Pusher  (Sunfilm Entertainment/Tiberius Film)

Pusher (Sunfilm Entertainment/Tiberius Film)

Pusher war das Filmdebüt des dänischen Erfolgsregisseurs Nicolas Winding Refn, welches ihm direkt einen Ruf als talentierten Shootinstar einbrachte. Es kam zu zwei Fortsetzungen, die seinen Status festigten und spätestens mit seinem Meisterwerk „Drive“ stieg er dann endgültig in den Olymp der grandiosen Meister ihres Fachs auf. Es scheint mittlerweile eine Tradition zu sein, erfolgreiche Filme nach einigen Jahren einem neuen Publikum in Form eines Remakes schmackhaft machen zu wollen, so lässt es sich erklären, dass der spanische Regisseur Luis Prieto (Meno male che ci sei) den Auftrag erhielt, Pusher stilistisch anzupassen und neu zu inszenieren. Produziert wird der Film von seinem ursprünglichen Regisseur Nicolas Winding Refn.

Die Geschichte handelt von Frank (Richard Coyle), der mit seinem Partner Tony (Bronson Webb) ein angesagter Dealer in Londoner Unterweltmilieu ist. Der Verkauf seiner chemischen Drogen läuft hervorragend, deshalb ist es nur eine frage der Zeit, bis ihm die Polizei auf die Spur kommt. Um einer Verhaftung zu entgehen, entsorgt er kurzerhand eine ganze Ladung seiner Pillen. Diese jedoch gehörten dem für seine Gewaltbereitschaft bekannten Unterweltboss und Drogenbaron Milo (Zlatko Buric, spielte auch schon im Original diese Rolle), der trotz langer Freundschaft von Frank nun den entstandenen Schaden in einer Zahlung beglichen haben möchte. Doch wie soll Frank in wenigen Stunden 55.000 Pfund organisieren? Verfolgt von Milos Schlägern macht er sich auf eine Tour durch das nächtliche London, um das Geld zu beschaffen! Es wird für ihn ein wahnwitziger Trip durch die britische Unterwelt!

Tut man einem Remake einen Gefallen, wenn man den Film mit dem Original vergleicht? Muss man dies überhaupt tun? In gewisser Weise macht man dies automatisch und beinahe unbewusst, in dem vorliegenden Fall ist der stilistische Unterschied jedoch so groß, dass man einzig bemerken kann, dass sich das Remake nahezu komplett an die Geschichte des Originals gehalten hat, diese beinahe 1:1 kopierte. Aber während die Atmosphäre der 1996er Version durch ihren dreckigen, sehr düsteren Look bestach (und nebenbei die Karriere des Darstellers Mads Mikkelsen –Casino Royale- vorantrieb), wählte Prieto einen ganz anderen Look für seinen Film. Sehr auf hipp gemacht wählte er einen Clipartigen, temporeichen und überzeichneten visuellen Stil, der dem Film eine komplett andere, adrenalinhaltige Grundstimmung mit einem betont coolen Soundtrack verpasste. Die Darsteller agieren überzeugend und die Story wird spannend erzählt.
Somit ist Pusher, stellt man ihn als eigenständigen Film dar, ein positiv überraschender, spannender und neben dem Original gut bestehender Beitrag, den ich Genrefans nur empfehlen kann!

Christian Funke-Smolka