft ihm einen neuen „Job“ mitsamt neuen Partnern. Doch nach dem Überfall wird Parker von diesen vermeintlichen Partnern nicht nur um seinen Anteil erleichtert, sondern auch fast getötet. Parker, ein Mann mit Prinzipien, schwört Rache. Er folgt seinen Killern, die einen millionenschweren Coup planen, nach Palm Beach. Im Mekka der Reichen gibt sich Parker als vermögender Texaner aus, der eine Villa kaufen will. Dabei hilft ihm die verschuldete und gelangweilte Immobilienmaklerin Leslie Rodgers (Jennifer Lopez), die seinem Schwindel schnell auf die Spur kommt und ganz eigene Interessen an Parker hat …

Meinung zum Film:

Es gibt Schauspieler, da weiß man, dass es bei jedem neuen Film wohl kaum Überraschungen geben wird, man jedoch als Zuschauer auf ehrliche, solide Weise unterhalten wird. Jason Statham ist solch ein Beispiel. Der 1967 geborene Brite hatte sein Debüt und gleichzeitig seinen Durchbruch in dem 1998 erschienen „Bube, Dame, König, gRas“ seines Freundes Guy Ritchie und arbeitete von da an kontinuierlich an seinem Image als raubeiniger Actionmime mit Herz, Humor und Charme. Zuverlässig erscheinen seitdem jährlich zwei bis vier Filme, die tendenziell alle in die gleiche Richtung gehen, aber nichts desto trotz in der Regel gut unterhalten.

Hier vorliegend haben wir seinen aktuellen Film namens Parker, der von Regisseur Taylor Hackford (Ray, Im Auftrag des Teufels) nach einer Romanvorlage von Donald E. Westlake (der die Parker-Reihe unter dem Pseudonym „Richard Stark“ veröffentlichte) inszeniert wurde. Wieder erleben wir den Hauptdarsteller in einer Rolle, wo es ihm um Recht und Prinzipien geht, er geradlinig seinen Weg geht und dabei auch keine Härten scheut. Gleich der Einstieg ist furios inszeniert und zeigt dabei die Stärke des Regisseurs, der es versteht, solide und fesselnd einen Spannungsbogen aufzubauen und diesen beizubehalten. Dabei kann er sich neben Statham auf weitere hervorragende Mimen wie etwa Michael Chiklis oder Nick Nolte verlassen, die in Parker zwar eher zu schmückendem Beiwerk verkommen, dieses aber auf stabilem Niveau.41uNSMSQPTL

Parker, der bei Constantin Film erscheint, wirkt als Film auf eine angenehm charmante Weise altmodisch. Seine punktuell auftretenden Kampfeinlagen sind punktgenau und mit der nötigen Härte inszeniert, im Gesamtbild wirkt der Film dabei wie eine moderne Variante von „Point Blank“ (dessen literarische Vorlage ebenfalls von Westlake/Stark stammt).
Nach dem fesselnden Einstieg verliert der Film etwas an Tempo, die Story bleibt zwar spannend, aber da ich kein großer Freund des mimischen Könnens der hübsch anzuschauenden aber leider eher talentfreien Jennifer Lopez bin, war die sich nun in den Fokus drängende weibliche Hauptrolle für mich eher nichtssagend. Insofern kam Parker erst dann wieder in die Spur, als man den inhaltlichen Schwerpunkt auf die sich anbahnenden, eher unschönen Konsequenzen für Parker/Statham legte. Hier wird dann auch direkt mein Action-Herz angesprochen, denn, wie eingangs erwähnt, diese Szenen sind sauber choreografiert und hervorragend in Szene gesetzt.

Parker ist ein wunderbarer Film zum zurücklehnen und genießen. Intellektuell wird man nicht großartig ge- oder überfordert, jedoch weiß der Streifen durch seine B-Movie-Wurzeln zu überzeugen, die ihm einen teils dreckig-sympathischen Charme verleihen. Kein Meisterwerk aber gute, ehrliche und solide Unterhaltung!

Christian Funke-Smolka