Revenge for Jolly (Capelight Pictures)

Revenge for Jolly (Capelight Pictures)

Als Harry nach einer durchzechten Nacht mit seinem Cousin Cecil nach Hause kommt, findet er dort seine einzig wahre Liebe – eine kleine Hundedame namens Jolly – tot im Wohnzimmer hängend vor. Gebrochenen Herzens schwört er, den hinterhältigen Mord an seinem Hündchen zu rächen. Der Kofferraum seines alten Cadillacs dient fortan als Munitionslager und mit erhöhtem Promille-Spiegel beginnt eine bleihaltige Jagd auf den feigen Übeltäter …

Meinung zum Film:

CoverRache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird. Das wussten schon die Klingonier, aber natürlich auch der Kleinkriminelle Harry (Brian Petsos), der seine eigentlich ziemlich entspannte Lebenssituation durch den gewalttätigen Tod seines geliebten Zwergpinschers Jolly plötzlich aus dem Gleichgewicht gestoßen sieht. Nach einer durchzechten Nacht findet er seinen Hund erhängt vor. Da so was natürlich nicht akzeptabel ist, zieht man sich gemeinsam mit Cousin Cecil eine Unmenge an Drogen und Alkohol rein und macht sich auf, um zu tun, was ein Mann in solch einer Situation tun muss…

Hoppala, was haben wir denn hier. Wäre „Fear & Loathing in Las Szene 2Vegas“ eine Rache-Story, sie würde in etwa so aussehen wie der hier vorliegende Revenge for Jolly. Auch wenn dieser nicht so stilsicher und komplex inszeniert ist wie erstgenannter, haben wir hier doch eine ziemlich überdrehte, tiefschwarzhumorige, brutale Krimi-Komödie, die eigentlich wenig erzählt, aber trotzdem rigoros Spaß macht. Man beobachtet die mit allerlei Rauschmitteln ziemlich abgefüllten Chaoten Harry und Cecil, wie sie ihre unheilige und sehr gewalttätige Mission gnadenlos verfolgen und sich weder vom komaähnlichen Vollrausch noch von irgendwelchen Gegnern von ihrem Rachefeldzug abbringen lassen, bis sie den wahren Täter gefunden haben. White Trash Beautiful!

Regisseur Chadd Harbold gelingt es, sein ziemlich wirsches, bleihaltiges und gewalttätiges Filmdebüt mit einer erstaunlich hohen Zahl an darstellerischer Prominenz zu bestücken. Neben dem Hauptdarsteller Brian Petsos trifft man auf Elijah Wood, Oscar Isaac, Adam Brody oder Ryan PSzene 1hillippe, die trotz kleiner Rollen allesamt mit einer unglaublichen Spielfreude bei der Sache sind!

Revenge for Jolly erscheint bei Capelight Pictures als unzensierte Veröffentlichung für ein volljähriges Publikum. Bild- und Tonqualität sind auf einem sehr guten Niveau, im Bonusbereich befinden sich der Originaltrailer und eine Programmshow.

Regisseur Chadd Harbold präsentiert mit seinem Spielfilmdebüt Revenge for Jolly einen ziemlich überdrehten, mit viel Prominenz in Kurzauftritten besetzten Film, der völlig schräg und cartoonesk überzeichnet einen musikalisch super unterlegten, skurrilen 2-Mann-Feldzug zeigt. Ziemlich sicher nicht für ein Massenpublikum konzipiert und definitiv nicht für den Oscar nominiert, wird er aber die Freunde des absurd-schwarzhumorigen Kinos sehr gut unterhalten!

Christian Funke-Smolka