Reality XL - Realität ist ein Traum (Schröder Media)

Reality XL – Realität ist ein Traum (Schröder Media)

 

Es zeugt schon von einem großen Enthusiasmus, wenn ein Regisseur bei seinem Filmdebüt auf die Filmförderung verzichtet, sondern diesen komplett mit privaten finanziellen Mitteln inszeniert. Thomas Bohn hat dies mit Reality XL – Realität ist ein Traum gemacht, damit er so unabhängig seinen Wunschfilm drehen konnte. An dieser Stelle muss ich mich einmal ganz tief verbeugen, denn ihm ist hier ein faszinierender, gut durchdachter Science Fiction Film gelungen, den man in dieser Qualität leider viel zu selten von deutschen Filmemachern zu sehen bekommt.

Die Geschichte handelt von Professor Konstantin Carus (Heiner Lauterbach), der gemeinsam mit 23 Kollegen an einem Forschungsprojekt im Kernforschungsinstitut CERN arbeitet. Nach einer Nachtschicht im Kontrollraum des Teilchenbeschleunigers verlässt er als Einziger die Schleuse, die anderen Forscher sind spurlos verschwunden.
Robin Spector (Max Tidof) und Sophia Dekkers (Annika Blendl) versuchen nun in Verhören von Carus herauszufinden, was während der Experimente geschah, und warum die 23 Forscher verschwanden. Der Professor jedoch macht einen verschlossenen, gar mysteriösen Eindruck, so dass man seinen Aussagen keinen glauben schenkt. Erst als sich geheimnisvolle Dinge ereignen, dass die Realität mehr ist, als man zuerst annahm.

Es ist interessant, wie Regisseur Bohn seinen Film Reality XL – Realität ist ein Traum inszeniert. Gegen den Massengeschmack beschränkt sich die Handlung im Endeffekt auf einige wenige Figuren, welche im Verhör versuchen, den Vorfall aufzuklären. Je mehr Puzzleteile der Zuschauer dabei erhält, desto logischer werden die Zusammenhänge, und es setzt sich ein faszinierendes Gesamtbild zusammen, was alles bisher Angenommene über den Haufen wirft. Dabei werden auf große Effekt- und Actionfeuerwerke verzichtet, sondern sich zu Recht auf die Stärke der Geschichte verlassen, denn diese nimmt bald das Format und die tiefsinnige Größenordnung einer Story von Philip K. Dick an.

Die Blu-ray aus dem Hause Schröder Media erzielt gute Werte in Bild und Ton, im Bonussektor befindet sich dann ein 22 Minuten langes Making of mit Interviews, einer netten Vorstellung der Crew und Szenen vom Dreh, so wie der Einlösung einer Wettschuld seitens des Regisseurs, betitelt mit „Sprung ins Wasser“. Zudem haben wir noch Trailer und einen Audiokommentar von Tom Bohn und Heiner Lauterbach auf der Disc.

Reality XL – Realität ist ein Traum ist ein Film, der verwirrend beginnt, und mit fortschreitender Geschichte unglaublich an Tempo und Spannung zunimmt. Wer sich als Zuschauer auf die tiefsinnige, intelligent durchdachte Geschichte einlassen kann, wird mit einem herausragenden und ungewöhnlichen Film belohnt.

Hier geht es zum Gewinnspiel

Christian Funke-Smolka