Passion - Geld. Macht. Verführung (Ascot Elite Home Entertainment) +++Rezension+++Text-Feature+++

Passion – Geld. Macht. Verführung (Ascot Elite Home Entertainment) +++Rezension+++Text-Feature+++

CoverBrian De Palma gilt als der Experte in Sachen Spannung. Nach Filmen wie MISSION: IMPOSSIBLE und BLACK DAHLIA beweist er mit PASSION abermals sein Können. Im Mittelpunkt dieses raffiniert inszenierten Katz-und-Maus-Spiels stehen die Hollywood-Stars Rachel McAdams (SHERLOCK HOLMES) und Noomi Rapace (PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN). PASSION ist ein Remake des französischen Kino-Hits LIEBE UND INTRIGEN mit Schauspiel-Star Kristin Scott Thomas (DER ENGLISCHE PATIENT). Der französische Kult- Regisseur Alain Corneau (DIE SIEBENTE SAITE) setzte den Film gekonnt in Szene und war in weiterer Folge auch an der Erstellung des Drehbuches zu PASSION beteiligt. Die deutsch/französische Koproduktion überzeugt wie ihre Vorlage durch Spannung, Nervenkitzel und einer gehörigen Portion Erotik.

Zwei Frauen liefern sich einen erbitterten Kampf um Einfluss in der Welt der internationalen Geschäfte. Die natürlich elegante Christine (Rachel McAdams) pflegt einen lockeren Umgang mit Macht und Geld. Unter ihre Fittiche nimmt sie die unschuldige, liebenswerte Isabelle (Noomi Rapace), die mit ihrer Naivität und ihren herausragenden Ideen ein leichtes Ziel für die Ausbeuterin Christine ist. Für diese ist es auch nicht wirklich Diebstahl von geistigem Eigentum, schließlich sind sie ja im selben Team. Christine genießt es die junge Frau immer mehr zu beeinflussen und Kontrolle über sie auszuüben, wodurch Isabelle immer tiefer in das Spiel von Verführung und Manipulation hineingesogen wird. Doch dann lässt sich Isabelle auf eine Bettgeschichte mit einem von Christines Liebhabern ein, was katastrophale Konsequenzen hat.

Meinung zum Film:

Regielegende Brian de Palma ist ein Filmemacher, der sich Zeit seines filmischen Schaffens in einer Vielzahl seiner Werke mit dem, besser gesagt seinem Frauenbild beschäftigte, dieses mit seinen Lieblingsthemen „Identitätstausch/-spaltung“ und einer gehörigen Prise Erotik garnierte und dabei Ästhetik und Spannung oftmals über Logik stellte. Hier nun haben wir nach dem erstaunlichen „Redacted“ aus dem Jahre 2007 seinen neuesten Film, der ungewöhnlicherweise ein Remake eines noch recht aktuellen französischen Thrillers darstellt. Thematisiert wird hier der Zweikampf der offensichtlich recht unterschiedlichen Damen Christine (Rachel McAdams ) und Isabelle (Noomi Rapace). Erstere ist die kühle Chefin einer hippen Berliner Werbeagentur, letztere eine etwas naiv wirkende Abteilungsleiterin. Doch das ist de Palma-typisch nur der erste, oberflächliche Eindruck. Denn hinter der Fassade steckt bei beiden Damen mehr, als man auf den ersten Blick wahrnimmt. Schnell entwickelt sich ein Verwirrspiel aus Sex, Lug und Trug…Szene 2

Brian de Palma ist, ich erwähnte es bereits, ein Regisseur, der Atmosphäre über Logik stellt. Dies beweist er auch in dem vorliegenden Film Passion, wo viele Aspekte des Films der freien Deutung des Zuschauers überlassen bleiben. So kann es geschehen, dass zwei Menschen den Film zusammen anschauen und auf eine jeweils andere Bedeutung der Kernaussage kommen. Dies ist sowohl Fluch als auch Segen, da sich der Film damit einer eindeutigen Wertung oder Deutung entzieht und somit reine Interpretation ist und bleibt. Auffällig ist jedoch, dass Brian de Palma, der gerne andere Regisseure, vornehmlich Alfred Hitchcock, in seinen Werken zitierte, hier nun augenscheinlich beginnt, sich selbst als stilistische Vorlage zu sehen. Viele seiner im Film eingesetzten und verwendeten Stilmittel haben wir in dieser Form bereits in anderen Filmen von ihm zu sehen bekommen. Somit ist Passion ein Film, der auf einer Ebene funktioniert, die jenseits des normal logischen Empfindens liegt, viel eher in den Bereichen der visuellen Wahrnehmung angesiedelt scheint, wobei wir auch hier wieder lernen, dem Gesehenen nicht unbedingt trauen zu können. Ein interessanter aber auch etwas sperriger Film, der nicht jedem gefallen.

Die Blu-ray erscheint bei Ascot Elite Home Entertainment als in Bild- und Ton hervorragende Veröffentlichung. Zusätzliches Informationsmaterial befindet sich in Form von kurzen Interviews mit den beiden Hauptdarstellerinnen, Karoline Herfurth und Brian de Palma, so wie einem kurzen Featurette mit weiteren Interview-Schnipseln und Film –Clips, dem Originaltrailer und einer Programmübersicht auf der Disc.

Passion ist ein elegisch inszenierter, in seiner Ästhetik hervorragend konzipierter Film mit starken Frauenrollen, der sich jedoch mehr in Richtung Erzählkino als Thriller bewegt. Ein Film, der sich gut in das bisherige Schaffen des Regisseurs einfügt, ohne dieses jedoch bahnbrechend zu revolutionieren.

Noomi Rapace – Die vielseitige schwedische Schauspielerin

Szene 4Einem internationalen Kinopublikum wurde Noomi Rapace durch die Verfilmung der Millennium-Krimireihe des schwedischen Autors Stieg Larsson bekannt, in der sie die Rolle der Lisbeth Salander übernahm. Der Film zum ersten Band, Verblendung, kam 2009 in die Kinos und brachte ihr eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis und den schwedischen Guldbagge als beste Hauptdarstellerin ein. 2010 wurde sie außerdem für zahlreiche US-amerikanische Filmpreise nominiert.

Im September 2010 wurde bekannt, dass sie eine Hauptrolle neben Jude Law und Robert Downey Jr. im zweiten Teil der Neuverfilmung der Sherlock-Holmes-Filme erhalten hatte. Außerdem übernahm sie eine Hauptrolle in dem Film Prometheus – Dunkle Zeichen von Ridley Scott, der 2012 in die Kinos kam. Dass sie nicht nur Actionrollen beherrscht, sondern auch unheimlich sexy sein kann, beweist sie in Brian De Palmas Passion von 2012. Mit diesen Filmen ist Noomi Rapace in Deutschland bekannt geworden:

Die Millennium-Trilogie: Verblendung (2009), Verdammnis (2009), Vergebung (2010)

Für die Rolle der Hackerin Lisbeth Salander in der Millennium-Trilogie nahm Noomi Rapace einiges auf sich: Sie lernte für die Rolle unter anderem Motorradfahren und trainierte mehrmals die Woche Kickboxen. Dabei hielt sie eine strenge Diät ein, um den androgyn-männlichen Körper der exzentrischen Romanfigur zu bekommen. Sie ließ sich sogar mehrere Piercings stechen. Ursprünglich sollte Noomi Rapace die Hauptrolle in VERBLENDUNG, VERDAMMNIS und VERGEBUNG gar nicht bekommen. Regisseur Niels Arden Oplev fand sie „zu gutaussehend“ und „zu niedlich“ für die Punk-Rächerin aus den Romanen. Doch Noomi ließ sich nicht so einfach abwimmeln und kämpfte um die Rolle, in der sie Publikum und Kritiker auf der ganzen Welt schlussendlich begeisterte. Als es um die Besetzung der Hauptrolle im US-amerikanischen Remake von Stieg Larssons VERBLENDUNG ging, machte Noomi Rapace schnell klar, dass das Kapitel Lisbeth Salander für sie ein für alle Mal beendet ist.

Babycall (2011)

In BABYCALL spielt Noomi Rapace die junge Mutter Anna, die mit ihrem Sohn Anders in einen anonymen Wohnblock zieht, um dort nach der Trennung von Anders‘ Vater ein neues Leben in Ruhe und Frieden zu beginnen. Doch über das Babyphone im Zimmer ihres Sohnes hört sie bald seltsame Geräusche… Der Psychothriller verwischt geschickt die Grenze zwischen Realem und Surrealem und schickt Noomi Rapace auf eine schauspielerische Tour de Force. Für ihre Rolle wurde sie beim Filmfestival Rom als Beste Darstellerin ausgezeichnet.Szene 3

Sherlock Holmes: Spiel im Schatten (2011)

Im zweiten von Guy Ritchie gedrehten SHERLOCK HOLMES-Abenteuer SPIEL IM SCHATTEN spielt Noomi Rapace die mysteriöse Zigeunerin Simza, die Sherlock Holmes und Dr. Watson zunächst Rätsel aufgibt, später aber bei einem wichtigen Fall behilflich ist: Simzas Bruder ist für den berüchtigten Ganoven Professor James Moriarty tätig, der ihn zwingt, ein Attentat zu verüben. Moriartys bescheidenes Ziel: Er will einen Krieg in Europa auslösen, damit er mit einer Waffenfabrik großes Geld machen kann. Wie schon der erste Sherlock Holmes von Guy Ritchie erhielt auch Teil 2 sehr gute Kritiken.

Prometheus – Dunkle Zeichen (2012)

Mit PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN hat sich Noomi Rapace an ein komplett anderes Genre gewagt – und hinaus ins All. Eine Forschergruppe macht sich auf, nach außerirdischem Leben in All zu suchen, das als die Schöpfergattung der Menschheit gilt. Nachdem die Gruppe nach zwei Jahren im Raumschiff den fremden Planeten LV-223 erreicht, findet sie da nicht nur eine neue Art von Leben – sondern ist kurz davor, das Leben auf der Erde für immer zu zerstören. Ein erbitterter Kampf gegen die Aliens beginnt, und zwar mit Starbesetzung: Regie führte Ridley Scott, in den Hauptrollen sind Noomi Rapace, Charlize Theron und Michael Fassbender zu sehen.

Passion (2012)

Intrigant, erfolgreich und unglaublich sexy: So geben sich Rachel McAdams und Noomi Rapace in Brian De Palmas turbulentem Thriller PASSION. Ein wahrer Kampf der Teufelsweiber, bei dem die erfolgreiche Christine (McAdams) zunächst die Nase vorn hat und die unschuldige Isabelle (Rapace) unter ihre Fittiche nimmt. Doch Isabelle lernt schnell und guckt sich die Machtspielchen von ihrer Chefin ab. Ein Kampf um Einfluss, Liebhaber und Image beginnt, der keine Schwäche zulässt – und erbarmungslos auf ein fieberhaftes Ende zusteuert.

Christian Funke-Smolka