Rosewood Lane  (Studiocanal)

Rosewood Lane (Studiocanal)

Psychiaterin Dr. Sonny Blake (Rose McGowan, Planet Terror) moderiert als Radio-therapeutin eine überaus erfolgreiche Show. Als plötzlich ihr alkoholkranker Vater verstirbt, reißt sie das aus ihrem alltäglichen Trott, und sie beschließt, zurück ins Haus ihrer Kindheit an der Rosewood Lane zu ziehen, um sich dort zu besinnen. Jedoch scheint sich viel in ihrer alten Heimat verändert zu haben. Die Mitmenschen wirken ungewöhnlich zurückhaltend und beinahe ängstlich.
Schnell stellt sie fest, was die Ursache ist, denn als es eines Tages an ihrer Tür schellt, und der junge, sehr aufdringliche Zeitungsbote Derek Barber (Daniel Ross Owen) ihr ein Abonnement der Tageszeitung aufzudrängen versucht, weist sie ihn direkt zurück, und fordert ihn auf, sie nicht mehr zu belästigen. Damit jedoch tritt sie jedoch eine Reihe an Ereignissen los, die der jungen Moderatorin die Hölle auf Erden bescheren.

Regisseur Victor Salva dreht relativ selten Filme. Dies mag daran liegen, dass so manchem Filmstudio oder Produzenten noch die Ohren bei den Vorwürfen klingeln, die damals bei den Dreharbeiten seines Debütfilmes gegen den Regisseur gerichtet waren, und ihm letztendlich eine Gefängnisstrafe von drei Jahren einbrachte. Aber dieser Aspekt soll für diese Review keine Rolle spielen, sondern konzentriert sich lediglich auf das filmische Schaffen Herrn Salvas.
Weltweiten Erfolg und einen hervorragenden Ruf als Horrorregisseur brachten ihm sein Drehbuch und Film Jeepers Creepers (2001), ebenso die zwei Jahre später entstandene Fortsetzung. Doch danach folgte bis auf den unglaublich gefloppten Peaceful Warrior lange Zeit nichts.
Nun haben wir hier vorliegend den jüngsten Film des Regisseurs, Rosewood Lane, der im Gegensatz zu seinem größten Erfolg recht traditionell und bodenständig inszeniert ist. Ein solider Spannungsaufbau und gezielt gesetzte visuelle und akustische Schock-Momente lassen den Film angenehm altmodisch daherkommen, und heben ihn dadurch positiv von aktuellen Gore- und Matschveröffentlichungen des Genres ab. Denn auch ohne diese derzeit so beliebten Splattereskapaden ist Rosewood Lane, stellenweise so herrlich gemein, böse und fies, dass es einen als Zuschauer, gerade wenn so manche Szene wirklich unerwartet kommt, wohlig zusammenzucken lässt. Es ist erstaunlich, wie simpel und trotzdem wirkungsvoll der Film dabei ist. Dies liegt einerseits an der meistens straffen und punktgenauen Inszenierung, aber auch an den guten und soliden Schauspielern. Neben Rose McGowan und dem überzeugenden Daniel Ross Owen trifft man hier in weiteren Rollen auf die großartigen Ray Wise (Twin Peaks) und Lesley-Anne Down (Dallas, Fackeln im Sturm).

Die Blu-ray aus dem Hause Studiocanal glänzt durch ein sauberes und sehr plastisches Bild und einem hervorragend ausbalancierten Sound. Im Bonussektor befindet sich ein knapp halbstündiges Making of mit Interviews und Szenen vom Dreh, so wie einem Originaltrailer und einer Programmshow.

Rosewood Lane ist ein kleiner und gemeiner Psychothriller mit einer abwechslungsreichen und überraschenden Story, die langsam und ruhig anläuft, und dann unaufhörlich an Tempo aufnimmt. Absolute Empfehlung meinerseits!

Christian Funke-Smolka