Redemption - Stunde der Vergeltung (Universum© Film) +++Review+++Feature+++

Redemption – Stunde der Vergeltung (Universum© Film) +++Review+++Feature+++

Der Ex-Special-Forces-Soldat Joey Jones (Jason Statham) ist aus seiner Spezialeinheit desertiert, um einer Anklage vor dem Militärgericht zu entkommen. Seitdem isCovert er auf der Flucht und fristet ein schäbiges Leben in der Gosse. Bloß nicht auffallen, ist sein Motto. Nachdem Schläger ihn verprügelt und seine Freundin Isabel verjagt haben, findet Joey in einem über den Sommer leerstehendem Luxusapartment Zuflucht. Durch diesen glücklichen Zufall bekommt er die Möglichkeit, unter falschem Namen sein Leben neu zu beginnen. Der ehemalige Elitesoldat findet auch bald einen gutbezahlten Job: als Schläger für die chinesische Mafia. Als man jedoch Isabels Leiche findet, macht sich Joey auf die Suche nach dem Mörder, um den Tod seiner Freundin zu rächen…

Meinung zum Film:

Ich schätze Jason Statham sowohl als Schauspieler wie auch als Actiondarsteller, da es ihm gelingt, egal in welcher Rolle, diese mit Charisma und Präsenz zu füllen. So gelingt es ihm, auch weniger guten Filmen einen gewissen Glanz zu verleihen. Deutlich erkennbar ist zudem die Veränderung seiner Rollenwahl. Immer häufiger findet man bei seinen zahlreichen Filmen Rollen, in denen er beweist, dass er nicht nur ein guter Actiondarsteller, sondern auch ein überzeugender Charakterdarsteller sein kann. Solch ein Beispiel ist der hier vorliegende Film Redemption – Stunde der Vergeltung, das Debüt von Regisseur Steven Knight (Drehbuchautor von „Tödliche Versprechen“ oder „Amazing Grace“).

Statham spielt in Redemption – Stunde der Vergeltung einen traumatisierten Ex-Special-Forces-Soldaten, der aufgrund seiner unkontrollierten Handlung während eines Afghanistan-Einsatzes vor dem Militärgericht geflüchtet und als Obdachloser in Soho Szene 2untergetaucht ist. Hier teilt er sich eine notdürftige Behausung mit der jungen Isabel. Als er von einer Straßengang überfallen wird, gelingt es ihm, heimlich in eine luxuriöse Wohnung einzudringen, die vorübergehend nicht genutzt wird. Hier richtet er sich ein und versucht sein Leben in den Griff zu bekommen. Ein Job als Tellerwäscher bringt ihn zufälligerweise zu einem weiteren Geldverdienst: Geldeintreiber der chinesischen Triaden, die seine sachliche aber nachdrückliche Art zu schätzen wissen. Dieses Geld nutzt er dazu, seinen alten Bekannten aus dem Obdachlosenmilieu anonym Kleidung und Essen zukommen zu lassen. Hierbei lernt er die Ordensschwester Cristina kennen, mit der er sich anfreundet. Sein mittlerweile geregeltes Leben gerät jedoch aus den Fugen, als er erfährt, dass seine alte Bekannte Isabel ermordet aufgefunden wurde…

Redemption – Stunde der Vergeltung wird einige Zuschauer überraschen. Jason Statham ist in seiner Rolle nicht unbedingt nur sympathisch, viel eher portraitiert er einen innerlich wie äußerlich zerrissenen Charakter, der sein Leben definitiv nicht im Griff hat. Erst spät erkennt er den wahren Wert, den das Leben bieten kann, nur um dann konsequent seinen Weg zu gehen. Auf Action wird dabei weitestgehend verzichtet, viel eher lebt der Film von seiner Atmosphäre und dem Wandel seiner Hauptfigur. Dabei nimmt er sich die nötige Zeit, um seinen Figuren den Raum zu lassen, sich zu entwickeln. Leider stehen den guten Ideen an manchen Stellen die Anfängerunsicherheiten des Regisseurs im Wege, der in Inszenierung und Erzählweise etwas wirr erscheint. Die guten Darsteller und die hervorragende musikalische Untermalung retten den Film jedoch in solchen Momenten.

Szene 4Die Blu-ray aus dem Hause Universum© Film glänzt durch eine gute Bild- und Tonqualität, der Bonussektor bietet zusätzliche Informationen in Form von zehn kürzeren Interviews, einer 15 Minuten langen B-Roll, dem Trailer und einer Programmshow.

Redemption – Stunde der Vergeltung ist ein eher untypischer, aber nicht uninteressanter Jason Statham-Film, der seine emotionale Geschichte toll bebildert und den Spagat zwischen Action und Gefühl dank des hervorragenden Hauptdarstellers sehr gut meistert.

Szene 3

Dos und Don’ts zum Leben mit einer neuen Identität

Um als Deserteur einer Anklage vor dem Militärgericht zu entgehen, fristet Ex-Special-Forces-Soldat Joey Jones (Jason Statham) ein schäbiges Leben in der Gosse. Durch einen glücklichen Zufall entdeckt er ein über den Sommer leerstehendes Luxusapartment, in dem er Zuflucht findet. Ausgestattet mit einer neuen Identität kann er sein Leben von vorn beginnen – doch er hat auch noch eine offene Rechnung aus seinem alten Leben zu begleichen. Was ist nun im Alltag mit dem „neuen Ich“ zu beachten?

Dos

– Die Detailinfos der neuen Identität (Name, Beruf usw.) muss man im Schlaf beherrschen! Sonst kann man schnell in Erklärungsnöte kommen, wenn beispielsweise neugierige Nachbarn an der Tür klingeln und unbequeme Fragen stellen.

– Sich in der Öffentlichkeit schön unauffällig zu verhalten, ist auch keine schlechte Idee. Vor allem dann, wenn die „neue“ Identität (wie bei Joey in REDEMPTION – STUNDE DER VERGELTUNG) gleichzeitig auch eine fremde ist. Also immer schön die Mütze ins Gesicht ziehen!

– In den Menschenmassen der Großstadt fällt man bekanntlich weniger auf als in dünn besiedelten Regionen. Gleichzeitiger Nachteil der urbanen Umgebung: Hier gibt es viel mehr Überwachungskameras! Daher gilt es, den Blick zu jeder Zeit nach unten zu richten, um „unter dem Radar“ zu fliegen.

– Logischerweise empfiehlt es sich, als neue Identität eine solche anzunehmen, die sich von der bisherigen so stark wie möglich unterscheidet. Wenn man wie Joey bisher in der Gosse zu Hause war, wäre es sinnlos, sich für sein „neues Leben“ einen Platz im Pappkarton drei Straßen weiter zu suchen… Ein Leben in der High Society mit Designerklamotten und Luxusauto passt da schon wesentlich besser.

– Die Typveränderung muss konsequent durchgezogen werden. Ein neues Outfit allein reicht da nicht aus. Auch eine neue Frisur oder Haarfarbe muss her! Männer lassen sich einen Bart wachsen (oder rasieren den bereits vorhandenen radikal ab). Frauen haben in Sachen Bart leider etwas weniger Variationsmöglichkeiten, dafür ist die Optionsvielfalt bei Haarfarbe und -länge größer.

Don’ts

– Die Aufmerksamkeit der Polizei ist eine der Sachen, die man in der neuen Lebenssituation am wenigsten gebrauchen kann. Wenn man wie Joey Jones allerdings noch offene Rechnungen zu begleichen hat, muss man das Risiko wohl oder übel in Kauf nehmen. Tipp fürs nächste Mal also: Derartige Dinge besser vorher klären!

– Was man nach Möglichkeit ebenfalls sein lassen sollte: Einen Job bei der chinesischen Mafia anzunehmen, weil dies der vermeintlich einfachste Weg ist, (schnell viel) Geld zu verdienen. Neben der möglichen Lebensgefahr, in die einen dieser Job nämlich bringen kann, erschwert er es auch zunehmend jemals wieder auf einen „legalen Pfad“ zurückzukehren. Dieses „Don’t“ greift nicht nur im Falle eines Identitätswechsels, sondern genau genommen grundsätzlich. Ausnahmen gelten allenfalls für Ex-Special-Forces-Soldaten…

– Hände weg vom Alkohol! Das Risiko, sich in angeheitertem Zustand zu verplappern und aufzufliegen, ist einfach zu hoch! In REDEMPTION – STUNDE DER VERGELTUNG muss Joey Jones mit dem Handicap zurechtkommen, dass er dummerweise schon vorher gern zur Flasche gegriffen hat.

– Ein großer Fehler wäre, es sich in seinem neuen Leben allzu bequem zu machen und sicher zu fühlen. Wer eine neue oder gar fremde Identität annimmt, sollte stets darauf gefasst sein, von einer Sekunde auf die andere verschwinden zu müssen. Im Vorteil ist dann, wer weiß, wo sich der nächste Hinterausgang befindet…

Christian Funke-Smolka