RoboCop - Director’s Cut (Twentieth Century Fox Home Entertainment)

RoboCop – Director’s Cut (Twentieth Century Fox Home Entertainment)

Im Detroit der nahen Zukunft regiert das Verbrechen. Die Polizei scheint machtlos, und die von Detroits mächtigstem Konzern, OCP, geplanten Roboter-Polizisten sind noch Zukunftsmusik. Da wird der Cop Alex Murphy brutal ermordet. Die Gelegenheit für die Wissenschaftler: Aus Murphy wird Robocop – halb Mensch, halb Maschine. In einem stahlharten Roboterkörper und mit High-Tech-Waffen ausgerüstet, nimmt er den Kampf für Recht und Gerechtigkeit auf. Es dauert nicht lange, und Detroits Straßen sind wieder sicher. Doch Robocop ist nur scheinbar unverwundbar. Im Innern noch immer ein Mensch, quälen ihn Erinnerungsfetzen: Nachts träumt er immer wieder seinen eigenen Tod. Der Kämpfer für Recht und Ordnung wird zum Rächer… (20th Century Fox)

Meinung zum Film:

Dem Namen des holländischen Filmemachers Paul Verhoeven schwingt auch heute noch ein Hauch von Unangepasstheit und Provokation auf einem technisch wie inhaltlich hohem Niveau mit. Ob es Filme wie Starship Trooper, Total Recall oder Flesh & Blood waren, er definierte Genre neu und lotete provokativ Grenzen des Darstellbaren aus, ohne dabei den inhaltlichen Anspruch zu verraten. Auch sein hier vorliegender Film RoboCop aus dem Jahr 1987 fällt in diese Gattung und nimmt in seiner Inszenierung in Ansätzen stilistisch das vorweg, was er später in Starship Trooper oder Total RecallCover konsequent weiterführte. RoboCop gilt weithin als einer seiner markantesten und prägendsten Filme, und das, obwohl er das Drehbuch nach der ersten Lektüre als lächerlich und nicht verwertbar aussortierte und erst durch seine Frau animiert wurde, diesen Film zu drehen. Letztendlich inszenierte er den Film dann doch und investierte viel Herzblut in dieses Projekt, so dass die Geschichte um einen ermordeten Polizisten, der technisch modifiziert den Prototypen der modernen Verbrechensbekämpfung darstellen soll, auch aus heutiger Sicht noch ein gewalt- und temporeicher Actionfilm ist, der seine Botschaft mit beißendem Humor und einer Spur Zynismus darbietet und sich dabei im Gesamtbild als ziemlich bissige Satire entpuppt. Dabei tauchen erstmals Versatzstücke und Gedankenspiele aus anderen Werken des Regisseurs in Ansätzen auf, so dass hier Elemente seines späteren Schaffens zu finden sind, in der immer eine deutliche Warnung vor einer zu hohen Technisierung zu finden ist.

Endlich, 27 Jahre nach seiner Premiere, haben wir nach der erfolgreichen Streichung von der Indizierungsliste auch hierzulande offiziell und mit dem FSK 18-Siegel die Möglichkeit, den unzensierten Director‘s Cut von RoboCop problemlos käuflich erwerben zu können. Nachdem die erste Blu-ray-Umsetzung vor einiger Zeit aus qualitativer Sicht für Unmut sorgte, haben wir hier nun die 4K-Abtastung eines neuen Masters, die sich auf einem sehr hohen Niveau bewegt. Das Bild liegt im Format 1.85:1 vor, die Schärfe ist durchgängig auf einem sehr guten Niveau mit einem hohen Detailreichtum. Satte Farben, gute Schwarzwerte und kein störendes Bildrauschen durch zu hohen Filtereinsatz. Hier kann man von einer wirklich überaus geluHeaderngenen Bearbeitung sprechen! Der Sound ist in der korrekten Tonhöhe vorhanden (was bei der vorangegangen Blu-ray nicht der Fall war), sehr dynamisch und größtenteils druckvoll. Hier haben wir eine wirklich herausragende Aufbereitung eines Klassikers vor uns. Das Sahnehäubchen ist dann das umfangreiche Bonusmaterial, welches sich aus neuem und altem Material zusammensetzt. Neben einer 2012 aufgezeichneten, dreiviertelstündigen Diskussionsrunde der Filmmacher, dem 37 Minuten langen Feature „Fleisch & Stahl: Die Entstehung von RoboCop, dem kürzeren Making of und einem Drehbericht von 1987, Storyboards, entfallenen Szenen und einem informativen Audiokommentar, findet der geneigte Zuschauer noch diverse andere Featurettes, Spots und Trailer und vieles mehr. Hier werden nahezu alle Aspekte des Filmes berücksichtigt und dürften jeden Fan restlos zufriedenstellen!

RoboCop ist ein Klassiker, der auch heute, beinahe dreißig Jahre nach seiner Premiere begeistert und trotz der sichtbaren Alterserscheinungen in punkto Mode und Frisuren inhaltlich zeitlos und immer noch aktuell wirkt. Ein Film, der endlich unzensiert und frei erhältlich eine adäquate Veröffentlichung erlebt, die aus qualitativer Sicht keine Wünsche offen lässt! Von mir gibt es für den Film UND die Blu-ray-Neuauflage ganz klare Kaufempfehlung!!

Christian Funke-Smolka