"Poirot: Rendezvous mit einer Leiche" (Koch Films)

„Poirot: Rendezvous mit einer Leiche“ (Koch Films)

Regie:

Michael Winner

Darsteller:

Peter Ustinov, Lauren Bacall, Carrie Fisher u.a.

Der Detektiv Hercule Poirot lernt auf einer Kreuzfahrt die reiche Witwe Emily Boyton kennen, welche wenig später scheinbar grundlos ermordet wird. Während Poirot ermittelt stellt sich für ihn heraus, dass nicht nur Emilys betrogene Stiefkinder, sondern auch deren erpresster Anwalt und eine ehemalige Gefängnisinsassin ein Motiv haben, den Mord begangen zu haben.

© Koch Films

      Meinung zur Veröffentlichung:

Als im Jahr 1937 Emille Boynton, ein wohlhabender ehemaliger Direktor eines US-amerikanischen Gefängnisses, verstirbt, gelingt es seiner zweiten Ehefrau, der skrupellosen und tyrannischen Emily Boynton (PiperLaurie), Druck auf den Notar und Anwalt der Familie auszuüben, so dass dieser das ursprüngliche Testament vernichtet und ein älteres, zu ihren Gunsten ausfallendes, geltend macht. Auf einer Reise, die zuerst nach Europa, dann ins britisch regierte Palästina führt und an der zufälligerweise auch Hercule Poirot (Peter Ustinov), kommt es zu einem Mordanschlag auf die kaltblütige Witwe. Ein Fall ganz nach dem Geschmack des Meisterdetektivs.

Rendezvous mit einer Leiche bildet den Abschluss der mit Peter Ustinov besetzten, in einem Zeitraum von zehn Jahren entstandenen Verfilmungen der Agatha Christie -Kriminalromane. Hier zeigt sich der britische Regisseur Michael Winner (Chatos Land, Death Wish I-III), der auch am Drehbuch und am Schnitt beteiligt war, für die Inszenierung verantwortlich und erneut gelingt es ihm, einen prominenten Cast vor der Kamera zu vereinen. Neben Peter Ustinov in seiner Paraderolle als meisterhafter, etwas selbstverliebter belgischer Detektiv Hercule Poirot trifft man auf Lauren Bacall, Carrie Fisher, Sir John Gielgud und Piper Laurie,die allesamt sehr spielfreudig den 1938 veröffentlichten Kriminalroman Der Tod wartet aus der Feder von Agatha Christie zum Leben erwecken. Jedoch merkt man deutlich, dass die Romanvorlage nicht zu den besten Büchern der Autorin gezählt werden kann und das Drehbuch dieses nur schwer kaschieren kann. Auch wenn man viele bekannte Versatzstücke der Agatha Christie-Klassiker bemerken kann, fehlt es ihnen hier etwas an Stringenz und Dynamik. Dies nimmt dem Film etwas an erzählerischem Tempo und dialogischem Biss, was auch durch die eigentlich sehr guten Darsteller nicht gänzlich behoben werden kann. So bleibt Rendezvous mit einer Leiche ein etwas fahrig wirkender, dank der landschaftlichen Schauwerte und schönen Bildgestaltung trotzdem sehenswerter Film.

© Appointment With Death – Trailer

Rendezvous mit einer Leiche (Originaltitel: Appointment with Death, Großbritannien/Israel/USA 1988) erscheint dank Koch Films erstmals in einer wirklich gelungenen Aufbereitung in High Definition auf DVD und Blu-ray. Die von mir getestete Blu-ray besaß eine gute Bild- und Tonqualität (Bild: 1,78:1/1080p; Ton: Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 2.0). Im Bonusbereich befanden sich der Trailer und eine Bildergalerie mit Filmfotos und Werbematerial.

Auch Rendezvous mit einer Leiche wirkt, trotz der für zahlreiche Actioner bekannten Filmschmiede Cannon Films im Hintergrund, wie ein bewusst gesetzter Gegenpol zum lauten, bombastischen Mainstreamkino. Auf charmante Art altmodisch, erleben wir einen klassischen „Whodunit“, der vielleicht nicht an den grandiosen Tod auf dem Nil heranreicht, nichtsdestotrotz sehr gut unterhält.

Christian Funke